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Wann verlassen 10.000 Österreicher die Türkei?

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Der Putsch der Armee ist vorbei. Der türkische Präsident Erdogan hat wieder die Macht. Was aber passiert mit den ausländischen Touristen in der Türkei? Schätzungen zufolge halten sich derzeit mehr als 10.000 Österreicher in der Türkei auf. Wann können sie endlich ausreisen? Wo gibt es mehr Informationen?

Über das Registrierungssystem des Außenministeriums haben sich bisher 3.300 Personen gemedlet. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) rief dazu auf, „Häuser, Hotels oder sichere Orte nicht zu verlassen, bis sich die Situation entschärft hat“.

Vereinzelte Operationen der Sicherheitskräfte sind nach wie vor im ganzen Land nicht auszuschließen. Insbesondere im Bereich der Flughäfen Istanbul und Ankara sowie an den Zufahrtstrassen dorthin ist die Lage noch immer unübersichtlich.

Derzeit wird bei allen Reisen nach und innerhalb der Türkei größte Vorsicht empfohlen. Von derzeit nicht notwendigen Reisen nach Istanbul und Ankara wird abgeraten, bis sich die Situation klärt. Reisende sollten die Ausgangssperre sowie die Anweisungen der Behörden befolgen.

Taxim-Platz in Istanbul
Reisende sollten nach Ansicht des österreichischen Außenministeriums den Taxim-Platz und andere Sehenswürdigkeit sowie öffentliche Verkehrsmittel in Istanbul meiden (Foto: Pixabay)
Es wird dringend empfohlen, stark frequentierte Plätze, öffentliche Verkehrsmittel, aber auch Einkaufszentren, Großveranstaltungen, religiöse Stätten und touristische Sehenswürdigkeiten sowie Staats- und Regierungsgebäude und militärische Einrichtungen zu meiden.

Die Lage in den Badeorten an der türkischen Riviera ist nach derzeitigen Berichten unverändert stabil. Es wird bis auf weiteres empfohlen, während eines Aufenthaltes in den türkischen Badeorten in den Club-und Hotelanlagen zu verbleiben.

Bei allen Reisebewegungen, vor allem auch bei der An-und Rückreise, ist mit Verzögerungen oder Behinderungen zu rechnen. Im Notfall sollen Reisende in der Türkei das Außenministerium unter 0043 1 90115 4411 und in Österreich unter 0501150 4411 kontaktieren.

Das Außenministerium hat eine Beratungshotline eingerichtet. Die Telefone der Beratungshotline im Außenministerium „laufen heiß“. Der Informationsbedarf ist beträchtlich, das Personal bereits aufgestockt.

Zwölf von insgesamt 39 Flugverbindungen zwischen Wien und der Türkei fallen am Samstag aus. Auch die AUA-Mutter Lufthansa sowie die AUA-Schwester Swiss strichen ihre Samstag-Flüge.

Wie es am Sonntag weitergeht, sei vorerst noch offen, wie ein Sprecher des Airport Vienna am Samstagvormittag sagte. Ausfälle gibt es bei Verbindungen von bzw. nach Istanbul, Ankara, Antalya, Dalaman und Kayseri. Nicht betroffen sind vier weitere Ziele – Izimir, Trabzon, Bodrum und Istanbul-Sabiha Gökcen. Niki nahm unterdessen die Flüge nach Antalya wieder auf.

Auf der Website des Flughafens Wien finden sich aktuelle Fluginformationen. Türkei-Verbindungen bedienen ab Wien die Fluglinien AUA, Niki, Turkish, Sun Express, Pegasus und Onur Air. Auch ein Flug von Graz nach Istanbul wurde gestrichen.

Alle Türkei-Flüge hat der Salzburg Airport am Samstag gestrichen. Auf dem Linzer Blue Danube Airport wurde die Ankunft einer Niki-Maschine storniert, der Flug soll am Abend nachgeholt werden.

Einen Flug nach Antalya hat Linz verspätet verlassen. Statt der ursprünglich 179 gebuchten Passagiere seien nur 96 geflogen, teilte Betriebsleiter Markus Kugler mit. Für Sonntag gibt es laut Flugplan in Linz keine Verbindungen von und in die Türkei.

Nach dem Putschversuch mit üer 260 Toten in der Türkei tritt die Regierung siegessicher auf. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte laut ORF am Samstag, der Aufstand sei ein „Geschenk Gottes“, das die „Säuberung des Militärs“ beschleunige. Die Streitkräfte würden „einen sehr hohen Preis für diesen Verrat zahlen“, so Erdogan. Premier Binali Yildirim sagte, die Lage sei wieder vollständig unter Kontrolle. Zugleich brachte er die Wiedereinführung der Todesstrafe zur Sprache.

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