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Wie Airlines mit Zusatzgebühren die Flugpreise verteuern

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Weltreisender gesucht!
Das ist die große Chance für alle, die schon immer eine Traumreise rund um den Erdball machen wollten: TV Marco Polo sucht einen Weltreisenden, der drei Monate unterwegs ist (Foto: iStock)

Ein Koffer geht auf Reisen
Billig fliegen und Koffer mitnehmen? Nicht bei allen Billigfliegern ist das kostenfrei. Viele Low Cost Carrier und auch Linienfluggesellschaften holen sich bei den Passagieren ein Körberlgeld, mit dem Sie ihre Erträge auffetten (Foto: Istock)
Der Schmäh mit dem Billigflug ist alt und abgenutzt. Denn wer mit einem Low Cost Carrier Geld bei der Geschäftsreise oder beim Urlaub sparen will, fliegt oft teurer als mit einer Linienmaschine. Für sogenannte Schnäppchen bei Billigfliegern zahlen die Reisenden meistens mehr als nur den reinen Flugpreis. Der Grund: Die von Krisen und Pleiten bedrohten Airlines haben ihre Gebühren-Einnahmequellen bei der Buchung perfekt versteckt.

Eigentlich dürfen nur staatliche Institutionen und Kommunen Gebühren einheben. Für Fluggesellschaften ist es jedoch ein magisches Zauberwort, um zusätzliche Einnahmen zu lukrieren. Und meist ist der „Sonder-Obolus“, so das deutsche Magazin stern, „für bestimmte Leistungen wie Sportgepäck oder ein Buchungsentgelt auf den ersten Blick nur schwer zu entdecken.“

Gepäck: Billigflieger verlangen oft für das erste Gepäckstück Geld. Bei Ryanair fallen je einfachem Flug in der Nebensaison bei Internet-Buchung 15 Euro für einen Koffer bis 15 Kilogramm an. Das zweite Gepäckstück kostet dann bereits mehr als das Doppelte – 35 Euro. In der Hauptreisezeit und bei der Buchung am Airport verlangt der Billigflieger für das zweite Gepäckstück sogar bis 150 Euro.

Germanwings kassiert bei Buchung im Internet für das erste Gepäckstück bis zu 11,90 Euro und am Flughafen 23,80 Euro. Easyjet verlangt online ab elf Euro. Auch airberlin will teilweise Gebühren. Condor und Tuifly nehmen je nach Flugziel gerade noch ein Gepäckstück kostenlos mit. Handgepäck ist je nach Größe und Gewicht meistens gratis.

Über-und Sportgepäck: „Nicht selten erlauben Airlines mindestens 20 Kilo Freigepäck, selten gilt die Obergrenze auch bei mehreren Gepäckstücken. Für jedes weitere Kilo Gepäck und einen weiteren Koffer werden pro Strecke teils saftige Zuschläge erhoben“, so das Magazin stern. Tuifly verlangt zum Beispiel am Schalter zehn, Easyjet gar vierzehn Euro. Aber auch für Sportgeräte wie Surfbrett oder Fahrräder fallen Zusatzkosten an. Ryanair will bei der Onlinebuchung 50 Euro. Bei Germanwings werden – abhängig von der Ausrüstung – bis zu 47,60 Euro fällig, bei airberlin ab 50 Euro. Die Preise gelten stets für den einfachen Flug.

Sitzplatzreservierung: Bei einigen Billigfliegern ist das Reservieren eines Sitzplatzes nicht möglich, bei so manch anderen jedoch kostet es extra. airberlin verlangt pro Person und Strecke zehn Euro auf Kurzstrecken und 15 Euro für längere Strecken. Tuifly casht bis zu fünfzehn Euro auf normalen Sitzplätzen ab, für XL-Sitze gar bis zu 25 Euro. Ryanair bietet eine optionale Sitzplatzreservierung für zehn Euro pro Strecke. Bei Easyjet gibt’s Reservierungsmöglichkeiten schon ab vier Euro, ab Ende November 2012 bekommt man einen Sitzplatz zugewiesen. Zusätzlich bietet Easyjet für einen Aufpreis von 23,50 Euro das „Speedy Boarding“ an, um unter den Ersten an Board gehen zu können. Ein ähnliches Angebot („Priority Boarding“) ab fünf Euro hat auch Ryanair.

Buchungsart: Bei einigen Gesellschaften ist nur die Buchung per Internet kostenlos. Für eine telefonische Bestellung werden pro Strecke Extragebühren fällig. Tuifly will fünf Euro pro Strecke, Germanwings bis zu 9,52 Euro.

Bearbeitungspauschalen: Zum Teil wollen Fluggesellschaften auch Pauschalentgelte für die Bearbeitung von Buchungen. Auch das ist eine Methode, mehr Umsatz zu lukrieren. Bei Easyjet etwa fallen elf Euro an. Ryanair will sechs Euro pro Person und Strecke. Lufthansa, airberlin und einige Reiseportale verzichten bei der Online-Buchung auf Pauschalen, andere Flugbuchungsseiten verlangen jedoch ein „Buchungsentgeld“ oder ein „Reservierungsentgelt“.

Bezahlen mit der Kreditkarte: Alle Billigflieger haben kostenlose Zahlungsvarianten. Aber der Hinweis auf diese Möglichkeit wird gut versteckt. Eine Buchung mit der Kreditkarte kostet meist Gebühren. Easyjet will für Kreditkarten wie von Visa oder Mastercard eine Zusatzgebühr von mindestens sechs Euro oder 2,5 Prozent des Buchungswertes. Passagiere bei Germanwings zahlen 9,50 Euro, bei Tuifly bis zu 8,33 Euro, bei Condor zehn Euro.

Versicherungen: Wer sein Ticket im Internet bestellt, läuft bei vielen Fluggesellschaften Gefahr, ungewollt eine kostenpflichtige Reiseversicherung mit abzuschließen. Teils ist das entsprechende Kästchen auf der Internetseite automatisch angekreuzt und muss erst weggeklickt werden, teils sind dafür bis zu drei Klicks und Bestätigungen nötig. (Quelle: stern.de)

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