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Sie wollen wissen, wie Berlin und Berliner ticken?

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Berlin: Brandenburger Tor
Berlin: Brandenburger Tor. Eine symbolische Sehenswürdigkeit, die in keinem Reiseprogramm fehlen darf (Foto: BTM

Berlin: Brandenburger Tor
Berlin: Brandenburger Tor. Eine symbolische Sehenswürdigkeit, die in keinem Reiseprogramm fehlen darf (Foto: BTM)
An Berlin kommt keiner vorbei, denn Berlin ist in aller Munde. Die deutsche Hauptstadt ist ein Renner bei Touristen, Journalisten, Künstler und Politiker aus aller Welt. Und Berlin ist ein Magnet für Zuzügler aus Deutschland und der Europäischen Union.

Was hat diese Millionenmetropole, das sie zu „Eve­ry­bo­dy’s Dar­ling“ macht? Es gibt nicht eine Antwort, es gibt tausende Antworten. Und die stecken im kleinsten Buch (93 x 143 x 28 mm) der größten Stadt Deutschlands: „Berlin für die Hosentasche“ wiegt mit 232 Gramm nützlichem und unnützem Wissen, Schnurren und Kuriositäten. Ja, Autor Bernd Ingmar Gutberlet, der Berlin wie seine Hosentasche kennt, nimmt kein Blatt vorm Mund und schreibt, was andere Berlin-Reiseführer oft verschweigen.

So erfährt der Leser mit diesem Buch in der Hosentasche alles über die größte deutsche Stadt und ihre 3,5 Millionen Bewohner: Historisches, Skurriles, Wissenswertes, Komisches, Bemerkenswertes, Interessantes, Vergessenes, Staatstragendes, Aktuelles, Abwegiges, Triviales, Aufregendes, Ärgerliches, Rührendes, Eigenwilliges, Vergnügliches – kurz: Berlinerisches – für neugierige Berlin-Touristen, Alt und Neuberliner und alle, die mitreden wollen über die Weltstadt, die in aller Munde ist.

Hier eine kleine Kost- und Leseprobe von Bernd Ingmar Gutberlet für jene, die erfahren wollen, wie Berlin und Berliner wirklich ticken:

Die erste Frage von Berlin-Erstlingen: Wo ist denn hier das Zentrum?

„Städte haben ein Zentrum. Normalerweise. Zumindest darf man erwarten, dass eine überzeugende Mehrheit der Bewohner einer Stadt bei dieser Frage auf denselben Punkt des Stadtplans zeigt. In Berlin ist die Frage eher schlecht gestellt, denn die Stadt hat mehr als ein Zentrum. Zwar gibt es einen Bezirk namens Mitte – aber den würde wohl nicht jeder Berliner als Berlins Zentrum angeben.

Und wenn doch, wo in Mitte, das ja schon Großstadtgröße hat, liegt dann das Zentrum? Am Brandenburger Tor, dem wichtigsten Wahrzeichen? Am Schloss, das lange der Bezugspunkt nicht nur der Politik, sondern der Stadtentwicklung war? Am Alex, wo täglich Hunderttausende Berliner umsteigen und der Fernsehturm in die Höhe ragt? An der Nikolaikirche, wo Berlin mal begann?

Mit Berlin für die Hosentasche (Fischer TaschenBibliothek) entdecken Reisende neue und alte Seiten der deutschen Hauptstadt kennen
Mit Berlin für die Hosentasche entdecken Reisende neue und alte Seiten der deutschen Hauptstadt
Und wenn Mitte, was ist dann mit der City West und dem Bahnhof Zoo, als Menschenumschlagplatz 16 dem Alex ebenbürtig? Ebenjene beiden, Zoo und Alex, könnten mit einiger Berechtigung so genannt werden, zumal Ost und West durchaus noch Kategorien sind und es auch schon vor dem Bau der Mauer waren.

Und Berlins „neue Mitte“ am Potsdamer Platz – ein zentraler Platz, der nach dem Krieg zur Riesenbrache wurde, weil die Mauer mittendurch ging? Nicht ausgeschlossen ist außerdem, dass ein in seinem Kiez verwurzelter Berliner aus Überzeugung, Ichbezogenheit oder reinem Trotz sein unmittelbares Wohnumfeld als Zentrum nennt.

Die Frage ist also nicht nur kompliziert, sondern auch aufgeladen, und viele Berliner beantworten sie eh mit Abwinken. Noch am ehesten kann man sich darauf verständigen, dass Berlins Zentrum von Zoo bis Alex reicht – dann aber zum einen reichlich groß ist, zum anderen nicht durchgängig so verdichtet, wie es sich für das Zentrum einer Großstadt eigentlich geziemt. Genau besehen ist Berlin sowieso polyzentral, denn zu den genannten kommen noch andere Zentren, etwa die Altstädte von Köpenick oder Spandau.

Wieso überhaupt ist denn Berlin sooo groß? 891 Quadratkilometer, das ist schon ’ne Menge, 45 Kilometer vom einen Ende zum anderen ist auch kein Pappenstiel. Der Grund ist derselbe wie der für die polyzentrische Stadtstruktur: 1920 wurden Berlin sieben umliegende Städte sowie Dutzende Dörfer, Gemeinden und Gutsbezirke dazwischen und rundherum einverleibt.

Flächenmäßig machte das aus Berlin über Nacht die zweitgrößte Stadt der Welt, nur Los Angeles hatte ein noch größeres Stadt gebiet. Stadt und Dorfkerne haben sich als Zentren behauptet, darunter die heutige City West, einst Zentrum der unabhängigen Stadt Charlottenburg. Paris beispielsweise wurde nie mit seinem Umland vereinigt, deshalb passt, an Stadtgrenzen gemessen, die französische Hauptstadt in die deutsche fast acht einhalbmal hinein – aber das ist natürlich eine ungehörige Milchmädchenrechnung.“

Sie haben schon Ihren Koffern gepackt? Gut. Und vergessen Sie nicht Ihr Exemplar Berlin für die Hosentasche (Fischer TaschenBibliothek) einzustecken. Damit Sie nicht in Berlin verloren gehen. Diese Stadt ist ja sooo groß! (Redaktion: GK)


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