Start News Sicherheit auf Geschäftsreisen sorgt für Diskussionen bei Business Travel Lounge in Linz

Sicherheit auf Geschäftsreisen sorgt für Diskussionen bei Business Travel Lounge in Linz

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Geschäftsreisen in Zeiten der Krisen, Kriege und Katastrophen sorgen nicht nur bei Geschäftsreisenden für Stress, sondern auch Travel Manager und Reiseverantwortliche in Unternehmen sind gefordert. Deshalb lud kürzlich die abta Plattform OÖ in Zusammenarbeit mit dem „blue danube airport“ Geschäftsreisemanager aus der Region zu einer Business Travel Lounge nach Linz. Motto der Veranstaltung: „Sicherheit & Mehr“!

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Linz und Donau-Moldau-Region. Flughafendirektor DI Gerhard Kunesch skizzierte die Lage der Regionalflughäfen und die schwierigen Rahmenbedingungen. Linz selbst wolle der Heimatflughafen für die Donau-Moldau-Region sein, die OÖ, das Passauer Land und Südböhmen umschließt.

Kunesch plädiert für Zusammenschlüsse sowie eine Attraktivierung des Flughafens. Eine gemeinsame Internationalisierungs-Offensive mit Linz Tourimus und Eurotours umfasse eine grenzüberschreitende Incomingstruktur und touristische Pakete.

Kunesch betonte die Bedeutung von Linz als Frachtflughafen und Regionalfughafen mit immerhin 90 wöchentlichen Verbindungen in 200 Destinationen.

Für die Zukunft wünscht sich Kunesch, die Wien-Verbindung weitestgehend aufrechterhalten zu können, ein größeres Flugzeug nach Frankfurt sowie eine Frequenzsteigerung nach Zürich. Aufgrund des enormen Anstiegs der Donau-Schiffahrt soll Linz auch zu einem „Kreuzschifffahrts-Flughafen“ werden.

Konjunktur-Faktor Geschäftsreisen. Als prominenten Oberösterreicher begrüßte abta-Präsident Hanno Kirsch Dr. Ludwig Scharinger, den vormaligen Generaldirektor der OÖ. Raiffeisenlandesbank. In seiner derzeitigen Funktion als Präsident der Österreichischen Russischen Freundschaftsgesellschaft (ORFG) gab der Netzwerker seine Einschätzungen zur Wirtschaftslage infolge des Ukraine-Konflikts und zu den Auswirkungen der Sanktionen auf die heimische Wirtschaft. Betreffend Geschäftsreisen strich er deren Wichtigkeit für die Wirtschaft hervor, sie seien ein bedeutender Faktor für Konjunktur und Wachstum.

Sicherheit auf Geschäftsreisen. Hannes Schwarz/GF FCm Travel Solutions leitete die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema Sicherheit auf Reisen und zitierte gleich einige Daten: Laut Statistik Austria gibt es in Österreich 3,7 Mio. Geschäftsreisen, die ein Fünftel des gesamten Reiseaufkommens ausmachen.

Nur 1,8% der Geschäftsreisenden seien um die Sicherheit besorgt, allerdings hatte ein Drittel bereits einmal Probleme mit der Sicherheit. Sicherstes Transportmittel ist nach wie vor das Flugzeug.

An der Diskussion nahmen Andreas Sturmlechner von der Europäischen Reiseversicherung, Alexander Schnecke von Austrian Airlines, Michael Kral von VI Hotels & Resorts, Hanno Kirsch von AirPlus Austria, Gerhard Kunesch vom Flughafen Linz und Ludwig Scharinger teil.

Welche Bedeutung Reiseversicherung für Geschäftsreisen hat. Einhelliger Tenor: Zum Schutz des Geschäftsreisenden empfiehlt sich jedenfalls eine Reiseversicherung.

Andreas Sturmlechner führte dazu einige Beispiele an: „Wir haben über zwei Millionen Kunden und rund 42.000 Schadensfälle, somit erleidet statistisch jeder 50. Reisende einen Schaden. Vom einfachen Kofferschaden bis zum Unfall oder Erkrankung mit Notoperation und Rücktransport im Ambulanzjet um insgesamt eine Million Euro, aber diese Million hat keiner in der Portokasse.“

Die Versicherungsgesellschaft wisse zudem, welches Krankenhaus das beste für den ganz individuellen Fall sei. Sturmlechner: „Ein Notfall muss individuell bestmöglich gemanagt werden, dazu braucht es Experten, eine Einsatzzentrale mit rund um die Uhr perfekt geschulten und erfahrenen Mitarbeitern.“ Ein Notfall koste im Durchschnitt 35.000 Euro, ein Ambulanzjet aus Australien rund 110.000 EUR, eine Nacht im Krankenhaus so viel wie eine Woche Luxushotel.

Datensicherheit im Hotel. Auf die Frage nach Datensicherheit bei delikaten Nachfragen im Hotel (Auskünfte über Gäste, z. B. Ehepartner) antwortete Kral: „Es werden selbstverständlich keinerlei Daten weitergegeben; wenn jemand nachfragt und einen Gast sprechen will, wird nur mit Anmeldung weiterverbunden.“

Nutzen von Kreditkarten. Zur Sicherheit und Nutzen von Kreditkarten erklärte Kirsch: „Die Kreditkarte gilt als Garantie, sämtliche Daten werden aus der Zentrale Wien gesteuert und bleiben dort.“

Die Kreditkarte soll für den Geschäftsreisenden ein sicheres Zahlungsmittel und überall einsetzbar sein. Der Reisende hafte auch nicht für missbräuchliche Verwendung. Allerdings: Die Kreditkarte ersetze keine Versicherung bei Auslandseinsätzen von Mitarbeitern, die manuell arbeiten. Zusatznutzen für den Firmenkunden seien die Daten, die den Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.

Sicherheit am Airport. Zum Thema Sicherheit auf Flughäfen meinte Gerhard Kunesch: „Wir alle leiden, dass uns die Flüßigkeiten abgenommen werden. Aber langsam gibt es Ausnahmen: So dürfen jetzt Medikamente und Diätnahrung mitgenommen werden.“

Es werden aber auch neue Kontrollen auf den Flughäfen eingeführt: 2015 wird es z. B. Sprengstoff-Detektoren geben. Die Flughäfen seien an all diesen Kontrollmaßnahmen nicht schuld, das veranlassen die zuständigen Behörden. Die Flughäfen müssen dies nur vorfinanzieren, letztlich zahlt es aber wieder der Passagier.

Zur Sicherheit von Airlines sagte Alexander Schnecke: „Die technische Sicherheit ist uns das Wichtigste, an der Sicherheit wird nie gespart.“

Oberstes Ziel sei die Sicherheit der Passagiere und der Crew. Sämtliche Vorschriften der internationalen Luftfahrtsicherheit werden eingehalten. Krisengebiete werden nicht mehr angeflogen, wenn die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist – derzeit z. B. in Damaskus und Bagdad.

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