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Lesetipp: Tötet ein Grexit den Geist Europas?

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Autor und Philosoph Christoph Quarch
In seinem jüngsten Essay „Kein Europa ohne Hellas“ zeigt der Philosoph und Autor Christoph Quark auf, wie wichtig Griechenland für die europäische Kultur und die europäischen Werte war und ist

Autor und Philosoph Christoph Quarch
In seinem jüngsten Essay „Kein Europa ohne Hellas“ zeigt der Philosoph und Autor Christoph Quark auf, wie wichtig Griechenland für die europäische Kultur und die europäischen Werte war und ist
Ist das Nein der Griechen zum Spardiktat ihrer Gläubiger antieuropäisch? Nein, es ist in Wahrheit ein Ja zum Leben – eines, das sich dagegen verwehrt, Politik und Markt zu verwechseln; das sich dagegen sträubt, die monetären Interessen von abstrakten Staaten, Institutionen und Anliegen höher zu werten als die konkrete Würde konkreter Menschen. Dieser Meinung ist Autor und Philosoph Christoph Quarch.

In seinem jüngsten Essay „Kein Europa ohne Hellas“ zeigt der Philosoph und Autor Christoph Quarch auf, wie wichtig Griechenland für die europäische Kultur und die europäischen Werte war und ist.

Denn: Was wäre Europa ohne den Geist der Hellenen, der sich in Zeus zu einer prächtigen Gestalt verdichtete?

Was wäre Europa ohne den großen Aufbruch jenes Volkes, das an seinen Göttern maß nahm, um wahre Menschlichkeit zu kultivieren – das die Demokratie erfand, das an die Freiheit des Menschen glaubte, das die Philosophie erschuf und sich nicht dem Diktat der Monarchien und Monotheismen fügte.

Was wäre Europa ohne die Tragödie und die Lyrik, die Mathematik und die Wissenschaft, das Politische und den Glauben an Gerechtigkeit und Harmonie?

Die Antwort ist einfach: Dieses Europa gäbe es nicht. Aber die Frage ist: Tötet ein Grexit den Geist Europas?

Christoph Quarch: „Im Munde von Frau Merkel gerät das Wort ‚Vertrauen‘ zum blanken Zynismus. Blind vertraut sie denen, die sie und die Wirtschaft ihres Landes nach Strich und Faden ausspionieren – aber der griechischen Regierung, die von Anbeginn an mit offenen Karten spielt, vertraut sie nicht. Wer so mit doppeltem Maß misst, missbraucht das Vertrauen derer, die sie gewählt haben und entweiht das Wort ‚Vertrauen‘. Ich schäme mich für diese Kanzlerin.“

Christoph Quarch (*1964) ist freischaffender Philosoph. Als Buchautor, Publizist und gefragter Redner berät und inspiriert er Unternehmen im deutschsprachigen Raum.

Er ist Herausgeber und Gründer des Magazins „Wir Menschen im Wandel“. Seine jüngsten Veröffentlichungen: Wir Kinder der 80er: Porträt einer unterschätzten Generation(2013), Der kleine Alltagsphilosoph“ (2014), Das große Ja: Ein philosophischer Wegweiser zum Sinn des Lebens (November 2014).

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