Nationalratswahl 2017: Was Parteien für den Tourismus zu tun versprechen (Grafik: Pixabay)

Nationalratswahl 2017: Was Parteien für den Tourismus zu tun versprechen (Grafik: Pixabay)

Der Österreichische Reiseverband (ÖRV) hat rechtzeitig vor den Nationalratswahlen sechs entscheidende Fragen an die wahlwerbenden Parteien gestellt, die fünf größten Parteien haben geantwortet. „Alle Parteien sind sich der Bedeutung des Tourismus als wirtschaftlicher Wachstumsmotor bewusst“, sagt ÖRV-Präsident Dr. Josef Peterleithner.

„Einigkeit besteht darin, dass es in Zeiten des digitalen Wandels Maßnahmen bedarf, einen fairen Wettbewerb zwischen Online-Anbietern und dem Reisebüro mit zahlreichen Vorteilen wie persönlicher Betreuung und Kundensicherheit zu gewährleisten.“

Eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Einklang mit Arbeitnehmerrechten, wie sie gerade im Tourismus dringend benötigt wird, steht ebenso hoch im Kurs wie die Förderung von nachhaltigen Entwicklungsprojekten der Tourismuswirtschaft. Bei letzterem Thema stehen jedoch die Grünen etwas auf der Bremse, weil sie vor „negativen Auswirkungen des Massentourismus wie mangelnde Transparenz und Korruption“ warnen. Doch auch die Öko-Partei unterstreicht das große Potential nachhaltiger Tourismusprojekte.

Umstritten: Pauschalreiserichtlinie und Insolvenz-Absicherung

Auffassungsunterschiede gibt es bei der umstrittenen Pauschalreiserichtlinie, die den Begriff der Pauschalreise im Spannungsfeld zwischen Konsumentenrechten und Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit erweitert.

Entscheidungshilfe für Touristiker zur Nationalratswahl 2017: Was wollen die Parteien für den Tourismus tun?

Entscheidungshilfe für Touristiker zur Nationalratswahl 2017: Was wollen die Parteien für den Tourismus tun?

So sieht etwa die Sozialdemokratische Partei Österreichs laut ihrer E-Mail-Beantwortung keinen Nachbesserungsbedarf, während die anderen Parteien „überbürokratisierten oder gar branchenfeindlich ausgestalteten Lösungen“ (Grüne) und „unnötigen überschießenden Regulierungen“ (ÖVP) „die Giftzähne ziehen“ (FPÖ) wollen. NEOS sehen darin eine „Entmündigung der Konsumenten und eine Gefährdung zahlreicher Unternehmen (…) und Arbeitsplätze“. Die SPÖ betrachtet diese Sorgen als „unbegründet,… die Änderungen nur marginal und die Branche gut vorbereitet“.

Einer drohenden Verschärfung der Reisebürosicherungsverordnung bei Insolvenzen, die etlichen heimischen Unternehmen das Aus bescheren könnte, kann Österreichs Parteienlandschaft mehrheitlich nichts abgewinnen: Als „übertriebenen Konsumentenschutz“ bezeichnen etwa die NEOS derartige Überlegungen.

Die ÖVP verspricht „praktikable und wirtschaftlich tragfähige Lösungen“, und die Grünen fordern die „Verhinderung existenzbedrohender Folgen“ und wollen bei Insolvenzen die Airline-Betreiber verstärkt in die Pflicht nehmen. Einzig die Sozialdemokraten meinen, dass „Nachschärfungen sinnvoll“ sein können.

Weniger Bürokratie, attraktivere Lehrlingsausbildung, Hilfe gegen Personalmangel

Einig sind sich alle Parteien, dass der Tourismus ein attraktiver Arbeitgeber bleiben muss. Konkrete Vorschläge dazu: Die ÖVP will „spürbare Entlastungen von bürokratischen Hürden schaffen, damit Mitarbeiter und Unternehmer wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit haben“, die NEOS mehr Flexibilität.

Die FPÖ möchte die Lehrlingsausbildung fördern und attraktiver gestalten. Die SPÖ setzt sich für „regionale Entwicklungsprogramme zur langfristigen Ansiedlung von touristischen Fachkräften in Nachfrage-Regionen“ ein und will die Motive von Fachkräften und Lehrlingen, die den Tourismus verlassen, empirisch erheben lassen, um Voraussetzungen schaffen zu können, den Beruf attraktiver zu gestalten. Die Antworten der Parteien können Interessierte hier downloaden!

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