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Ölpreise und Inflation bremsen Dienstreisen

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Ölpreise und Inflation bremsen Geschäftsreisen
Krieg in der Ukraine, EU-Sanktionen gegen Russland sowie Ölpreise und Inflation verteuern Geschäftsreisen

Wird 2022 noch einigermaßen ein gutes Geschäftsreisejahr? Mehr als zwei Jahre lang hat die COVID-19-Pandemie bisher das Geschäftsreise-Geschehen bestimmt, jetzt erschweren zusätzlich der andauernde Krieg in der Ukraine und die vielen Sanktionen der EU gegen Russland das globale Business, bringen Konzerne, Unternehmen und KMU-Firmen ins Trudeln. Anders als lange zu erwarten, bereiten Travel Managern in Deutschland, Österreich und in der Schweiz hierbei allerdings nicht nur pandemiebedingte Gesundheits- und Sicherheitsbedenken Kopfzerbrechen, sondern die steigenden Ölpreise und die Inflation, denn diese machen Geschäftsreisen noch teurer als bisher.

40 Prozent der deutschen Travel Manager sehen diese laut der vierten jährlichen SAP Concur Global Business Travel Survey 2022 als größte Bedrohung für Geschäftsreisen an – und zwar mit Abstand. Darauf folgen die Unsicherheit in Bezug auf sich ändernde Reiserichtlinien (15 Prozent) und anhaltende Herausforderungen in der Lieferkette (12 Prozent). Nur noch 10 Prozent der deutschen Travel Manager schätzen die pandemiebedingten Gesundheits- und Sicherheitsbedenken als größte Gefahr für Geschäftsreisen ein. 

Im weltweiten Vergleich zeichnet sich allerdings ein anderes Bild: Hier ranken die Gesundheits- und Sicherheitsbedenken durch die COVID-19-Pandemie immer noch auf dem ersten Platz (24 Prozent) – im asiatischen Raum geben sogar fast die Hälfte der Travel Manager diese als größte Gefahr an (47 Prozent). Nichtsdestotrotz sind Ölpreise und Inflation auch weltweit spürbar: Immerhin 22 Prozent der Travel Manager rund um den Globus äußern hierzu Bedenken.

Nachfrage nach Geschäftsreisen ist groß

Das angespannte Marktumfeld zwischen Pandemie und aktueller Wirtschaftslage trifft auf die klare Bereitschaft zum Reisen: Fast alle Geschäftsreisenden in Deutschland (99 Prozent) und weltweit (98 Prozent), wollen wieder auf Reisen gehen. Allerdings ist in Deutschland aktuell die Hälfte der Geschäftsreisenden weniger unterwegs als gewünscht (50 Prozent), weltweit ist eine ähnliche Tendenz erkennbar (39 Prozent).

Ölpreise und <Inflation machen Flüge und Hotels teurer
Bedingt durch höhere Ölpreise und Inflation werden Flugtickets und Hotels für Geschäftsreisende teurer

Die deutschen Geschäftsreisenden vermissen die beziehungsfördernden Aspekte von persönlichen Kontakten mit Kunden sowie Kolleginnen und Kollegen (52 Prozent), die Produktivität von persönlichen Treffen (50 Prozent) sowie die Verbindung zur Welt durch das Erleben neuer Orte und Kulturen (44 Prozent). Deutlich ist auch der Wunsch nach einem Gefühl der „Normalität“ in der Branche (46 Prozent). 

Geschäftsreisende fordern mehr Flexibilität

Während sich Travel Manager vor allem angesichts der aktuellen Wirtschaftslage besorgt äußern, stellt für ein Viertel der deutschen Geschäftsreisenden (25 Prozent) weiterhin die COVID-19-Pandemie die größte Gefahr auf dem Weg in die (neue) Normalität dar.

Aber auch Geschäftsreisende spüren den Druck steigender Ölpreise und Inflation: 16 Prozent nennen diese als größte Gefahr für Geschäftsreisen. Der Ukraine-Krieg geht ebenfalls nicht spurlos an ihnen vorbei: Dieser hat 36 Prozent der Geschäftsreisenden zögerlicher gemacht, nach Osteuropa zu reisen.

Zudem geben sie an, dass ihr Unternehmen neue Richtlinien für Reisen nach Osteuropa eingeführt hat (32 Prozent), Tarife für Geschäftsreisen gestiegen sind (28 Prozent) oder eine oder mehrere ihrer geplanten Reisen abgesagt wurden (25 Prozent).

Um weiterhin gesund und sicher unterwegs zu sein, haben die Geschäftsreisenden klare Vorstellungen in puncto Flexibilität: Knapp die Hälfte hält es für erforderlich, dass sie ihre präferierten Verkehrsmittel (45 Prozent) und Unterkünfte (44 Prozent) auswählen dürfen. Darüber hinaus ist es ihnen wichtig, über die Dauer ihrer Reise entscheiden zu dürfen (39 Prozent) und ihre Reisepläne ohne Konsequenzen ändern zu können (35 Prozent).

Nachhaltigkeit: Geschäftsreisende werden aktiv

Die Studienergebnisse von SAP Concur zeigen auch, dass nicht alle Änderungen des Reiseverhaltens auf externe Einflüsse wie den Ukraine-Krieg zurückzuführen sind. Geschäftsreisende verändern darüber hinaus selbstbestimmt ihr bisheriges Reiseverhalten, um ihren CO2-Fußabdruck zu verringern.

Beispielsweise haben vier von zehn Geschäftsreisenden (39 Prozent) vor, Alternativen zu Flugreisen wie das Reisen mit dem Auto oder der Bahn zu bevorzugen. Außerdem will ein Drittel der reisenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (32 Prozent) die Gesamtzahl ihrer Reisen verringern. Dafür sollen verschiedene kleinere Reisen zu einem längeren Business-Trip zusammengefasst werden, wenn diese zeitlich und geografisch nah beieinander liegen.

Ebenfalls je ein Drittel der Geschäftsreisenden will Reisen mit kürzeren Entfernungen den Vorzug geben (29 Prozent), Zwischenstopps vermeiden (32 Prozent) und häufiger öffentliche Verkehrsmittel nutzen (33 Prozent). Um ihre Reiseentscheidungen informiert treffen zu können, ist es für neun von zehn der Geschäftsreisenden (90 Prozent) wichtig, dass sie bei der Buchung ihrer Geschäftsreise Informationen zur Nachhaltigkeit der verschiedenen Reiseoptionen erhalten. 

Schweren Zeiten für Travel Manager

Die aktuellen Entwicklungen sorgen dafür, dass ihre Rolle nach Angaben fast aller deutschen Travel Manager (99 Prozent) in den nächsten 12 Monaten anspruchsvoller wird. „Die hohen fossilen Energiepreise und die rasant ansteigende Inflation treffen auf ein sensibles Marktumfeld, das sich ohnehin in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Es liegt an den Geschäftsreiseverantwortlichen, die Kostenfrage mit Nachhaltigkeitsbestrebungen und Mitarbeiterbedürfnissen in Einklang zu bringen“, meint Götz Reinhardt, Managing Director MEE bei SAP Concur.

„Um in dieser anspruchsvollen Situation handlungsfähig zu bleiben, müssen Mitarbeitende stärker einbezogen und befähigt werden, selbst verantwortungsvolle und informierte Entscheidungen zu treffen. Sowohl mit Blick auf die Reisekosten, die bedingt durch steigende Ölpreise und Inflation in die Höhe gehen, als auch auf Sicherheits- und Nachhaltigkeitsaspekte. Agile Geschäftsreiseprogramme, die unserer schnelllebigen Welt gerecht werden, lassen sich nur mithilfe digital-verknüpfter Cloud-Lösungen umsetzen“, sagt der SAP Concur-Boss.

So wurde die Studie abgewickelt: Die vorliegende SAP-Concur-Studie wurde von Wakefield Research (www.wakefieldresearch.com), einem führenden unabhängigen Anbieter von quantitativer, qualitativer und hybrider Marktforschung, unter 3.850 Geschäftsreisenden (definiert als Personen, die in den letzten 24 Monaten mehr als drei Mal geschäftlich reisen) aus 25 Märkten und 700 Travel Managern (definiert als Personen, die Reiseprogramme für Unternehmen leiten oder verwalten) aus sieben Märkten durchgeführt, darunter 300 Geschäftsreisende und 100 Travel Manager aus Deutschland. Die unabhängige Online-Erhebung fand von April bis Mai 2022 statt. 

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