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Kommen Körperscanner auf allen Flughäfen?

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Frau steht im Körperscanner, Mann kontrolliert Bildergebnis
Das Unternehmen Rohde & Schwarz entwickelt weiter Körperscanner für Flughäfen

An den deutschen Verkehrsflughäfen sollen sukzessive flächendeckend Körperscanner eingesetzt werden und die derzeit vorhandenen Metalldetektorschleusen ersetzen. Das hat das Innenministerium in Berlin gegenüber dem Informationsdienst „heise“ erklärt. Einen genauen Zeitplan für den weiteren Umstieg will die deutsche Regierung aus „Geheimhaltungsgründen“ aber nicht nennen.

An den Flughäfen, auf denen die Bundespolizei die Luftsicherheitsaufgaben wahrnimmt, sind derzeit 16 Körperscanner vom Typ ProVision ATD und 114 „ProVision 2“ vom US-Konzern L3 sowie 67 vom Typ QPS200 von Rohde-Schwarz im Betrieb, erklärt das Bundesinnenministerium. Und: Es seien nur Geräte im Einsatz, „die ausschließlich mit automatischer Detektion ohne Bilderzeugung arbeiten.“

Das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern hatte im Juli 2016 mit dem führenden Sicherheits- und Kommunikationsunternehmen Rohde & Schwarz aus München einen Rahmenvertrag über 300 Stück des R&S QPS200 Körperscanners der neuesten Generation abgeschlossen. Überall dort, wo die Bundespolizei für Sicherheit sorgt, kommen die neuen Geräte bei der Personenkontrolle zum Einsatz. In erster Linie gehören hierzu die Sicherheitsbereiche an deutschen Flughäfen. Der auf drei Jahre angelegte Rahmenvertrag umfasst 300 Systeme sowie Zubehör und Service.

Körperscanner oder manuelle Kontrolle

Das Innenministerium stellt klar, dass Fluggäste im Einklang mit den EU-Vorgaben das Recht hätten, „die Kontrolle mit einem Sicherheitsscanner zu verweigern.“ Auf die Freiwilligkeit der Maßnahme würden alle Reisenden beim Betreten der Abschnitte hingewiesen. Auf den Kontrollmonitoren werden auch „keine realen Körperbilder“ angezeigt, sondern „nur eine symbolische Grafik.“ Angeblich speichern die Scanner auch keine Daten der Flugpassagiere.

Was wenige wissen: Passagiere müssen sich nicht im Körperscanner des Abflughafens durchleuchten lassen (Foto: Wikipedia)
Was wenige wissen: Passagiere müssen sich nicht im Körperscanner des Abflughafens durchleuchten lassen (Foto: Wikipedia)
Alternativ werde aber nur eine „manuelle Kontrolle“ mit Abtasten durch das Sicherheitspersonal angeboten. Keine Auskunft gibt die Regierung auf die Frage, an welchen Flughäfen derzeit welche Form der Sicherheitsüberprüfung mit welchen Geräten durchgeführt wird.

Bisher wurden in Deutschland Körperscanner nur für die zusätzlichen Luftsicherheitskontrollen im Flugverkehr in die USA und Israel an den Flughäfen Frankfurt/Main, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, München, Berlin-Schönefeld eingesetzt. Seit November 2014 werden die Körperscanner auch an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart in der allgemeinen Luftsicherheitskontrolle verwendet und ersetzen dort zum Teil die herkömmlichen Methoden.

Scanner entdeckt nichtmetallische Gegenstände

Die Körperscanner sind seit November 2011 durch EU-Verordnung für die Luftsicherheitskontrolle zugelassen. Dabei ist die Nutzung für Passagiere freiwillig. Lehnt ein Passagier die Kontrolle mittels Körperscanner ab, wird er nach den herkömmlichen Methoden kontrolliert.

Die Geräte arbeiten mit einer sogenannten Millimeterwellentechnologie und sind für den Menschen gesundheitlich unbedenklich. Dabei zeigt die in Deutschland verwendete Software ausschließlich Piktogramme. Durch fablich markierte Bereiche auf dem Kontrollmonitor lässt sich eine mögliche Nachkontrolle gezielt durchführen und ist damit weniger zeitintesiv. Körperbilder werden nicht erzeugt. Daten werden nicht gespeichert. Die Kontrolle mit Körperscannern stellt einen deutlichen Sicherheitsgewinn dar, da sie auch nicht-metallische Gegenstände detektieren.