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Das dunkle Geheimnis der Bonner Republik

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Deutschlands dunkles Geheimnis aus dem Kalten Krieg: Regierungsbunker in Rheinland-Pfalz (Foto: Kajo Meyer)
Deutschlands dunkles Geheimnis aus dem Kalten Krieg: Regierungsbunker in Rheinland-Pfalz (Foto: Kajo Meyer)

Deutschlands Geheimnis ist unter der Erde gut versteckt: Der Regierungsbunker der früheren deutschen Hauptstadt Bonn. Noch heute ist dieses unterirdische Geheimnis aus dem Kalten Krieg in Rheinland-Pfalz ein beliebtes Ausflugsziel vieler Einheimischer und Touristen, um in den malerischen Weinbergen zu wandern und in Weinschenken und Gasthöfen einzukehren. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ging es hier allerdings um etwas völlig anderes als Freizeit und Tourismus.

Der Kalte Krieg hielt die Welt in Atem. Die Regierung der aus den Trümmern der Nazizeit entstandenen Bundesrepublik suchte nach einem sicheren Versteck, falls es zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Ost und West kommen sollte. Und sie wurde fündig im zauberhaften Ahrtal zwischen Ahrweiler und Dernau: Ein unterirdisches Areal mit zwei Eisenbahntunneln, die nie fertig gebaut wurden und später einem ganz neuen Zweck dienen sollten.

Mit Zahnarztpraxis und Friseursalon ausgestattet

Es war eine Anlage mit gewaltigen Ausmaßen, die da in 110 Meter Tiefe entstand: 20 Kilometer lang, mit 83.000 Quadratmetern Nutzfläche hatte man hier eine unterirdische Hauptstadt im Kleinformat geschaffen.

„Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland in Krise und Krieg“ hieß das Ganze offiziell, zwischen 1960 und 1972 wurde es schließlich fertiggestellt: Eine atombombensichere Schaltzentrale, die sogar über eine eigene Zahnarztpraxis und einen Friseursalon verfügte. Rund 3.000 Regierungsmitglieder hätten hier im Ernstfall Platz finden können.

Der Ernstfall trat glücklicherweise nie ein. Stattdessen fielen 1989 die Berliner Mauer und der Eiserne Vorhang. Acht Jahre später schloss auch der Regierungsbunker, man brauchte ihn nicht mehr und die Hauptstadt war nach Berlin verlegt worden.

Das Bonner Geheimnis kann besichtigt werden

Ein Teilstück blieb im Originalzustand erhalten und dient heute als Dokumentationsstätte. Ein einzigartiges Zeugnis des Kalten Kriegs, und das geheimste Bauwerk, das die alte Bundesrepublik neben dem Sitz des Bundesnachrichtendienstes in Pullach je hatte. Sein Eingang liegt inmitten der Weinberge.

Ein Besuch ist wegen der Corona-Krise bedingten Einschränkungen derzeit noch nicht möglich, aber Anmeldungen für die kommenden Monate nimmt unter Vorbehalt der Ahrtal-Tourismus entgegen.

Der ehemalige Regierungsbunker wurde 2009 mit dem „Europa Nostra Award“, dem Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe ausgezeichnet. Zum ersten Mal wurde damit ein Atomschutzbunker in die Reihe europäischer Kulturgüter aufgenommen.

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