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Was bringt Airbnb der Wiener Wirtschaft?

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Stellt jede Buchung auf der Website Airbnb eine Gefahr für die Wiener Hotellerie und Wirtschaft dar? Eine Masterarbeit bringt dazu Fakten und Daten
Stellt jede Buchung auf der Website Airbnb eine Gefahr für die Wiener Hotellerie und Wirtschaft dar? Eine Masterarbeit bringt dazu Fakten und Daten

Elisabeth Sailer, MA, hat im Rahmen ihrer Masterthesis an der IMC Fachhochschule Krems das Thema „The Impact of the Sharing Economy on a City: The case of Airbnb in Vienna“ bearbeitet. Auftraggeber war die Wiener Apartementvermieter Vereinigung (WAVV).

Airbnb bietet als Online-Vermittlungsplattform für kurzzeitige Wohnraumvermietung eine perfekte Möglichkeit, privat nicht benötigten Raum an Touristen zu vermieten und sich so ein bisschen Geld dazuzuverdienen. Mit dem starken Wachstum von Airbnb in den letzten Jahren in Wien wurden immer mehr Stimmen laut, die vermuteten, dass Airbnb der Stadt mehr schade als nütze.

Dem stehen Studien von Airbnb selbst entgegen, die besagen, dass Airbnb-Gäste längere Aufenthaltsdauern und höhere Ausgaben als andere Touristen haben und Airbnb-Angebote somit wichtig für die Destinationen sind. Unabhängige Studien des Einflusses von Airbnb in Wien waren noch nicht vorhanden.

Daher hat Elisabeht Sailer im Rahmen ihres Masterstudiums an der IMC FH Krems ihre Masterarbeit im Auftrag der WAVV geschrieben. Das Thema war Airbnb in Wien, oder genauer gesagt der Einfluss, den die Vermietung von Privatunterkünften über Airbnb auf die Stadt hat und die Motivationen, warum sich Reisende für Airbnb entscheiden.

Um das Thema zu bearbeiten, wurden – neben Literaturrecherche – Interviews mit wichtigen Stakeholdern in Wien geführt (Stadt Wien, WienTourismus, ÖHV, WAVV sowie Airbnb Hosts) und eine Online-Befragung an Gästen in Wien durchgeführt. Die Befragung lieferte 163 auswertbare Fragebögen (94 Hotelgäste, 26 Hostelgäste, 7 Privatunterkunft, 36 Airbnb). Die Masterarbeit kann hier heruntergeladen werden.

Gäste bleiben länger, sparen bei Unterkunft

Die Analyse der Daten zeigte, dass Airbnb-Apartment-Gäste länger in Wien bleiben als Hotelgäste. Obwohl die Ausgaben pro Nacht niedriger sind als bei Hotelgästen (durchschnittlich € 74/Nacht in Airbnb-Unterkunft; € 113/Nacht im Hotel), sind die Gesamtausgaben für den Wien-Besuch durch die längere Aufenthaltsdauer nicht niedriger.

Höhere Ausgaben fließen in lokaler Wirtschaft

Airbnb-Apartment-Gäste bestätigten, dass sie bereit sind, mehr Geld während des Aufenthaltes auszugeben, wenn sie bei der Unterkunft sparen. Bei Betrachtung der tatsächlichen Ausgaben zeigte sich jedoch, dass diese nur leicht über den Ausgaben der Urlauber in anderen Unterkunftsformen liegen. Vor allem für Lebensmittel geben Airbnb-Gäste während ihres Aufenthaltes mehr Geld aus.

Der Preis ist der wichtigste Motivator

72 Prozent der Airbnb-Gäste gaben an, dass sie Airbnb nützen, weil es günstiger ist. Für 50 Prozent der Befragten war auch das Vorhandensein einer Küche und das größere Platzangebot ein Motivator.

„Living like a local“ und das Treffen neuer Leute rangieren mit jeweils 25 Prozent auf Platz drei und vier der Top-Motivationen, um eine Airbnb-Unterkunft zu buchen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Airbnb einen geringen positiven Einfluss auf die lokale Wirtschaft hat, dieser aber unter dem von Airbnb selbst behaupteten Einfluss liegt. Für die Zukunft wäre eine groß angelegte, verallgemeinerbare Studie wünschenswert, um genauere Aussagen treffen zu können.

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