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Tourismus muss unkonventionell denken

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Der Tourismus braucht in Zeiten wie diesen einen Perspektivenwechsel, muss unkonventionell denken und auch mal gegen den Strom schwimmen: Das empfiehlt ein Querdenker (Illustration: Gerd Altmann, Pixabay)

Weltweit durchsteht der Tourismus derzeit schwere Zeiten. Aber wenn sich Zeiten und auch Branchen wie der Tourismus radikal ändern, und wenn sich ganze Konzerne neu „erfinden“ müssen, ist der Münchner Berater und Experte für Leadership und Change-Management Philipp Hahner ein gefragter Mann. Der unkonventionelle Consulter sieht sich als „Disruptor“, als ein „Zerstörer von Bisherigem“. Im Congress Centrum Alpbach lieferte er beim ersten „Alpbachtal Tourismus Zukunftstag““ den rund 200 Touristikern Ansätze für das Denken der Zukunft. 

TVB Obmann Frank Kostner und Marketingleiterin Petra Cosentino beleuchteten zunächst den Status Quo der Tourismusregion. Laut Cosentino werde Werbung vor allem online investiert. Kostner räumt ein, dass bei einer Bettenauslastung von 32,6 Prozent viel Luft nach oben sei. Tiroler Spitzenwerte liegen bei 50 Prozent.

„Wir sollten nicht nur Köpfe zählen, sondern müssen auf die Wertschöpfung achten“, so Kostner. „Viele verkaufen sich derzeit unter ihrem Wert.“ Geschäftsführer Markus Kofler kündigte coronabedingt den international bekannten Keynote-Speaker per zugeschalteter Videobotschaft an. 

Menschen glauben Google mehr als ihrem Partner

Philipp Hahn setzte bei der alles verändernden Digitalisierung an. „Die Digitalisierung würfelt alles Bestehende durcheinander.“ Sie schaffe nichts Neues. Sie sei ein Werkzeug, um das Leben zu erleichtern. Für den Tourismus bedeutet das unter anderem: Bewertungen sind das Um und Auf.

„Dem Google-Rating vertrauen Menschen viel mehr als der Meinung ihres Partners“. Je besser die Sterne-Ratings sind, desto besser werde man gebucht, so Hahn. Daher sollten sich Touristiker die Mühe machen und ihre zufriedenen Kunden um Bewertungen fragen. Diese seien das wertvollste Trinkgeld. 

Die Zukunft für den Tourismus bleibt herausfordernd

Wer Veränderung möchte, der müsse auch mal unkonventionell Denken. Tiktok sei ein Beispiel dafür. Je einfacher und simpler die Videos gestrickt sind, desto mehr Likes erhalten sie. „Geben Sie den Menschen ein Gesicht. Filmen Sie Ihre Mitarbeiter, wenn sie morgens gut gelaunt sind. Denn letztlich geht es im Urlaub darum, Spaß zu haben“, so Hahn.

Tourismus in der Dauerkrise: Philipp Hahn zeigt die Wege in die Zukunft (Foto: TVB Alpbachtal, Grießenböck)

Sein Tipp: „Halten Sie den Istzustand für den schlechtest-möglichen. Für uns wird es auch in Zukunft sportlich bleibt. Aber es gibt Möglichkeiten und Mittel, diese Zukunft zu gestalten.“ 

Visionen, Perspektivenwechsel und neue Projekte

Wie Investitionen und Visionen konkret aussehen, darüber erfuhr man von Frank Kostner. Neue Projekte wie der barrierefreie Weg um den Reintalersee oder der geplante Bike-Park in Reith im Alpbachtal zählen dazu.

Der Hornlift 2000 soll heuer durch eine moderne 6er Sesselbahn ersetzt werden und ist in der finalen Genehmigungsphase. An der Bergstation ist ein architektonisch gestalteter Aussichtspunkt geplant – der Top of Alpbachtal. Und man arbeite derzeit an einer Hängebrücke, die Alpbach mit Reith im Alpbachtal für Wanderer und Radfahrer verbindet. 

„Wir brauchen einen Perspektivenwechsel, eine klare Positionierung und starke Marke“, schwörte Kostner das Publikum auf das neue Normal nach Corona ein. Und eines stünde dabei fest: „Veränderung kann man nur gemeinsam schaffen.“ 

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