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Wie Kroaten zu Geschäftsfreunden werden

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Was man wissen muss, wenn man Businessbezieheungen mit Kroaten aufnehmen will (Foto: TimZur, Pixabay)

Kroatien gehört zu den beliebten Reisezielen – nicht nur für Urlauber. Immer öfter schicken österreichische und deutsche Unternehmen ihre Mitarbeiter auf Geschäftsreise nach Kroatien. Um in diesem Land erfolgreich agieren, bedarf es einiger Verhaltensregeln zu den Gepflogenheiten im Businesskontakt mit Kroaten. Was ist also zu beachten?

Verweisen auf die engen Verbindungen mit Österreich und die gemeinsame Geschichte – das hören die Kroaten gerne, da man sich dort oft am österreichischen Vorbild misst. 

Obwohl Deutsch und Englisch weit verbreitet sind und als Geschäfts- und Korrespondenzsprache breite Verwendung finden, sollten Geschäftsreisende Grundkenntnisse der kroatischen Sprache besitzen bzw. über einen lokalen Mitarbeiter verfügen, wenn man Firmenbesuche absolviert. 

Wer seinen Urlaub an der adriatischen Küste verbracht hat, sollte seinem Geschäftspartner über die Schönheiten der kroatischen Küste berichten. Dieses Thema gefällt den Kroaten, ist zugleich ein guter Ausgangspunkt für jedes Gespräch und wird fast immer dankbar aufgenommen. Kroaten sind generell sehr stolz auf ihr Land und ihre Unabhängigkeit 

Natürlich schätzen Kroaten neben kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten vor allem auch Einladungen nach Österreich. Politische Diskussionen oder differenzierte Stellungnahmen, insbesondere zum „Vaterländischen Krieg“, sollte man besser vermeiden.

Die Kroaten sehen sich nur bedingt als Teil „Südosteuropas“. Vergleiche mit Serbien oder Bosnien-Herzegowina empfindet man als unangebracht, den Ausdruck „Balkan“ sieht man durchwegs als Majestätsbeleidigung an. Die kroatische Bevölkerung zählt sich zu Mitteleuropa. Mehr interkulturelle Tipps bietet das Buch „Dos and Don‘ts“ der österreichischen Wirtschaftskammer (WKO).

Was Sie über Kroatien noch wissen sollten

Österreich ist größter Investor in Kroatien. Niederlassungen österreichischer Firmen sind in alle Branchen präsent. Die Ausfuhren Österreichs nach Kroatien sind 2020 um 8,4 % auf 1.217 Mio. EUR zurückgegangen. Die kroatischen Warenausfuhren nach Österreich nahmen im gleichen Zeitraum um 12,2 % auf 727,7 Mio. EUR zu.

Bei den Dienstleistungen hat Österreich aufgrund des Sommertourismus traditionell ein kräftiges Defizit mit Kroatien. Dieses ist im Corona-Jahr deutlich geringer ausgefallen. Die österreichischen Dienstleistungsausfuhren gingen 2020 um 18,5 % auf 235 Mio. EUR zurück. Die kroatischen Dienstleistungsausfuhren nach Österreich brachen im gleichen Zeitraum um 52,5 % auf 675 Mio. Euro ein.

Geschäftschancen für ausländische Unternehmen ergeben sich aus sowohl aus Projekten der öffentlichen Hand (insb. e-government, smart-city etc.) als auch durch den Privatsektor. Kroatische IT Spezialisten bieten auch Potential für einerseits Kooperationen für fachspezifische Lösungen bei internationalen Projekten, und andererseits auch für Outsourcing-Dienstleistungstransfer. 

Im Wettbewerbsranking des IMD von Lausanne kommt Kroatien nur auf Platz 60 von 63. Die seit 2005 vom AC Zagreb durchgeführte Wirtschaftsumfrage unter österreichischen Investoren unterstreicht die Dringlichkeit von Reformen. Investoren kritisieren seit Jahren immer die gleichen Defizite bei Bürokratie, Rechtssystem, Korruption und Wettbewerb.

Kroaten wollen endlich den Schengenbeitritt

Kroatien ist seit 1. Juli 2013 Vollmitglied der EU. Am 1. Juli 2020 wurde zwischen Österreich und Kroatien die Freizügigkeit des Arbeitsmarktes vollständig hergestellt. Seither können auch unselbständige Arbeitnehmer ohne Arbeitsgenehmigung im jeweils anderen Staat arbeiten.

Kroatien hat den vierjährigen Evaluierungsprozess für den Schengenbeitritt erfolgreich bestanden und wartet nun auf die politische Entscheidung des Rats der EU über den Beitritt. Regierungschef Plekovic hofft auf einen Beitritt noch in dieser Legislaturperiode, d.h. spätestens bis 2024.

Investoren finden weiterhin ein schwieriges Investitionsklima vor. Die gesamten ausländischen Direktinvestitionen (FDI) betrugen lt. kroatischer Nationalbank 2020 rd. 33 Mrd. EUR.

Auch wenn sich Kroatien beim Ranking der Wettbewerbsfähigkeit des World Economic Forum um 5 Plätze auf Platz 63 verbessern konnte, so ist dies vorwiegend auf die verbesserte makroökonomische Stabilität sowie gute Einschätzungen bei Infrastruktur, Gesundheitswesen und Arbeitsmarkt zurückzuführen.

In wesentlichen für Investoren wichtigen Bereichen liegt Kroatien nach wie vor sehr schlecht, wie z.B. Effizienz des Gerichtswesens (Platz 140), Bürokratie/Überregulierung (139), Finden qualifizierter Arbeitskräfte (137), Rigidität des Arbeitsrechts (136). Beim Doing Business Ranking der Weltbank hat sich Kroatien um 7 Plätze auf Rang 58 verbessert.

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