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Ryanair krallt sich Laudamotion

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Ryanair-Maschinen vorm Start
Ryanair hat sich bei Laudamotion eingekauft, um von Wien aus noch mehr Passagiere zu befördern

Das ist der Knaller: Die Low Fare Airline Ryanair hat mit Niki Lauda einen Vertrag über den Kauf der kürzlich gegründeten Laudamotion abgeschlossen. Ryanair will Laudamotion als österreichische Airline mit Sitz in Wien weiterentwickeln und ausbauen. Mit diesem Blitz-Coup hat Ryanair-CEO Michael O’Leary seinen britischen Billigflieger-Mitbewerber easyJet ausgestochen, der gleichfalls am Einstieg bei Lauda interessiert, um seinen Hub in Wien auszubauen.

Die Fluglinie Laudamotion ist im Besitz von Niki Lauda, zu deren Vermögenswerte unter anderem A320 Flugzeuge aus der früheren Airline NIKI gehören. In den nächsten Wochen startet die Airline ihre Linien- und Charterflüge mit Verbindungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorwiegend zu Urlaubsdestinationen am Mittelmeer.

Ryanair wird gemäß dem Vertrag zunächst 24,9 Prozent an Laudamotion übernehmen und später nach Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden der EU seine Anteile auf 75 Prozent aufstocken. Niki Lauda wird CEO im neu geschaffenen Board von Laudamotion und in seiner neuen Position auch weiterhin für die Implementierung der Strategie – Etablierung von Laudamotion als österreichische Low Fare Airline – verantwortlich sein.

Wieviel investiert Ryanair in Laudamotion?

Ryanair wird den finanziellen und Management Support bereitstellen und sechs Wetlease-Flugzeuge zur Verfügung stellen, um das geplante Laudamotion Flugprogramm mit 21 Flugzeugen sicherzustellen.

Die Kosten für dieses 75-Prozent-Investment in Laudamotion werden etwa bei 50 Millionen Euro liegen, wobei Ryanair im ersten Jahr weitere 50 Millionen Euro für Start-Up und Kosten aus dem operativen Bereich übernehmen wird. Gewinn für Lauda: 3 Millionen Euro.

Niki Lauda und Ryanair werden mit dem bestehenden Management Team von Laudamotion weiterarbeiten und rechnen damit im dritten Jahr der Partnerschaft profitabel operieren zu können. Der Plan dafür sieht ein Wachstum der bestehenden Airbus Flotte auf 30 Flugzeuge vor.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt diese Partnerschaft Jobsicherheit her und ermöglicht zudem Karrieremöglichkeiten sowie Wachstum in allen Bereichen bei Laudamotion – von Cockpit Crew über Kabinenpersonal, Technik bis zu Mitarbeitern in der Administration. Passagiere profitieren von mehr Wettbewerb, der unmittelbar zu einer größeren Flugauswahl und günstigeren Tarifen führt.

Ryanair-CEO Michael O'Leary
Ryanair-CEO Michael O’Leary
Ryanair-CEO Michael O’Leary: „Wir freuen uns gemeinsam mit Niki Lauda seine Vision einer erfolgreichen österreichischen Low Fare Airline für den Linien- und Chartermarkt zu entwickeln. Bei Laudamotion kommt eine Airbus Flotte zum Einsatz, das ist ein Projekt, das wir in der Ryanair Gruppe seit einigen Jahren verfolgen. Laudamotion wird von der Partnerschaft stark profitieren. Die Airline bekommt Zugang zur Ryanair Flotte und unseren finanziellen Ressourcen. Laudamotion kann damit in einem Markt, der mit Austrian und Swiss von der Lufthansa Gruppe und ihren Hochpreistickets dominiert wird, rascher wachsen.“

„Für Kunden aus Österreich und Deutschland bedeutet die Partnerschaft mit Laudamotion gute Nachrichten. Sie können sich auf echten Wettbewerb, mehr Auswahl und günstigere Tickets freuen. Gute Nachrichten auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Laudamotion. Sie profitieren von einer verbesserten Jobsicherheit und mehr Karrieremöglichkeiten in Wien und anderen Stationen. Gemeinsam mit Niki Lauda und seinem Team arbeiten wir daran Laudamotion – Österreich`s Low Fare Airline groß zu machen“, so O’Leary.

Niki Lauda
Niki Lauda holt Ryanair an Bord
Und was sagt Niki Lauda zum Einstieg der irischen Low Fare Airline in sein frisch gegründetes Flugunternehmen? „Ich stehe für Wettbewerb und jeder weiß, dass ich Monopolen kritisch gegenüber stehe. Deshalb begeistert mich diese Partnerschaft mit Ryanair. Laudamotion kann sich jetzt als starker Mitbewerber behaupten und hat die Möglichkeit rasch und nachhaltig zu wachsen. Ein neuer Player in der Airlinewelt ist geboren und mein Ziel ist es, unseren Passagieren ein umfassendes Streckennetz zu günstigen Preisen zu bieten“, so der stets geschäftstüchtige Mann mit dem roten Novomatic-Kapperl.

Und hat damit wieder einen publikumswirksamen Mega-Coup gelandet, der sein Business beflügeln wird. Schließlich hat er ja „nichts zu verschenken“!