
Früher machte Fliegen wirklich noch richtig Spaß. Vor mehr als einem Jahrzehnt waren die Gänge in der Economy Class breiter, die Sitze komfortabler – und so etwas wie Beinfreiheit und saubere Toiletten gab es tatsächlich. Statt einer Packung salziger Erdnüsse wurden warme Mahlzeiten serviert, die Getränke flossen kostenlos und reichlich. Ja, der Fluggast war einmal ein König an Bord und wurde als solcher umsorgt und behandelt. Diese nostalgischen Zeiten sind längst vorbei.
Seither haben immer mehr schlechte Erfahrungen, überlange Wartezeiten beim Check-in, nervige Pass- und Handgepäck-Kontrollen, unzureichende Information, Streiks von Piloten und Bodenpersonal, Verspätungen und Stornierungen vielen die Freude am Fliegen un Urlaub verdorben.
Mehr als einer von drei Fluggästen (37 Prozent) berichtet, dass ihm seine Erfahrungen mit einer Fluggesellschaft den Urlaub verdorben haben. Damit nicht genug: 38 Prozent der Fluggäste geben an, ihre Erfahrung sei so schlimm gewesen, dass sie nie wieder mit der betreffenden Airline fliegen würden. Und 15 Prozent der Befragten waren sogar völlig verzweifelt und hätten das Flugzeug noch am liebsten während des Fluges verlassen.
Annullierte Flüge, verlorenes Gepäck und Verspätungen stehen jedes Jahr immer öfter an oberster Stelle der Frust-Erlebnisse. Ein weiteres großes Ärgernis waren und sind für viele auch die Zusatzkosten, etwa die Gebühren für die Gepäckaufgabe oder versteckte Kosten.
Versteckte Kosten standen mit 38 Prozent an zweiter Stelle der fünf wichtigsten Gründe, aus denen Reisende nicht mehr mit einer Airline fliegen wollen – direkt nach dem verlorenen Gepäck (39 Prozent). Annullierte Flüge besetzten mit 36 Prozent den dritten Platz, gefolgt von schmutzigen Toiletten (25 Prozent) – was keine Seltenheit ist – und einem unfreundlichen Bordpersonal (25 Prozent) – was immer wieder vorkommt.
Eine Umfrage im Auftrag brachte ans Licht, welche Verhaltensweisen Urlauber während ihrer Flugreisen besonders verärgern und wie sie zu potenziellen Änderungen im Flugverkehr stehen. Die Umfrage wurde vom 5. bis 16. April 2024 durchgeführt und berücksichtigte 1.000 Erwachsene aus Deutschland, die in den letzten fünf Jahren im Ausland Urlaub gemacht haben.
Die Ärgernisse beim Fliegen an Bord
Sie drängeln, machen sich breit, schnarchen und stinken: Wer mit dem Flugzeug auf Geschäftsreisen geht oder in den Urlaub fliegt, muss gute Nerven haben. Denn immer wieder findet an Bord ein Kampf ums Gepäckfach statt, gibt es müffelnde Mitreisende, dauerquatschende Sitznachbarn und Rüpel, die sich rücksichtslos auf ihrem Sitz in die Liegeposition fallen lassen. Die Ärgernisse an Bord sind immer die gleichen. Eine Umfragen der Online-Plattform opodo zeigt, was die fünf ärgsten Ärgernisse bei Fliegen sind:
- Zurückstellen des Sitzes in der Vorderreihe (48 %): Diese rücksichtslose Handlung stört die meisten Passagiere erheblich.
- Ständiges Aufstehen des Sitznachbarn (43 %): Häufiges Aufstehen und Herumlaufen der Mitreisenden wird als äußerst störend empfunden.
- Unaufhörliches Gesprächssuchen des Sitznachbarn (40 %):Dauerhafte Gesprächsversuche während des Fluges sind vielen Reisenden unangenehm.
- Sofortiges Aufstehen nach der Landung (30 %): Das übereilte Aufstehen, sobald das Flugzeug aufgesetzt hat, wird als lästig wahrgenommen.
- Händeklatschen bei Start oder Landung (18 %): Diese eigenartige Angewohnheit irritiert eine beträchtliche Anzahl von Passagieren.
Weitere störende Verhaltensweisen umfassen unter anderem, dass jemand aus dem Fenster schaut oder versucht, ein Foto zu machen, wenn man auf dem Fensterplatz sitzt, Anfragen zum Sitzplatztausch und das Platzieren von anderen Gegenständen als das Handgepäck in der Gepäckablage.
Auffallend ist, dass ältere Fluggäste offenbar vielen Angewohnheiten gegenüber gelassener reagieren. So stören sich im Schnitt nur 35 % der über 65-Jährigen daran, oft aufstehen zu müssen. Und sogar insgesamt 10 % dieser Altersgruppe geben an, sich an keiner der genannten Verhaltensweisen zu stören.
Ein Blick auf regionale Unterschiede verrät, dass Saarländer eine besonders kurze Zündschnur zu haben scheinen: Zwei Drittel der Befragten aus dieser Region stören sich am Zurückstellen des Sitzes in der Vorderreihe und 73 % stehen ungern für den Nebensitzer auf. Erstaunliche wiederum ärgert sich keiner der Befragten über das Klatschen bei der Landung.
Zudem zeigt der internationale Vergleich, dass sich besonders die Deutschen an geschwätzigen Sitznachbarn stören: Während mit 40 % fast die Hälfte der deutschen Reisenden dies als Ärgernis empfinden, sind es weltweit nur 32 %.
Fliegen für Erwachsene ohne Kinder?
In der Umfrage wurde auch der Anteil der Fluggäste untersucht, die theoretisch reine Erwachsenenflüge befürworten würden. Sie zeigte, dass ein beträchtlicher Anteil der Urlauber die Einführung unterstützen würde. Immerhin ein Drittel der Befragten aus Deutschland wären sehr oder eher geneigt, solche Flüge zu unterstützen, während 46 % dieser Idee eher oder sehr ablehnend gegenüberstehen. 20 % zeigten sich neutral und 3 % waren unschlüssig.
Im Vergleich dazu sind die globalen Daten deutlicher. Weltweit würden 51 % (26 % sehr wahrscheinlich, 25% eher wahrscheinlich) der Befragten Adult-Only-Flüge unterstützen, was eine wesentlich höhere Zustimmung als in Deutschland darstellt. Nur 23 % (10 % eher unwahrscheinlich, 13 % sehr unwahrscheinlich) lehnen diese Idee ab.
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