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Austrian Airlines setzt auf neue Strategie

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Austrian Airlines reformiert das Streckennetz und streicht diverse Flüge mangels Wirtschaftlichkeit
Austrian Airlines reformiert das Streckennetz und streicht diverse Flüge mangels Wirtschaftlichkeit

Mehr Power für den Luft-Standort Wien

Unter „dezentralem Verkehr“ versteht Austrian Airlines alle Flüge, die nicht vom Flughafen Wien starten, so etwa Salzburg-Frankfurt oder Linz-Düsseldorf. Flüge zwischen Wien und den Bundesländerflughäfen sind davon erstmal unberührt. Die vier Flugzeuge, die im Wet-Lease für die Konzernschwester SWISS in der Schweiz im Einsatz sind werden zum Ende des Winterflugplans nach Wien überstellt.

Unter „Wet Lease∑ versteht man das „Vermieten oder Anmieten eines Flugzeugs mit Besatzung“ (Wet Lease Agreement). Es handelt sich dabei um eine Vereinbarung zwischen Luftfahrtunternehmen, nach der ein Flugzeug unter dem „Luftverkehrsbetreiberzeugnis“ des Vermieters betrieben wird.

Im Zusammenhang damit wird Austrian Airlines die derzeit noch in Altenrhein, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz oder Salzburg bestehenden dezentralen Crew-Basen nach Wien verlegen. Die österreichweit 210 Betroffenen können aus den Bundesländern nach Wien wechseln. Alexis von Hoensbroech: „Es wird mit Sicherheit auch welche geben, für die das aus privaten Gründen schwierig ist. Für sie werden wir natürlich vernünftige, individuelle Lösungen finden.“

Der Abzug von Mitarbeitern und Flugzeugen von den Bundesländerflughäfen empört die Gewerkschaft vida. Sie warnt vor einer „regionalen Arbeitsplatzvernichtung“ und ortet „Systematik“ dahinter. Der vida-Vorsitzende Roman Hebenstreit vermutet den Auftrag dazu aus der deutschen Lufthansa-Zentrale.

„Mit dem Strategieprogramm wollen wir der Austrian Airlines einen kräftigen Modernisierungsschub geben. Um unsere Investitionsfähigkeit zu steigern, werden wir Komplexität reduzieren und uns zukünftig stärker auf das Kerngeschäft und den Hub-Verkehr in Wien konzentrieren“, sagt CFO Wolfgang Jani.

Das 10-Punkte-Programm DriveTo25 im Überblick

1. Operational Excellence. Trotz widriger Rahmenbedingungen – Stichwort Luftraumüberlastung – ist es Austrian Airlines 2018 gelungen, ihre Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit über dem europäischen Durchschnitt zu halten. 2019 will die AUA ihre internen Prozesse verbessern und mithilfe der Digitalisierung und einer engen Zusammenarbeit mit dem Flughafen Wien die „Operation“ wieder auf das von Kunden gewohnte Weltklasseniveau bringen.

2. Prozesse verbessern. Durch Vereinfachung, Digitalisierung und die Vermeidung von Doppelgleisigkeiten sollen in der Verwaltung und Operation 20 bis 30 Millionen Euro eingespart werden. Alexis von Hoensbroech:„Am Kunden wird nicht gespart.“

3. New Premium. Der Passgier und seine Bedürfnisse werden stärker in den Mittelpunkt aller Anstrengungen gestellt. Personalisierte Produktverbesserungen sollen die AUA als Carrier der ersten Wahl positionieren. Diese Lufthansa Group-weite Produktstrategie wird von Wien aus koordiniert.