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Hitzewelle in Indien: Folge von Klimawandel

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Katastrophale Hitzewelle in vielen Teilen Indiens ist eine Folge des Klimawandels
Die katastrophal extreme Hitzewelle in vielen Teilen Indiens ist eine Folge des Klimawandels (Foto: Pixabay)

Katastrophale Hitze und praktisch kein Ende in Sicht: Weite Teile Nord- und Westindiens leiden aktuell unter enorm hohen Temperaturen bis zu 50 Grad. Zusätzliches Problem der katastrophalen Hitzewelle: Da vielerorts die Klima-Anlagen auf absoluten Hochtouren laufen, kommt es in Indien auch zu Versorgungsengpässen bei der Stromversorgung.

„Die Situation in ganz Indien ist verheerend“, sagte Arvind Kejriwal von der Regionalregierung der Hauptstadtregion. Er warnte vor den möglicherweise dramatischen Auswirkungen von anhaltenden Stromausfällen in Krankenhäusern und der U-Bahn Neu Delhis.

Die frühe Hitzewelle sei ein Warnsignal für das, was im Sommer noch kommen werde, sagte Direktor Dileep Mavalankar vom Indian Institute of Public Health Gandhinagar. Nordwest- und Zentralindien hätten damit den heißesten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 122 Jahren erlebt, sagte der Leiter der indischen Wetterbehörde. Die Wissenschaft führt die zunehmenden und intensiveren Hitzewellen auf den Klimawandel zurück.

Extreme Temperaturen sind in Indien keine Seltenheit, wie das auf Krisen-Frühwarnung spezialisierte Unternehmen A3M aus Tübingen berichtet. Auffällig ist der vergleichsweise frühe Zeitpunkt. Bereits seit Mitte März hatten Regionen mit hohen Werten zu kämpfen. Dies komme zwar immer wieder vor, sei in den jüngsten Jahren aber selten der Fall gewesen, so die Experten.

Das Unternehmen beobachtet weltweite Extremereignisse und hat die Hitzewellen der vergangenen zehn Jahre ausgewertet. Im Jahr 2012 trat eine Periode von Extremwerten zum Beispiel Anfang Juni auf – im Jahr darauf etwa Mitte Mai.

Extreme Hitzewelle in Indien und Pakistan: Alles eine Folge des dramatischen Klimawandels (Karte: A3M)

Im Jahr 2014 hatten die Bürger in weiten Teilen des Landes Mitte Juni mit Extremwerten zu kämpfen – im Jahr darauf bereits im Mai. Letztere Welle war besonders verheerend mit mehr als 1.000 Todesopfern und massiven Schäden an der Infrastruktur wie etwa Straßen. 2016 war zeitlich ähnlich wie dieses Jahr geartet – hier trat eine Welle bereits im April auf.

In den jüngsten Jahren traten die Wellen eher später auf: 2017 war ebenfalls ein ungewöhnlich frühes Jahr mit einer Hitzeperiode um Ende März. In den Jahren darauf kämpften die Menschen deutlich später mit Extremwerten – 2018 etwa Ende Mai. 2019 kletterten die Temperaturen zu Beginn des Junis auf Höchstwerte. Noch später war dies mit Mitte Juni im Jahr 2020 der Fall. Im vergangenen Jahr 2021 trat eine Hitzewelle sogar erst Anfang Juli auf.

Neben Indien bleibt im Frühling und Frühsommer auch das westliche Nachbarland Pakistan oftmals nicht verschont. Besonders verheerend war hier eine Hitzewelle Ende Juni 2015 rund um die Metropole Karachi, die mehr als 700 Todesopfer forderte.

Sowohl in Indien als auch in Pakistan endet die jährliche Gefahr von Extremwerten auf dem Thermometer traditionell mit dem Einsetzen des Sommermonsuns, der jedoch zu Wetterkapriolen des anderen Extrems führen kann – auch oder besonders, weil große Regenmengen dann auf einen enorm trockenen Boden treffen.

Weiteres Problem: In Teilen beider Länder sind häufig Brunnen mit elektrischen Pumpen für die Wasserversorgung zuständig. Gibt es aufgrund von Hitze keinen Strom, leidet auch die Wasserversorgung, was wiederum zu Unruhen führen kann.

Die anhaltend extrem hohen Temperaturen gefährden auch den Tourismus. Der Tourismussektor in Indien ist eine wesentliche Säule des Programms „Make in India“. Die Tourismusindustrie in Indien spielt dabei eine Rolle als bedeutender wirtschaftlicher Multiplikator und wird kritisch, da Indien schnell wachsen und Arbeitsplätze schaffen muss.

Der Reisemarkt Indien boomt: Sowohl Reisen in als auch von Indien liegen im Trend (Foto: dMZ, Puxabay)
Der Reisemarkt Indien boomt: Sowohl Reisen in als auch von Indien liegen im Trend (Foto: Pixabay)

Indien bietet geografische Vielfalt, Welterbestätten und Nischentourismusprodukte wie Kreuzfahrten, Abenteuer-, Medizin-, Ökotourismus usw. „Incredible India“, das unglaubliche Indien, hat das Wachstum der Touristenankünfte und der Beschäftigung vorangetrieben. Bis 2030 soll Indien zu den Top 5 der Geschäftsreisemärkte gehören.

Im Jahr 2020 betrug der Beitrag der Reise- und Tourismusbranche zum BIP 121,9 Milliarden US-Dollar; dieser soll bis 2028 512 Milliarden US-Dollar erreichen. In Indien soll der direkte Beitrag der Branche zum BIP zwischen 2019 und 2028 eine jährliche Wachstumsrate von 10,35 % verzeichnen.

Bis 2028 wird erwartet, dass der indische Tourismus und das Gastgewerbe 50,9 Milliarden US-Dollar als Besucherexporte verdienen werden, verglichen mit 28,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Die internationalen Touristenankünfte werden bis 2028 voraussichtlich 30,5 Millionen erreichen.

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