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Brandenburg verführt zu Schmatzreisen

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Rundfahrt mit der Uckerperle auf dem Röddelinsee in Brandenburg
Romantische Rundfahrt mit der Uckerperle auf dem Röddelinsee in Brandenburg (Foto: Gundula Vogel,f Pixabay)

Spreewaldgurke, Currywurst, Schmalzstulle? Brandenburger Esskultur ist mehr. Wer Brandenburg im Nordosten von Deutschland kulinarisch und nachhaltig entdecken, erleben und schmecken will, den erwarten idyllische Naturimpressionen, romantische Orte und eine überraschende Geschmacksvielfalt.

Mit seinen Wäldern, Wiesen und über 3000 Seen, seinen Städten, Burgen und Schlössern ist Brandenburg eine durch die Jahrhunderte geprägte europäische Kulturlandschaft. Die wechselvolle Geschichte spiegelt sich in der lebendigen Region rund um die Metropole Berlin. 

Die Mark Brandenburg war ein Territorium im Heiligen Römischen Reich. Sie entstand aus der früheren Nordmark. Als Gründungsdatum ging der 11. Juni 1157 in die Geschichte ein.

Historisch betrachtet ist Brandenburg ein klassisches Einwandererland. Erst der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., später sein Sohn Friedrich II. hatten Flüchtlinge aus den Nachbarstaaten eingeladen, in der Mark sesshaft zu werden.

Die Neubrandenburger kamen und brachten nicht nur ihr handwerkliches Geschick, sondern auch ihre bodenständigen Heimatgerichte in die Mark.

Die historischen Parkanlagen und Schlösser in Potsdam gehören seit 1990 zum UNESCO Weltkulturerbe
Ein Muss für Besucher in Brandenburg sind die historischen Parkanlagen und Schlösser in Potsdam. Sie gehören Weltkulturerbe (Foto: TMB-Fotoarchiv/SPSG/Steffen Lehmann)

Einwanderer aus Böhmen, Ostpreußen, Polen, Frankreich, Flandern und Niederlanden verhalfen der Brandenburger Küche zu sättigenden Knödelgerichten, leckeren Süßspeisen, Königsberger Klopsen, Kuchen und und und.

Die Einheimischen schauten neugierig ihren zugereisten Nachbarn in die Kochtöpfe, wandelten ab, übernahmen und kochten seitdem ihr eigenes brandenburgisches Süppchen. Und was für eines!. Viele Importrezepte in Brandenburg sind so oder ähnlich auch in anderen Regionen Deutschlands zu essen, denn Grenzen für regionale Besonderheiten der Speisen gibt es nicht.

Die nachhaltige Brandenburger Küche nutzte und nutzt vor allem regionale Produkte. Unterschiedliche Zubereitungsweisen durch Zuwanderung aus anderen Regionen flossen mit ein. Man aß, was auf dem Feld angebaut wurde, im Wald zu finden war oder was aus den sauberen Gewässern gefischt wurde.

Das, was heute auf den Tisch kommt, soll nicht nur schmecken, sondern auch kulinarischen Genuss bereiten. Um die Qualität des Kredenzens zu sichern, wurde die Brandenburger Gastlichkeit ins Leben gerufen.

Spreewaldwirt Peter Franke lädt in seinen „Un-Kraut-Laden“ ins Kräuter-Hotel „Zum Stern“ in Werben zu Natur- und Kulturerlebnissen ein.
Der „Un-Kraut-Laden“ im Kräuter-Hotel „Zum Stern“ in Werben lädt zu Natur- und Kulturerlebnissen ein (Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann)

Mehr als 300 Unternehmen beteiligen sich heute in Brandenburg. In der Region rund um Berlin zaubern wahre Kochkünstler köstliche Genüsse für ihre Gäste.

Der Norden Brandenburgs (Barnim) ist eine wald- und wildreiche Gegend. Die Schorfheide lieferte die Zutaten für typische Wildgerichte mit Wildschwein, Reh und Hasen. Häufig kommen auch Pilzgerichte in den Topf. Wer heute den Werbellinsee besucht, sollte in der Fischerei Seewolf Station machen, und frisch geräucherten Fisch kosten.

Noch etwas weiter nördlich, in der Uckermark, lebte man hauptsächlich von der eigenen Landwirtschaft: Kartoffeln heißen hier „Nudeln“. Es gibt den Wrukeneintopf (Kohlrübeneintopf), aber auch Eisbein mit Sauerkraut und Erbspüree – ein Gericht, das Einflüsse aus Berlin verrät.

Typisch für die Uckermark ist auch „Himmel und Erde“, dahinter verbergen sich Kartoffeln mit Blutwurst oder simple Pellnudeln – also Pellkartoffeln. Heute ist die Uckermark die Heimat der Marke Haus Lichtenhain.

Schmackhafte Apfelprodukte, die auf traditionellen Rezepten beruhen werden hier verkauft. Beispiele dafür sind Apfelgelee, Apfel-Früchtebrot im Glas, Apfelsaft oder herzhaftes Apfel-Chutney. 

Die Niederung des Spreewaldes mit ihrem einzigartigen Mikroklima bietet die beste Voraussetzung zur Reifung von Whisky und Rum
Die Niederung des Spreewaldes bietet die beste Voraussetzung zur Reifung von Whisky und Rum (Foto: TMB-Fotoarchiv/Malte Jäger)

Seit August 2021 besteht das das Ahead Burghotel Lenzen im äußersten Nordwesten von Brandenburg. Der Name ist Programm: das Hotel beherbergt das größte vegane Restaurant Deutschlands mit einem rein pflanzlichen und ökologischen Konzept. Place to V heißt es und arbeitet nicht nur klimaneutral, sondern klimapositiv. Klima- und Umweltschutz sind hier kein Nice-To-Have mehr.

Das Hotel sieht sich gefordert, aktiv gegen die Klimakrise anzugehen. Anstatt Greenwashing können Gäste erleben, wie sich Klima-, Tier- und Umweltschutz in einem Hotel umsetzen lassen. Hier ist man von „rein pflanzlichen Weg“ überzeugt und geht diesen konsequent.

Im Westen Brandenburgs isst man traditionell Kartoffelsuppe, Brathering, Birnen mit Semmelklößen oder Aal-Grün. Das Havelland – speziell bei Werder ist bekannt für den Obstanbau, Obst-Säfte oder Obstweine. Diese können Gäste zum Baumblütenfest Werder auch in Gärten kosten mit Blick auf blühende Obstbäume.

Der Sanddorn ist hier auch zuhause. Christine Berger, erfolgreiche Unternehmerin verwertet alles aus der orangenen Frucht, die auch die Zitrone des Nordens genannt wird. Bei Sandokan kann man Produkte von der Marmelade bis hin zur Hautcreme erwerben. 

Typisch für den Fläming, südlich von Berlin gelegen, ist der Klemmkuchen. Das sind süße krosse Waffelrollen, eine Süßspeise, die die Flamen im 12. Und 13. Jahrhun- dert in die Region brachten, die auch der Region ihren Namen gaben (Flamen – Fläming).

Das Restaurant Speisekammer Burg liegt in einem Haus auf dem Gelände des Ferienhofs Spreewaldromantik, direkt am Spreewaldfließ (Foto: Speisekammer Burg)
Das Restaurant Speisekammer Burg liegt auf dem Gelände des Ferienhofs Spreewaldromantik, direkt am Spreewaldfließ (Foto: Speisekammer Burg)

Außerdem wird hier eine Spezialität Brandenburgs angebaut und geerntet: Der Ruf des Beelitzer Spargel ist gut und reicht weit. In Klaistow auf dem Spargelhof erfährt man mehr darüber, kann ihn kosten und kaufen. Das Teltower Rübchen schätzte schon Johann Wolfgang von Goethe wegen seines guten Geschmacks. Heute ist es wieder groß im Kommen.

Häufig auf den Tisch kam auch der Kürbis – heute wieder vielerorts als Suppe hochgeschätzt. Das Kürbiskernöl von Syring Feinkost ist von ausgezeichneter Qualität und ist beliebt als brandenburgisches Souvenir. 

Der Süden von Brandenburg – die Niederlausitz und der Spreewald – sind für ihre bodenständige Küche bekannt. Die Bauern des Spreewalds und die Bergleute der Lausitz ernährten sich karg aber nahrhaft.

Der Spreewald ist die Heimat der Gurkenrezepte, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt: Dill und Gewürzgurken, Saure Gurken, Schmorgurken, Senfgurken ein Test quer durch alle Geschmäcker empfiehlt sich am Großen Spreewaldhafen in Lübbenau. Dort können die Lieblingssorten dann auch gleich eingekauft werden. Mehr über die Gurke ist im Gurkenmuseum oder radelnd auf dem Gurkenradweg zu erfahren.

Ein europaweit einmaliges, lagunenartiges Wasserlabyrinth unter dem besonderen Schutz der UNESCO, das ist der Spreewald (Foto: TMB Fotoarchiv, Steffen Lehmann)
Der Spreewald ist ein europaweit einmaliges Wasserlabyrinth unterm Schutz der UNESCO (Foto: TMB Fotoarchiv, Steffen Lehmann)

Ebenfalls typisch für den Spreewald ist Quark mit Leinöl oder Leinöl süß oder salzig als Stippe. Häufig wird hier auch Fisch gegessen und zubereitet. Üblich sind Hecht, Zander, Wels und Karpfen, dazu gibt’s Saucen aus Meerrettich oder Bier. Als Nachtisch wird die Spreewälder Plins gern gewählt, eine Art Pfannkuchen, die mit warmen Früchten und Sahne serviert wird. Lust und Appetit auf eine Schmatztour in Brandenburg?

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