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Risiken in Emerging Countries kehren zurück

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Die Revolutionswelle in der arabischen Welt hat neue politische, kulturelle und institutionelle Forderungen in den Gesellschaften der Wachstumsländer offengelegt. Um die Bereitschaft und Fähigkeit einer Gesellschaft zum politischen Umbruch zu analysieren, beobachtet und interpretiert Coface – führender Anbieter im Forderungsmanagement weltweit mit eigenen Gesellschaften und Niederlassungen in 66 Ländern – zwei Arten von Indikatoren.

Faktoren wie Inflation, Arbeitslosigkeit oder Korruption zeigen das Ausmaß der sozialen und politischen Frustration und damit das Druckpotenzial in einem Land in Richtung Wandel.

Indikatoren wie Bildung, soziale Vernetzung, Anteil junger Menschen, Rolle der Frauen zeigen, inwieweit eine Gesellschaft Unzufriedenheit auch in politische Aktionen umsetzen kann.

Unter den 30 untersuchten Emerging Countries ragt die Region Nordafrika und Mittlerer Osten bei beiden Kriterien heraus. Es gibt also einen starken Veränderungsdruck und entsprechende Mittel zur Veränderung.

Die Coface-Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Region weiter stark von Instabilität bedroht bleibt. Insbesondere in den Ländern, in denen nachrevolutionäre Regime ihre Unfähigkeit bewiesen haben, die Bedürfnisse der Bevölkerung, aufgrund derer sie ursprünglich an die Macht gekommen sind, zu erfüllen.

Nigeria, Russland, Kasachstan und China weisen derzeit ähnliche oder höhere Frustrationsgrade auf als Tunesien oder Ägypten. Die Fähigkeit zum Wandel ist hier aber weniger ausgeprägt. Dies begrenzt die Möglichkeit, Unzufriedenheit in einen radikalen politischen Um-bruch münden zu lassen. 

Wachsender Protektionismus problematisch für Geschäfte

Seit 2008 setzen Schwellenländer Mittel zur Kapitalkontrolle und protektionistische Maßnahmen ein, um ihre Wirtschaft vor externen Entwicklungen zu schützen. Dies stellt aber auch ein Risiko für Unternehmen dar.

Russland, Argentinien und – in einem geringeren Ausmaß – Indien haben bei weitem den höchsten Grad an Protektionismus. Mexiko, Südafrika und die Türkei sind dagegen weiterhin weitgehend offen für den internationalen Handel.

Bei restriktivem Verhalten von Ländern können sich Zahlungsverzögerungen noch weiter ausdehnen. Zudem erhöhen sich die Zugangsbarrieren für Exporteure in diese protektionistischen Länder.

Diese Effekte dürften insbesondere die fortschreitende Internationalisierung der Produktionsprozesse beeinträchtigen und Unternehmen in diesen Wertschöpfungsketten belasten. Zudem werden europäische Unternehmen, die aufgrund der verhaltenen Inlandsnachfrage nach Wachstumsmöglichkeiten suchen, wahrscheinlich ausgebremst.

Risiko einer Kreditblase in asiatischen Wachstumsmärkten steigt

Die expansive Geldpolitik in Wachstumsmärkten seit der Krise 2008/2009 und Versäumnisse in der Kontrolle haben für eine stetige Zunahme der Bankkredite gesorgt bis hin zur Bildung von Kreditblasen.

Beim Vergleich des Kreditvolumens und des Kreditwachstums als Indikatoren für eine Blase sieht Coface die Schwellenländer in Asien am meisten gefährdet: Malaysia, Thailand und – etwas geringer – Südkorea, China und Taiwan.

Obwohl das Kreditvolumen an den privaten Sektor in anderen Ländern nicht so hoch ist, wächst es dennoch schnell. Chile, die Türkei, Russland und Venezuela stehen ebenfalls kurz vor einem Kreditboom.

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