Start Reisetipps Sieben Tipps für Kreuzfahrten-Newcomer

Sieben Tipps für Kreuzfahrten-Newcomer

592
0
TEILEN
Kreuzfahrten: Sonnendeck auf einem Kreuzfahrtschiff
Kreuzfahrten liegen im Trend: Immer mehr Urlauber wagen sich auf die Mega-Kreuzfahrtschiffe (Foto: Pixabay)

Kreuzfahrten werden immer beliebter. Mehr als 132.000 Österreicher unternehmen jährlich eine Kreuzfahrt. Die Zahl der Schiffsreisenden wird auch 2018 wieder steigen, prognostiziert die Reisebranche. Bis 2025 werden nicht weniger als 84 neue Schiffe in den Dienst gestellt.

„Zu den Top-Zielgebieten der Kreuzfahrer zählen die Karibik, der Norden, das Mittelmeer und die Kanaren“, sagt Dr. Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen Reiseverbandes (ÖRV). „Kurzkreuzfahrten als Schnupperkreuzfahrten werden immer beliebter.“ Ebenfalls im Trend: Themenkreuzfahrten – etwa in Begleitung bekannter Entertainer oder zu speziellen Themen von Golf über Mode bis Fußball.

„Immer mehr junge Paare und Familien entdecken den Vorteil von Kreuzfahrten“, sagt Ulrike Soukop, Leiterin des ÖRV Kreuzfahrten-Ausschusses. „Schiffsreisen eignen sich hervorragend für Mehrgenerationen-Urlaube, da an Bord eines Kreuzfahrtschiffes für alle Interessen vieles geboten wird – vom Kids Club über Fitness, Vorträge, Animation bis zu beeindruckenden Abend-Shows, Live-Musik in den Bars und vieles mehr.“

Verstärkt werden auch Kreuzfahrten mit längeren Aufenthaltsdauern an Land nachgefragt. Durchschnittlich sind Österreichs Kreuzfahrer neun Tage an Bord eines Schiffes. Hier sieben wertvolle Insider-Tipps des ÖRV für Kreuzfahrten-Anfänger.

Zum Kennenlernen Kurzkreuzfahrt im Mittelmeer

Wer das erste Mal auf ein Schiff geht, sollte mit einer Kurzkreuzfahrt ab drei Tagen beginnen, empfehlen die ÖRV-Kreuzfahrten-Experten. „Da lernt man ungezwungen das Prozedere vom Check-in über die Sicherheitsvorkehrungen bis zum Essen an Bord“, sagt Manfred Jägersberger-Greul vom ÖRV-Kreuzfahrten-Ausschuss.

Ideal für den Einstieg sind Häfen, die leicht erreichbar sind – etwa Venedig oder Triest. Kreuzfahrten im westlichen oder östlichen Mittelmeer sowie zu den Kanaren sind bei Anfängern sehr beliebt. „Kurzkreuzfahrten sind auch sehr gut mit Badeaufenthalten oder Städtetrips davor oder danach zu kombinieren“, empfiehlt Ulrike Soukop.

Nicht egal, mit welcher Reederei Sie in See stechen

Die wichtigste Entscheidung für jeden Kreuzfahrer ist – neben dem Zielgebiet – die Wahl der Reederei und des Schiffes. Überlegen Sie sich genau, was Ihnen im Urlaub wichtig ist. Genießen Sie Luxus? Legen Sie Wert auf stilvolle Kleidung? Oder sind Sie der legere Typ, dem es vor allem wichtig ist, Land und Leute kennen zu lernen? Sie haben die Wahl zwischen unzähligen Reedereien mit unterschiedlichen Konzepten für verschiedene Alters- und Zielgruppen.

„Wem die englische Sprache nicht gut geläufig ist, sollten darauf achten, dass die Bordsprache Deutsch ist,“ empfehlen die Experten. „Es gibt Schiffe, die auf Publikum spezialisiert sind, die auf elegante Kleidung Wert legen, und es gibt Reedereien, die auf lockere Party-Atmosphäre oder Familien setzen,“ so Ulrike Soukop.

Kleinere Schiffe haben oft nur ein Restaurant, die großen schwimmenden Hotels bieten eine ganze Palette an Spezialitätenlokalen. Wer Schonkost benötigt, sollte das gleich bei der Buchung bekannt geben. Es gibt Reedereien, die auch glutenfreie, vegetarische oder vegane Kost offerieren.

Kreuzfahrten: Im Hafen ein beleuchtetes Schiff am Abend
Kreuzfahrten sind ein besonderes Erlebnis und sprechen alle Altersklassen an (Foto: Pixabay)

Welche Kabine? Nicht am falschen Platz sparen!

Eine Innenkabine ist die günstigste „Zimmervariante“ auf jedem Schiff, aber man sollte dafür nicht klaustrophobisch veranlagt sein. Die Kreuzfahrten-Experten empfehlen: Nicht am falschen Platz sparen und zumindest eine Außenkabine buchen. „Bei den großen modernen Schiffen sind schon mehr als 80 Prozent der Kabinen Außenkabinen,“ so die ÖRV-Kreuzfahrtenexpertin.

Wer Freiheitsgefühle auf hoher See optimal genießen will, der sollte sich auch und gerade bei seiner ersten Kreuzfahrt eine Kabine mit Balkon gönnen, noch dazu, wo der Preissprung gegenüber einer Außenkabine ohne Balkon oftmals gering ist. „Einen Cappuccino am Balkon und frische Meeresluft in der Kabine genießen, ist ein unvergesslicher Mehrwert“, betont Ulrike Soukop. Alle guten Reedereien sind übrigens behindertengerecht ausgestattet.

Das richtige Ausflugsprogramm buchen!

Große Unterschiede gibt es auch bei den Landprogrammen der Reedereien. An Orten wie Dubrovnik legen nicht alle Schiffe direkt an, manche bringen ihre Gäste mit Tender-Booten an Land. Bei einer Mittelmeerkreuzfahrt kann es zum Beispiel entscheidend sein, ob die Ausflugsprogramme für den europäischen oder etwa den amerikanischen Markt zugeschnitten sind – Europäer sind auf ihrem Kontinent an anderen Dingen interessiert als Amerikaner.

Waren Sie noch nie in der betreffenden Stadt? Dann sind für Sie Ausflüge interessant, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führen. Oder kennen sie die Destination schon? Dann werden Sie vielleicht Themen-Ausflüge und Aufenthalte im Hafen über Nacht interessieren, damit sie auch weniger bekannte Attraktionen besuchen können.

Immer mehr Reedereien bieten auch Ausflüge in kleineren Gruppen zu bestimmten Themen an – von der Weinverkostung bis zum exquisiten Konzert in einem Schloss. Landgänge, die von den Reedereien organisiert sind, bieten ein rund um sorgloses Programm – die Gäste brauchen etwa keine Angst haben, dass sie das Schiff nicht rechtzeitig vor der Abfahrt erreichen. Etliche Reedereien bieten auch attraktive und kostengünstige Vorprogramme und sogar Rundreisen vor oder nach der Kreuzfahrt an. So lässt sich etwa in Südafrika eine Safari mit einer Kreuzfahrt kombinieren.

Tipp fürs Handgepäck bei Kreuzfahrten

Wer in der warmen Jahreszeit eine Kreuzfahrt unternimmt, sollte am Anreisetag die Badebekleidung im Handgepäck haben: Denn oft darf man auf dem Schiff früher einchecken als in die Kabine und hat daher nicht immer gleich Zugang zu seinem Koffer. Benötigte Medikamente sollten immer ins Handgepäck.

Nur keine Angst vor der Seekrankheit

Wer sich sorgt, ob ihn womöglich die Seekrankheit plagen könnte, kann beruhigt werden: Alle modernen Schiffe sind mit Stabilisatoren ausgestattet, die ein Schwanken stark reduzieren. Außerdem ist immer ein Arzt an Bord, der im Bedarfsfall hilft. Bei Bedarf werden kostenlose Pillen gegen Seekrankheit verabreicht.

Als Hausmittel zur Vorbeugung gilt Ingwer. Empfohlen wird generell, benötigte Medikamente in ausreichender Menge mitzunehmen, wobei sich in den meisten Häfen Apotheken befinden und auch die Schiffsapotheken mit den wichtigsten Arzneien für Akutfälle ausgestattet sind.

Beratung und frühes Buchen beugt Ärger vor

Die Vielfalt der Reedereien und Angebote bedingt, dass sich gerade Kreuzfahrten-Einsteiger vor dem Buchen sehr ausführlich über die Wahl des richtigen Schiffes informieren sollten. Dabei sind nicht nur die Websites der Reedereien sinnvoll, sondern vor allem auch die persönliche Beratung von Reedereien-Profis im Reisebüro.

Wer seine Schiffsreise früh plant (mit einer Vorlaufszeit bis zu einem Jahr) ist klar im Vorteil: Viele Schnäppchen sind rasch ausgebucht, für begehrte Fahrgebiete und kleinere Schiffe sind die Kabinen rasch besetzt. Auch Mehrbettkabinen für Familien und konkrete Wunsch-Kabinen sollte man frühzeitig buchen. Die Kreuzfahrt-Experten empfehlen auch, sich über attraktive Packages der Reedereien zu informieren – etwa fakultative Getränke-Pakete oder Fly & Cruise Angebote, bei denen Flug und Transfer zum Hafen inkludiert sind. So lassen sich mit der richtigen Beratung einige Euros sparen.