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Riesenmaul erledigt Sicherheitscheck bei Flugzeugen

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Ein mittelständisches Unternehmen aus Niederösterreich will für mehr Sicherheit bei Flugzeugen sorgen. Mit einem innovativen technischen Test im Klima-Wind-Kanal in Wien-Floridsdorf hat sich die Firma Peter Khu Sondermaschinenbau aus Hagenbrunn im Bezirk Korneuburg ins Rampenlicht gestellt. Getestet wurde eine vom Unternehmen selbst entwickelte 4 mal 4 mal 2 Meter große Kontraktionsdüse. Dieses „Riesenmaul“ zerstäubt reines Wasser gleichmäßig, und stößt es bei einer Temperatur von minus 40 Grad als Eiswolke aus.

„Das sind genau jene klimatischen Bedingungen, denen Flugzeuge in großer Höhe immer wieder ausgesetzt sind“, erklärt Firmenchef Peter Khu in einem Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Der Test im Klima-Wind-Kanal sei eine echte Herausforderung gewesen, weil „das zerstäubte Wasser erst beim Auftreffen auf das Zielobjekt gefrieren darf.“ Der gelungene Versuch habe den Beweis geliefert, dass die Kontraktionsdüse Triebwerke, Tragflächen und weitere Bestandteile von Flugzeugen auf deren Robustheit überprüfen kann.

Deshalb ist der Windkanal in Zukunft nicht nur zum Testen von Schienen-, sondern auch von Luftfahrzeugen geeignet. Für das in Hagenbrunn ansässige Unternehmen war es ein Auftrag über rund 500.000 Euro. Peter Khu kann sich bereits über einen Folgeauftrag freuen – den Bau einer Regensimulations- und Messanlage für einen Windkanal-Betreiber in China.

Ein großer Erfolg war für die Khu Sondermaschinenbau GmbH auch die Ausstellung bei der Kabelmaschinen-Messe „WIRE Düsseldorf“. Hier stellte das Hagenbrunner Unternehmen die Neuentwicklung einer Anlage für das Hochgeschwindigkeits-Verseilen von Kabeln und Stahlseilen vor.

Mit der wachsenden Nachfrage stieg der Umsatz des Unternehmens von 3,2 Millionen im Vorjahr auf rund fünf Millionen und die Mitarbeiterzahl von 25 auf 30. Jetzt überlegt der Firmenchef einen weiteren Ausbau des Unternehmens.

Wie Banken in Zeiten innovative Unternehmen im Stich lassen

Allerdings verliefen die Verhandlungen mit der Hausbank bisher nicht so, wie der Unternehmer erwartet hatte. Peter Khu ist stolz, nur positive Bilanzen vorweisen zu können und keine Schulden oder Kredite zu haben.

Deshalb wollte er von der Bank nur die Erhöhung des Betriebsmittel-Rahmens auf 200.000 Euro. Dafür verlangte die Bank eine dreifache Absicherung, wie persönliche Haftung trotz GmbH, eine Abtretung der Rechnungen an die Bank, sowie die Absicherung des Kapitals von 220.000 Euro, was einer Erhöhung von 20 Prozent des geborgten Kapitals entspricht.

„Bei der Art, wie die Banken sich verhalten, muss man sich überlegen, ob man Unternehmer bleibt. Das Kerngeschäft der Bank sollte eigentlich die Unterstützung der heimischen Betriebe sein und nicht das Zocken am Welt-Finanzmarkt“, meint Peter Khu sichtlich verärgert. Jetzt will er sich nach einem anderen Bankinstitut umschauen. (knox)

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