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Warum Geschäftsreisebüros auf die Airlines sauer sind

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Reisemängel? Was tun?
Reisemängel? Was tun? Wie reklamieren? Wann Reisende für den verpatzten Urlaub Entschädigung verlangen können, verrät eine Expertin (Illustration: Istockphoto)

Lufthansa: Passagiere sollen ihren Koffer selbst aufgeben
Die Airlines müssen sparen und bitten immer öfter die Reisenden für Zusatzleistungen zur Kassa. Vor allem die neuen Gebühren für das Gepäck sorgen für schlechte Stimmung bei den Travel Management Companies (Illustration: Istockphoto)
Kommen schlechte Zeiten auf die Travel Management Companies zu? Es scheint so: Denn viele Sparmaßnahmen der Airlines signalisieren, dass Fliegen teurer wird. Kein Wunder, dass Hannes Schwarz, Managing Director von FCm Travel Solutions, für die Travel Management-Branche schwarz sieht.

Die traditionellen Fluglinien nähern sich immer mehr den Low Cost Airlines an, der Service bei den Billigtickets wird sich schon in naher Zukunft auf die reine Transportleistung von A nach B beschränken – ohne jegliche gewohnte Annehmlichkeiten. Das bedeutet: Man wird keinen Sitzplatz im voraus buchen können – frühestens beim Web Check in, kein Gepäck kostenfrei aufgeben können, Snacks, Mahlzeiten, Getränke und Zeitungsservice werden gestrichen – ausser der Passagier zahlt extra dafür.

Bei manchen Airlines wird man auch fürs Handgepäck bezahlen müssen. Und wenn man am Flughafen nicht online einchecken möchte, wird dafür ebenso eine Gebühr fällig werden, und man wird das Ticket auch sofort ausstellen müssen, ohne Zeit etwaige Genehmigungen einzuholen.

Wenn man sich die Realität ansieht, dann kommt fast jeden Tag eine andere Airline mit neuen, restriktiveren Bestimmungen für den Reisenden – wie KLM, Air France und SAS mit speziellen Gepäcksbestimmungen bei Billigtickets.

FCm-Managing Director Hannes Schwarz
FCm-Managing Director Hannes Schwarz (Foto. Wilke)
Fast jede Airline hat bereits ihre eigenen Gepäckbestimmungen und es wird immer undurchsichtiger und teurer. Lufthansa lagert viele ihrer Europa- und innerdeutschen Strecken bei ihrer Tochter Germanwings aus und umgeht damit der „full content“-Vereinbarung – nämlich in allen Vertriebskanälen den gleichen Flugpreis anzubieten.

So werden Flugtarife über Nacht geändert und Tickets bis zu 200 Euro teurer und haben oftmals schlechtere Bedingungen. Das heißt, die Reisebüros werden in Zukunft gezwungen sein, die Tickets noch am gleichen Tag auszustellen, um den Kunden den Preis garantieren zu können und nicht die automatische Faregarantie von Amadeus zu verlieren.

Das Geschäftsreisebüro kann heute nicht mehr der flexible Dienstleister sein, der wir alle gerne sein möchten, weil uns die Airlines viel zu viel einschränken und uns immer neue Knüppel zwischen die Beine werfen. Technisch müssen sich alle großen Travel Management Companies darauf einstellen, die Ancillary Fees, die Gebühren für Zusatzleistungen, auch abbilden und reporten zu können.

Dafür ist es aber unumgänglich, das alle Services und jeder Tarif im GDS dargestellt und auch buchbar sind. Tarife oder Services nur im Internet können zwar gebucht, aber nie reportet werden bzw. es kann auch für diese Flüge kein Traveler Tracking geben, da der Flug übers Internet gebucht wurde, nirgends aufscheint oder nachzuverfolgen ist.
Hannes Schwarz
Managing Director FCm Travel Solutions

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