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Sind Urlaubsreisen in 2024 noch leistbar?

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Werden wir uns Urlaubsreisen in 2024 noch leisten können? Illustration mit Reisenden vor einer blauen Weltkarte. Die Reisenlanden mit ihrem Gepäck sind als Schatten sichtbar
Werden wir uns Urlaubsreisen in 2024 wirklich noch leisten können? (Grafik: Mohamed Hassan auf Pixabay)

Die deutsche Regierung will noch in 2024 die Luftverkehrsteuer erhöhen. Damit wird Fliegen wieder einmal teurer. Wie sich diese Abgabe konkret auf die Ticketpreise und damit auch auf die Nachfrage von Urlaubsreisen auswirkt, ist noch ungewiss. Dennoch blickt die deutsche Reisewirtschaft zuversichtlich auf das Reisejahr 2024.

Vor allem für die kommenden Sommermonate zeichnet sich bereits jetzt eine hohe Nachfrage für Urlaubsreisen ab. Der Deutsche Reiseverband (DRV) rechnet für den Markt der Urlaubsreisen ab mindestens einer Übernachtung mit einem moderaten Umsatzwachstum von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Es wird erwartet, dass die Urlauber für Leistungen, die vor Reiseantritt gebucht werden, insgesamt 78 Milliarden Euro ausgeben werden – sowohl für Pauschalreisen von Reiseveranstaltern als auch für individuell zusammengestellten Urlaub. „Vor allem Fernreisen werden demnach einen spürbaren Aufschwung erfahren“, erwartet DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Diese Einschätzung für das neue Touristikjahr 2023/24, das mit dem Reisemonat November 2023 begonnen hat, beruht auf einer neuen Marktprognose, die der DRV zusammen mit Branchenexperten entwickelt hat. Die fundierte Marktprognose wird künftig zweimal jährlich – zum Jahresanfang und vor den Sommerferien – mit neuesten Marktzahlen und Experteneinschätzungen veröffentlicht.

Mehr Urlaubsreisen werden auf der Fernstrecke erwartet

Bei Flugpauschalreisen bleibt die östliche Mittelstrecke – mit den Zielen Türkei und Griechenland – nach Einschätzung der Branchenexperten für das gesamte Jahr einer der Wachstumstreiber im deutschen Reisemarkt. „Bereits jetzt ist die Türkei bei den Flugpauschalreisen für 2024 eines der nachfragestärksten Reiseziele deutscher Urlauber“, so DRV-Präsident Fiebig.

Für Fernreisen erwartet der DRV eine insgesamt positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr – mit einer Zunahme der Reisenden um elf Prozent und Anstieg des Umsatzes um 18 Prozent im Sommerreisehalbjahr. „Viele Fernreiseziele wie die USA, Australien, Thailand oder Indonesien haben sich nach der Corona-Pandemie erst nach und nach wieder erholt“, so der DRV-Präsident.

Im Fernreisesegment seien daher unverändert Nachholeffekte zu erwarten – auch wenn diese durch binnenwirtschaftliche Einflussfaktoren und der damit verbundenen Verunsicherung der Konsumenten beeinflusst werden.

Für das Gesamtjahr rechnet der DRV trotz des Umsatzanstiegs mit einem leichten Rückgang bei der Anzahl der Reisenden. Bereits 2023 verreisten weniger Menschen mit Reiseveranstaltern als vor der Pandemie, der erwartete Rückgang bei Urlaubsreisen in diesem Jahr wird den Experten zufolge aber nicht mehr so stark wie 2023 ausfallen.

Dämpft höhere Ticketsteuer die Reiselust der Deutschen?

Die von der deutschen Ampelkoalition geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer könnte den Urlaubern ihre Ferienvermiesen. Denn eine Erhöhung der Flugsteuer unweigerlich auf die Preise und damit auch die Nachfrage für Urlaubsreisen auswirken. Zum derzeitigen Prognose-Zeitpunkt liegen Details hierzu noch nicht vor.

Die Luftverkehrsabgabe soll jährlich so angepasst werden, dass sie ab 2024 zu Mehreinnahmen von bis zu 580 Millionen Euro führt. Die 2011 eingeführte Ticketsteuer bringt bisher Einnahmen von rund einer Milliarde Euro im Jahr ein. Zahlen müssen die nach Flugstrecke gestaffelten Aufschläge die Fluggesellschaften. Die Anhebung der Luftverkehrsteuer ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050. 

Die Steuererhöhung sei zwar im Vergleich zur wieder verworfenen nationalen Kerosinsteuer das kleinere Übel, belastet aber Passagiere und Branche mit weiteren Kostensteigerungen. Michael Hoppe, Geschäftsführer des Airline-Verbands Barig: „Immer höhere Preise führen zu einer geringeren Nachfrage.“

DRV-Präsident Fiebig sieht in der vorgesehenen Erhöhung eine soziale Frage – vor allem für Durchschnittsverdiener mit Familie und Kindern: „Offenkundig konnten sich schon 2023 viele Bundesbürger aufgrund gestiegener Kosten keine Urlaubsreise mehr leisten.“ Die Bundesregierung dürfe das Reisen nicht noch weiter verteuern.

Werden Urlaubsreisen kürzer als vor der Pandemie

Die Experten sind sich aber sicher, dass bei der Urlaubsnachfrage die Mehrheit der Bevölkerung nicht aufs Reisen verzichten wird. Darauf deuten auch die bisherigen, guten Vorausbuchungen bei Veranstalterreisen für die Sommersaison 2024 hin – sie liegen bereits jetzt deutlich über den Werten vom vergangenen sowie dem Vor-Pandemie-Jahr 2019.

Die Deutschen buchen ihren Urlaub für die Sommerferien damit wieder wesentlich früher und nutzen die derzeitigen Frühbucherangebote der Reiseveranstalter, mit denen sich sparen lässt. Ursächlich für den möglichen Rückgang der Urlaubsreisen im aktuellen Jahr: Allgemeine Preiserhöhungen, besonders beim Tanken, Heizen und Lebensmitteln belasten viele Haushaltsbudgets.

Allgemein vermuten die Experten, dass pro Person und Haushalt insgesamt weniger gereist oder bei der Aufenthaltsdauer gespart wird. Es sei wahrscheinlich, dass sich mehr Haushalte auf ein bis zwei Haupt-Urlaubsreisen konzentrieren.

Die Buchungsdaten deuten darauf hin – und auch die Experteneinschätzungen gehen in die gleiche Richtung, dass Urlaubs- und Freizeitreisen in der laufenden Wintersaison stärker reduziert werden, für den Sommer aber eher eine hohe Urlaubsnachfrage zu erwarten ist. Der Rückgang könnte demnach den Individualreisemarkt bei Reisezielen, die überwiegend mit dem Auto angefahren werden, etwas stärker betreffen.

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