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Kulturtipp: Franz Ferdinands Reise um die Welt

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Ankunft Franz-Ferdinands von Österreich-Este in Tokyo August 1893 (707 KB) Japan, Meiji-Periode © KHM mit MVK und ÖTM

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Seine Reisen, die den Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este von Pola über Suez, Aden, Sri Lanka, Indien, Nepal, Südostasien, Ozeanien, Australien, China und Japan bis in die Vereinigten Staaten führten, sind auch Reisen ins Innere seiner Persönlichkeit. Seine Ankunft in Tokyo im August 1893 war ein Großereignis in Japan (Bild: Aus der Meiji-Periode © KHM mit MVK und ÖTM)
Franz is here! So titelte eine amerikanische Tageszeitung anlässlich des Besuchs von Franz Ferdinand im Rahmen seiner Weltreise 1892/93. Jetzt, 100 Jahre nach seinem Tod, wird Franz Ferdinand dem Weltmuseum Wien einen „Besuch abstatten“.

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Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und Mahbub Ali Khan, der Nizam (Fürst) von Hyderabad (Foto: Lala Deen Dayal © KHM mit MVK und ÖTM)
Am 28. Juni 2014 jährt sich das Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajewo, das in der Folge zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte, zum 100. Mal.

Während man sich vielerorts auf seinen Tod und die fatalen Konsequenzen konzentriert, verlagert das Weltmuseum Wien in seiner Ausstellung den Fokus auf einen wichtigen Lebensabschnitt des Thronfolgers – seine zehnmonatige Weltreise 1892/93 – und gibt damit neue Einblicke in die Welt eines facettenreichen und polarisierenden Menschen.

Wer war Franz Ferdinand von Österreich-Este wirklich? Seine Reise, die ihn von Pola über Suez, Aden, Sri Lanka, Indien, Nepal, Südostasien, Ozeanien, Australien, China und Japan bis in die Vereinigten Staaten führte, ist auch eine Reise ins Innere seiner Persönlichkeit.

Der Thronfolger kehrte mit einer beeindruckend großen Jagdbeute und über 14.000 von ihm erworbenen Objekten zurück, von denen noch immer beinahe 10.000 im Weltmuseum Wien verwahrt werden. Unmittelbar nach seiner Rückkehr stellte Franz Ferdinand seine Weltreisesammlung in einem eigenen Museum aus.

Getrieben vom Wunsch, seine monarchischen Qualitäten herauszustreichen und sich als „Erzieher des Volkes“ darzustellen, wollte er seinen künftigen Untertanen die Vielfalt der Dinge des Lebens vor Augen führen.

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Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und der erste von ihm geschossene Elefant in Kalawewa, Sri Lanka (Foto: Eduard Hodek junior © KHM mit MVK und ÖTM)
Unmittelbar nach seiner Rückkehr erschien auch sein zweibändiges Tagebuch dieser Weltreise. In einem über weite Strecken sehr persönlichen Duktus erzählt er über seine Eindrücke und Erlebnisse, über Bekanntschaften mit Fürsten, Kaisern und Maharadschas, er beschreibt Landschaften und Menschen, dies sehr oft geprägt vom Denken seiner Zeit. Letztendlich aber werfen diese Ausführungen ein Schlaglicht auf seinen vielschichtigen Charakter.

Die Ausstellung vom 9. April bis 2. November 2014 versteht sich als visualisiertes Tagebuch Franz Ferdinands. Die Betextung in der Ausstellung erfolgt ausschließlich durch Zitate aus den Tagebüchern, illustriert von Dingen aus seinem Nachlass, seien es Ethnographica, Photographien, Archivmaterialen oder zeitgenössische Zeitungsberichte. Auf diese Weise entsteht ein völlig neues Mosaik eines in sich widersprüchlichen Menschen.