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Sind Fluggesellschaften soziale Arbeitgeber?

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Alles paletti über den Wolken oder nur für Werbung? Sind Europas Fluggesellschaften wirklich gute Arbeitergeber? 5751 Crew-Mitglieder von 136 Airlines haben ihre Arbeitgeber kritisch bewertet (Foto: Oliver Rössler, LH)

Sind Piloten europäischer Fluglinien mit ihrem Arbeitgeber wirklich zufrieden? Mehr als 136 Fluggesellschaften wurden von Piloten in der wohl bisher umfassendsten Studie zur Ermittlung der besten und schlechtesten europäischen Fluglinien bewertet und eingestuft. Für ein Drittel der europäischen Fluggesellschaften gibt es Lob: Sie bieten für Pilotinnen und Piloten einen hervorragenden Arbeitsplatz.

Das Ergebnis einer Ende 2021 von der European Cockpit Association veröffentlichten Umfrage, an der 5751 Crew-Mitglieder teilnahmen, bringt viele Überraschungen und ist auch Passagiere bei der Wahl einer Airlines von Bedeutung.

Im Rahmen der Umfrage wurden die Crews gebeten, Kriterien wie die Verwendung prekärer atypischer Beschäftigungsformen in ihren Fluggesellschaften, vertragliche Vereinbarungen, Beziehungen zu den Gewerkschaften, Tarifverhandlungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu prüfen.

Ziel der Umfrage war es, eine Bestandsaufnahme der Zufriedenheit der Besatzungsmitglieder in Europas Cockpits vorzunehmen und einen Eindruck davon zu gewinnen, inwieweit die Fluggesellschaften tatsächlich ein attraktiver und sozialer Arbeitgeber sind. 

Piloten hatten die Möglichkeit, ihren Arbeitgeber einzuschätzen und zu bewerten. Diese Bewertung soll jenen helfen, die nach der Covid-Krise, wenn der Arbeitsmarkt wieder Fahrt aufnimmt, nach Orientierungshilfen suchen. Wo sind die besten Jobs in der Branche und welche Fluggesellschaften sollte man besser meiden?

5751 Crew-Mitglieder haben ihre Arbeitgeber – 136 europäische Fluggesellschaften – unter die Lupe genommen

Für eine große Zahl von Beschäftigten, die Kündigungen oder drastische Gehaltskürzungen unter dem Deckmantel der Krise erlebt haben, wird es wichtig sein, einen guten, stabilen und sozial verantwortlichen Arbeitgeber wählen zu können. Die ECA-Umfrage zeigt, dass es solche Fluggesellschaften gibt, aber nicht nur.

Pilotinnen und Piloten, die angaben, dass sie stolz sind, für ihre Airline zu arbeiten und am Erfolg beteiligt sind, findet man bei Gesellschaften mit dem Prädikat Social Excellence. Air France führt die Liste der Social Excellence an, mit Condor, Wideroe, KLM, Lufthansa, Austrian Airlines und fast 40 anderen in dieser Spitzenkategorie.

Eine Stufe hinter der Social Excellence liegen die Social Partner-Fluggesellschaften, die zwar in fast allen Aspekten gut abschneiden, bei denen Pilotinnen und Piloten aber noch Raum für Verbesserungen sehen. Zu diesem Segment gehören Fluggesellschaften wie ASL Airlines, Brussels Airlines, Air Europa, Jet2, SAS, TAP und andere. 

Fluggesellschaften als soziale Außenseiter

Die dritte Kategorie, Social Snail, umfasst Fluggesellschaften, die sich zwischen Social Partner und Social Junk bewegen. Sie schneiden in einigen Bereichen gut ab, in anderen jedoch (manchmal stark) unterdurchschnittlich. Zu den Hauptakteuren in dieser Kategorie gehören z. B. Turkish Airlines, Malta Air, Volotea und Aegean Airlines.

In der vierten Kategorie, den sozialen Außenseitern, finden sich prominente europäische Billigairlines wie Ryanair, Buzz, Lauda und Wizz. Diese Fluggesellschaften schneiden bei fast allen Aspekten schlecht ab, und die Crews zeigen wenig Wertschätzung oder Zufriedenheit mit diesen Arbeitgebern.

Die am schlechtesten bewerteten Fluglinien schließlich, der Social Junk, sind – wenig überraschend – kleinere Unternehmen, die oft unter dem Radar der öffentlichen Aufmerksamkeit und Prüfung fliegen, wie SmartLynx und Avion Express. 

Die Befragten hatten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit der Airline, für die sie tätig sind, zu kommentieren. Laut ECA beklagten viele PilotInnen bei bestimmten Fluglinien Ausbeutung, Missbrauch, Umgehung europäischer Gesetze, Missachtung der Sicherheit und andere Missstände.

Andreas Strobl, Präsident der Austrian Cockpit Association (ACA), über die Ergebnisse: „Es gibt aber auch die Chance, dass unsere Umfrage eine positive Spirale und einen gesunden Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften in Gang setzt. Einen Wettbewerb um die Sicherheitsexperten in ihren Cockpits, Pilotinnen und Piloten, denen man gute Arbeitsbedingungen bieten will.“

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