Europas Banken lieben Steueroasen. Beliebt sind nach wie vor Irland und Luxemburg (Foto: Gerd Altmann, Pixabay)

Europas Banken lieben Steueroasen. Beliebt sind nach wie vor Irland und Luxemburg (Foto: Gerd Altmann, Pixabay)

Steuervermeidung, Schwarzgeld oder was? Europas große Banken melden offenbar einen auffallend großen Anteil ihrer Gewinne in Steueroasen und profitieren so von den dort geltenden extrem niedrigen Steuersätzen. Das zeigt eine neue Untersuchung von Oxfam.

Die Analyse der Nichtregierungsorganisation Oxfam versteht unter Steueroasen Gebiete, die es zum Beispiel Unternehmen mit ihren Regelungen ermöglichen, ihre Steuerlast zu minimieren, ohne dort selbst große Teile ihres Geschäfts zu machen. Ein Merkmal sei etwa eine niedrigere Besteuerung im Vergleich zu anderen Staaten, heißt es in dem Report.

Dem Bericht von Oxfam zufolge wird auffällig viel Gewinn in Luxemburg und Irland gemeldet. In Irland wickelt etwa auch Apple über Tochterfirmen große Teile seines internationalen Geschäfts ab.

Die EU-Kommission hatte nach jahrelanger Prüfung im Sommer befunden, die Steuervereinbarungen von Apple in Irland stellten eine unerlaubte staatliche Beihilfe dar. Der US-Konzern sollte deswegen 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen.

US-Konzerne verschieben gigantische Gewinnsummen

1,6 Billionen Dollar – diese Summe schleusen US-Konzerne am Fiskus vorbei in Steueroasen. Zu dem Ergebnis kommt die Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam.

In der Studie, die Oxfam am Mittwoch vorstellte, geht es nur um die 50 größten US-Konzerne mit ihren allerdings immerhin 1751 Tochterunternehmen und Zweigniederlassungen. Der Bericht, der zusammen mit der dem Institute for Taxation and Economic Policy erstellt wurde, beruht auf der Auswertung von Steuererklärungen und anderen öffentlich zugänglichen Daten.

Die Gewinnsumme, die im Jahr 2015 in die Steueroasen verschoben wurde, entspricht etwa der jährlichen Wirtschaftsleitung von Kanada, so Oxfam America. Im Vergleich zum Vorjahr ermittelte die Entwicklungsorganisation einen Zuwachs von rund 200 Milliarden Dollar.

Liste der „schlimmsten Steueroasen“

„Bei internationalen Konzernen ist Steuervermeidung mittlerweile Volkssport“, sagte Oxfam-Steuerexperte Tobias Hauschild.

Oxfam veröffentlichte unter der Überschrift „Steuerkämpfe“ den Bericht mit einer Liste von 15 Ländern, die Unternehmen besonders stark bei der Umgehung von Steuern helfen.

Den ersten Platz auf der Liste belegt Bermuda, gefolgt von den Cayman-Inseln, den Niederlanden, der Schweiz und Singapur. Auf den weiteren Plätzen stehen Irland, Luxemburg, Curaçao, Hongkong, Zypern, die Bahamas, Jersey, Barbados, Mauritius und die Britischen Jungferninseln.

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