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So werden Passagiere mit Gepäck abkassiert

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Wo PasMehr Rechte für Passagiere oder für Airlines?sagiere von Airlines abkassiert werden
Mehr Rechte für Passagiere oder mehr Rechte für Airlines? Das ist die Frage, an der sich die Geister der EU-Kommission und der EU-Parlamentarier scheiden. Die Dummen am Ende sind die Fluggäste (Foto: Tripadvisor/Flughafen Leipzig/Halle)

Wo Passagiere von Airlines abkassiert werden
Wenn es um Zusatzgebühren geht, die den Gewinn steigern sollen, sind Airlines innovativ und unverschämt: Für inkludierte Leistungen werden Fluggäste nochmals zur Kasse gebeten (Foto: Tripadvisor/Flughafen Leipzig/Halle)
Abcashen, abzocken, abkassieren! Mit Extra-Gebühren für bisher inkludierte Standardleistungen erhoffen sich Fluggesellschaften mehr Gewinn. Besonders unverschämt sind die Zusatzkosten für Gepäckstücke. Viele Airlines – egal ob Linien- oder Billigfluggesellschaft – zocken ihre Kunden regelrecht ab, indem sie auf einen zunächst günstigen Flugpreis bis zu 70 Euro pro Gepäckstück und Strecke aufschlagen.

Durch die hohen Gebühren zahlen Familien bis zur Hälfte des Flugpreises nochmal für das Gepäck drauf und die Fluggesellschaften kassieren ein beachtliches Körberlgeld. Deshalb lohnt sich ein Preisvergleich inklusive Gepäckkosten. Familien kann dann bis zu 300 Euro im Vergleich zum vermeintlich günstigsten Angebot sparen.

Das Vergleichsportal Check24 hat die Abzockmaschen der europäischen Fluggesellschaften mit dem Gepäck sowie einige Beispiele für hohe Gebühren und Ersparnisse durch einen Preisvergleich inklusive Gepäckkosten zusammengestellt. Hier können Sie eine komplette Übersicht europäischer Airlines mit Gebühren als PDF herunterladen und die Zusatzkostenvergleichen.

Und so werden Passagiere mit Gepäck von den Fluggesellschaften zur Kassa gebeten:

  • Gepäckaufgabe am Flughafen
  • Während ein im Voraus gebuchtes Gepäckstück in der Regel zwischen sechs und 35 Euro kostet, schlagen die Airlines bei erst am Flughafen eingechecktem Gepäck richtig zu. Das erste Gepäckstück am Flughafen kostet z. B. bei Air Berlin im Billigtarif „JustFly“ 70 Euro pro Strecke und damit fast das Fünffache mehr als bei Onlinebuchung (15 Euro pro Strecke). Dies ist ein Aufschlag, der durch keinen Aufwand gerechtfertigt ist.

  • Gepäck für Kleinkinder
  • Kleinkinder unter zwei Jahren benötigen kein eigenes Ticket, da sie auf dem Schoß der Eltern mitfliegen. Bei einigen Fluggesellschaften haben Kleinkinder dennoch ein Freigepäck von zehn Kilogramm. Bei anderen Airlines müssen die Eltern ein zweites Gepäckstück aufgeben – z. B. für 70 Euro pro Strecke bei Air France.

  • Handgepäckmaße
  • Im Zuge der Gepäckgebühren haben einige Fluggesellschaften wie z. B. KLM oder Air France ihre zulässigen Handgepäcksgrößen verkleinert. Kunden, die sich nicht vorher informieren, zahlen im schlechtesten Fall 60 Euro nach und müssen das Handgepäck aufgeben. Auch Air Berlin hat die Handgepäckregeln verschärft: Jedes Handgepäckstück muss beim Check-in-Schalter gewogen und mit einem JustFly- Handgepäcklabel versehen werden. Wer es vergisst, riskiert, nicht mitgenommen zu werden.

  • Extragebühren bei Umsteigeverbindungen
  • Die Billigairline Vueling verlangt von ihren Kunden nicht nur pro Strecke Gepäckgebühren, sondern sogar pro Teilstrecke bei Umsteigeverbindungen. Für die Hin- und Rückflug Berlin–Barcelona zahlt ein Kunde 26 Euro (13 Euro pro Flug) für sein Gepäck. Bei gleicher Strecke mit Umstieg in Madrid zahlt er 56 Euro (14 Euro pro Teilstrecke).

  • Intransparente Gebührenhöhen
  • Viele Billigairlines verlangen keine einheitliche Gepäckgebühr. Die Preise variieren je nach Strecke und Saison z. B. bei Norwegian Air Shuttle zwischen sechs und 71 Euro. Zum Teil steigt dadurch der Flugpreis nochmal um 50 Prozent, wie das Beispiel einer Familie mit zwei Kindern zeigt: Sie fliegt für 320 Euro mit Wizz Air von Dortmund nach Budapest und zurück und bezahlt für ihr Gepäck nochmal 160 Euro (40 Euro p. P.) extra.

    Zudem erschweren einige Airlines die Nachbuchung durch ausschließlich telefonischen Service (häufig kostenpflichtig!). Bei Air Dolomiti ist die Gepäckbuchung nur telefonisch und zu eingeschränkten Zeiten möglich – wer dies nicht gleich nach Buchung macht, zahlt ordentlich drauf: Direkt am Tag nach der Buchung kostet ein Koffer 29 Euro, bis einen Werktag vor dem Abflug 35 Euro, weniger als einen Werktag vorher 50 Euro.

    Preisvergleich inklusive Gepäckkosten spart Familien bis zu 300 Euro

    Verbraucher sollten Flugpreise immer nur inklusive Gepäckgebühren vergleichen. Wenn eine vierköpfige Familie für einen Hin- und Rückflug München nach Venedig den vermeintlich günstigsten Flug ohne Gepäck wählt, zahlt sie fast 300 Euro zu viel.

    Denn der Flug kostet für alle ohne Gepäck 534 Euro, inklusive Gepäckgebühren aber 844 Euro. Der zweitgünstigste Flug kostet in diesem Beispiel dagegen nur 550 Euro inklusive Gepäck und damit effektiv 300 Euro weniger. Der CHECK24-Flugvergleich bietet die Möglichkeit, die Preise inklusive Gepäckaufschläge oder auch nur Airlines mit kostenlosem Freigepäck anzuzeigen. Redaktion: Georg Karp/TRAVELbusiness

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