Die Luftfahrt ist essenziell für die Wirtschaft der Niederlande. Holland ist noch wohlhabend, aber der Ukraine-Krieg, die Klimaziele und die Energiewende erfordern klare Entscheidungen: Die Handelskonflikte setzen die Ertragskraft unter Druck, die Europäische Union verliert an Einfluss in der Weltordnung. Deshalb fordert die niederländische Fluggesellschaft KLM die Bildung eines nationalen Fonds für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF).
Ein solcher Fonds würde es Holland ermöglichen, die Produktion alternativer Flugkraftstoffe zu beschleunigen und diese erschwinglicher zu machen, wodurch die Nachhaltigkeit des Luftfahrtsektors gestärkt würde.
Echte Fortschritte können nur erzielt werden, wenn Regierung und Wirtschaft zusammenarbeiten und die Regierung eine aktivere Rolle übernimmt. KLM appelliert daher an die politischen Entscheidungsträger, diese Empfehlung anzunehmen.
Wettbewerbsposition der Niederlande stärken
KLM unterstützt die Schlussfolgerungen im Wennink-Bericht „Der Weg zu zukünftigem Wohlstand“ zur entscheidenden Bedeutung der Luftfahrt für die Sicherung des Wohlstands und den Erhalt des Innovationsökosystems der Niederlande vollumfänglich.
Luftfahrt und Schiphol sind entscheidend für die Wirtschaftskraft in den Niederlande: Sie verbinden das Königreich mit der Welt und sind essenziell für Handel, Beschäftigung und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Daher ist es unerlässlich, „dass alle gemeinsam in einen zukunftsfähigen Luftfahrtsektor investieren, anstatt ihn einzuschränken oder zusätzliche nationale Abgaben zu erheben. Dies würde die Wettbewerbsposition der Niederlande und die globale Vernetzung, von der unser Wohlstand abhängt, untergraben“, so die KLM.
KLM investiert erheblich in einen saubereren, leiseren und treibstoffsparenderen Betrieb. Neben der Flottenerneuerung ist SAF derzeit eines der effektivsten Mittel zur Reduzierung der CO₂-Emissionen im Luftverkehr.
Alternative Flugkraftstoffe statt Kerosin
Im Vergleich zu fossilem Kerosin werden die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus um mindestens 65 % gesenkt. KLM mischt jährlich mehr SAF bei als die EU-Vorgabe vorschreibt und hat einen langfristigen Abnahmevertrag abgeschlossen, um den Aufbau der ersten SAF-Produktionsanlage der Niederlande in Delfzijl zu unterstützen.
Um das gemeinsame Ziel einer SAF-Beimischung von 14 % in den Niederlanden bis 2030 zu erreichen, müssen alternative Kraftstoffe jedoch erschwinglicher und breiter verfügbar werden. Genau wie bei Wind- und Solarenergie können staatliche Investitionen einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Zukunft einer nachhaltigen Luftfahrt leisten.
„Wir unterstützen voll und ganz die Schlussfolgerung des Wennink-Berichts, dass die Luftfahrt für den zukünftigen Wohlstand der Niederlande von entscheidender Bedeutung ist. Um diese Position zu halten und unsere Nachhaltigkeitsbemühungen zu beschleunigen, muss die Regierung investieren, anstatt zusätzliche nationale Abgaben einzuführen“, sagt CEO KLM Marjan Ringel.
Und: „Ein nationaler SAF-Fonds würde es Regierung und Industrie ermöglichen, gemeinsam den Wandel voranzutreiben. KLM investiert bereits in alternative Kraftstoffe, doch nur mit einer aktiven Rolle der Regierung können wir den notwendigen Umfang und die Bezahlbarkeit erreichen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Niederlande als Vorreiter in der nachhaltigen Luftfahrt zu positionieren.“
Wann kommt „SAF Made in Holland“
Die Einrichtung eines nationalen SAF-Fonds steht im Einklang mit den europäischen Bemühungen, den Übergang zu nachhaltigen Kraftstoffen zu beschleunigen, darunter der Investitionsplan für nachhaltigen Verkehr (STIP), und würde „SAF Made in Holland“ Realität werden lassen. Aus Sicht von KLM sollte sich ein nationaler SAF-Fonds auf Folgendes konzentrieren:
- SAF für Fluggesellschaften bezahlbar machen. Die Preisdifferenz zwischen SAF und fossilem Kerosin soll durch einen Anreizfonds geschlossen werden, der es Fluggesellschaften ermöglicht, SAF tatsächlich zu nutzen und sie dazu ermutigt, nachhaltige Optionen zu wählen. Basierend auf den aktuellen Preisen könnte eine jährliche Investition von 60 Millionen Euro bereits einen zusätzlichen SAF-Anteil von 1 % ermöglichen.
- Produktionsbeschleunigung und verbesserter Rohstoffzugang. Der Zugang zu nachhaltigen Rohstoffen für die SAF-Produktion soll verbessert und Hindernisse für den beschleunigten Ausbau der SAF-Infrastruktur beseitigt werden. Dies würde den Niederlanden ermöglichen, die heimische Produktion deutlich zu steigern.
- Investitionen in (e)SAF-Innovationen zur europäischen Vorreiterrolle. Die Entwicklung von (e)SAF-Technologien der nächsten Generation soll gefördert und eine führende Rolle in europäischen Innovationsinitiativen übernommen werden. Die niederländische Regierung hat mit der Teilnahme an einem europäischen Pilotprojekt im Rahmen des STIP-Programms bereits einen vielversprechenden ersten Schritt getan.
Der nationale SAF-Fonds könnte aus den Einnahmen der bestehenden niederländischen Luftverkehrssteuer finanziert werden. Dies würde es den Niederlanden und der niederländischen Luftfahrt ermöglichen, eine Vorreiterrolle beim Ausbau alternativer Flugkraftstoffe einzunehmen und sicherzustellen, dass das nationale Ziel einer 14%igen SAF-Beimischung bis 2030 erreichbar bleibt.
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