Start Airlines Warum Germanwings-Flüge für Geschäftreisende teurer werden

Warum Germanwings-Flüge für Geschäftreisende teurer werden

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Die Folgen des andauernden Pilotenstreiks: Viele Lufthansa-Maschinen bleiben in Deutschland am Boden (Foto: Lufthansa)
Die Folgen des andauernden Pilotenstreiks: Viele Lufthansa-Maschinen bleiben in Deutschland am Boden (Foto: Lufthansa)

Lufthansa-Maschine am Boden
Mehr Aufwand: Die Umstellung vieler Lufthansa-Flüge auf Germanwings wird für Geschäftsreisende teurer (Foto: Lufthansa)
Die Umstellung der meisten Lufthansa-(LH)-Verbindungen in Europa auf Germanwings (4U) wird sowohl für Kunden als auch für den Reisevertrieb massive Folgen haben. Besonders für die Geschäftsreisebüros wird es zu erheblichem Mehraufwand bei der Buchung von Germanwings-Flügen kommen. Darauf macht der Ausschuss Business Travel im Deutschen ReiseVerband (DRV) aufmerksam. Denn einerseits wird – so der DRV – Germanwings eigenen Angaben zufolge ihren günstigsten Tarif, den Basic, nur online und nicht über die Globalen Reservierungssysteme (GDS) anbieten. Andererseits ist bereits absehbar, dass Germanwings für die anderen Tarife bei einer GDS-Buchung ein zusätzliches Entgelt verlangen wird.

Geschäftsreisebüros und ihre Kunden sollten sich daher rechtzeitig auf die neuen Marktgegebenheiten einstellen und so schnell wie möglich das Gespräch miteinander suchen, empfiehlt der DRV-Ausschuss Business Travel. „Damit Germanwings-Buchungen auch künftig in ein effektives Geschäftsreisemanagement eingebettet werden können, müssen sich alle Geschäftspartner auf die Suche nach sachgerechten und für alle Beteiligten akzeptablen Lösungen machen“, macht Stefan Vorndran, Vorsitzender des DRV-Ausschuss auf die Dringlichkeit aufmerksam.

Vor einigen Monaten hatte Lufthansa angekündigt, ihren Punkt-zu-Punkt-Verkehr abseits der Hubs München und Frankfurt/Main auf die konzerneigene Tochtergesellschaft Germanwings zu verlagern. Die Umstellung läuft derzeit auf Hochtouren, die Strecken werden sukzessive auf das neue Germanwings-Produkt mit den drei Tarifen Basic, Smart und Best umgestellt. Doch viele Aspekte in Bezug auf diesen Prozess und seine Folgen seien noch unklar, hebt Vorndran hervor.

„Für Geschäftsreisebüros wird eine Germanwings-Buchung über andere Wege als das GDS erheblichen Mehraufwand erzeugen“, erklärt DRV-Ausschussvorsitzender Vorndran. Denn sie müssten Lösungen finden, um den Content von Germanwings in ihre Systeme zu überführen, so dass sie die Buchungen ihrer Kunden weiterhin bündeln und auf sie zugreifen können. Dieser Ansicht ist auch Hannes Schwarz, der Flugausschuss-Vorsitzende im Österreichischen Reiseverband (ÖRV).

Doch auch der alternative Weg über das GDS wird aufgrund des zusätzlichen Entgelts für die Germanwings-Buchung mit deutlich erhöhten Kosten verbunden sein. Das bedeutet nach Auffassung von Vorndran auch, dass sich Geschäftsreisekunden auf steigende Kosten einstellen müssten.

Zwar könnten sie bei einer Direktbuchung des günstigsten Tarifs über Germanwings ohne die Hilfe eines Geschäftsreisebüros und jenseits des GDS den oben genannten Mehraufwand umgehen. Doch ohne ihren Vertriebspartner sei die Steuerung ihrer Buchungen nicht mehr gewährleistet. Wenn Buchungen nicht über das Reisebüro abgewickelt werden, können auch Umbuchungen durch sie nicht mehr vorgenommen werden.

Auch die 24-Stunden-Betreuung der Reisenden sowie die Zusammenführung und Auswertung der Buchungen in einem Management Information System (MIS) etc. seien ebenfalls nicht mehr möglich. „Das würde in kürzester Zeit zu einem Geschäftsreisemanagement im Blindflug führen“, so der Vorsitzende des DRV-Ausschusses Business Travel.

Die Forderung des DRV und des Österreichischen Reiseverbandes (ÖRV) ist daher, alle Tarife in allen Vertriebskanälen gleich anzubieten, mit den gleichen Bedingungen – ohne Unterschiede im Preis oder in der Leistung. Nur dann kann sichergestellt werden, dass den Kunden das gewohnte und umfassende Service weiter angeboten werden kann.

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