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Markenvielfalt als Erfolgsrezept für Hotels

Martin Winkler, CEO der österreichischen Verkehrsbüro Hospitality, erläutert in einem Gastbeitrag, warum die Markenvielfalt heute mehr ist als nur ein reiner Portfolio-Entscheid – sie ist ein strategischer Hebel für Wachstum, Relevanz und echte Zukunftsfähigkeit

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Markenvielfalt: Geschichte und Luxus in der Grand Suite im Hotel Schloss Schönbrunn spüren (Bild: Verkehrbuero Hospitality)
Geschichte und Luxus in der Grand Suite im Parkhotel Schloss Schönbrunn atmen und spüren (Bild: Verkehrbuero)

Der Hotelmarkt befindet sich in einer Phase der nachhaltigen Transformation. Digitalisierung, eine fortschreitende Konsolidierung der Markenlandschaft und die Individualisierung der Reisebedürfnisse prägen die Agenda.

Die Gästestruktur entwickelt sich dynamisch, geprägt von unterschiedlichsten Herkunftsmärkten, Lebensstilen und Reisemotiven. Es gilt für jeden Markt und jede Zielgruppe die passende Marke mit klarer Positionierung anzubieten.

Diese Entwicklungen fordern nicht nur neue Marktteilnehmer, sondern auch etablierte Player, ihre Strategien konsequent zu hinterfragen und agil auszurichten.

Österreichs größter Tourismus-Player im Wandel

Das Verkehrsbüro blickt auf über 100 Jahre Erfolgsgeschichte in der österreichischen Hotellerie zurück. Meine persönliche Überzeugung ist, dass kontinuierlicher Erfolg durch aktiven Willen zum Wandel entsteht. So schlägt der Unternehmensbereich Verkehrsbuero Hospitality ein neues Kapitel auf.

Ziel ist die Positionierung als White Label Operator mit einem vielfältigen, international ausgerichteten Markenportfolio. Hierbei sind Kooperationen mit Hilton, Accor und Marriott der Schlüssel zu globaler Sichtbarkeit, langfristiger Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigem Wachstum.

Mit diesem Schritt habe ich gemeinsam mit meinem Team in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld die Rolle als führen der Hotelbetreiber des Landes neu definiert.

Internationale Partner gepaart mit nationaler Expertise

Über Jahrzehnte hinweg hat die Verkehrsbuero Hospitality mit den Eigenmarken, allen voran den Austria Trend Hotels, die österreichische Hotellerie maßgeblich geprägt. Angesichts der Heterogenität des Portfolios und des Potenzials durch internationale Gästeschichten war die Entscheidung, künftig auf Partnerschaften mit globalen Marken zu setzen, für mich als CEO der nächste konsequente Schritt, um das Unternehmen zukunftsfit zu positionieren.

In einem Marktumfeld, in dem internationale Marken, der Zugang zu weltweiten Vertriebs- und Marketingplattformen sowie systemische Skaleneffekte über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden, bietet das Franchise-Modell die größte betriebswirtschaftliche Hebelwirkung.

Gleichzeitig wird die operative Eigenständigkeit als erfahrener nationaler Betreiber bewahrt. Zudem sehe ich aus der Personalentwicklungs-Perspektive durch internationale Brands vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und attraktive Karriereperspektiven. Das ist ein klarer Vorteil im Wettbewerb um Talente.

Globale Brands als Vertriebsverstärker

Fürs mich ist die Kooperation mit global etablierten Marken strategisch ein klarer Win. Es ermöglicht den Zugang zu leistungsstarken Buchungssystemen und weltweiten Kundenbindungsprogrammen.

Hilton Honors, ALL – Accor Live Limitless und Marriott Bonvoy erreichen zusammen über 500 Millionen Mitglieder weltweit – hier geht es um superlative Potenziale im Wettbewerb um internationale Gäste. Gleichzeitig wird durch die direkte Einbindung die Abhängigkeit von Drittplattformen reduziert.

Vertrieb, Kundenbeziehungsmanagement und Ertragssteuerung sind längst keine Insellösungen mehr, sondern integrale Bestandteile eines digitalen Ökosystems. Genau hier entfaltet das Franchise-Modell sein volles Potenzial. Franchise-Partnerschaften schaffen Zugang zu technologischen Plattformen, die für zeitgemäße Hospitality unverzichtbar geworden sind.

Wichtig ist hier, die Teams gut durch den Change und beim Onboarding in der Zusammenarbeit mit den Franchise-Partnern zu begleiten, um alle Chancen, die sich durch die Neuausrichtung bieten, auch effizient zu nutzen.

Markenvielfalt als Erfolgsrezept

Unsere White-Label-Strategie setzt bewusst auf eine kuratierte Markenvielfalt. Von exklusiven Softbrands für Häuser mit einzigartigem Charakter über etablierte Midscale Marken bis hin zu jungen, designorientierten Konzepten wird die gesamte Bandbreite zeitgemäßer Stadthotellerie abgedeckt.

Strategische Partnerschaft für die Markenvielfalt in Österreich: Jerome Briet, Chief Development Officer, Europe, Naher Osten & Afrika, Marriott International und Martin Winkler, CEO Verkehrsbuero Hospitality (Bild: Marriott)
Strategische Partnerschaft für die Markenvielfalt in Österreich: Jerome Briet, Chief Development Officer, Europe, Naher Osten & Afrika, Marriott International und Martin Winkler, CEO Verkehrsbuero Hospitality (Bild: Marriott)

Individualität bleibt ein zentrales Element der Markenstrategie. Eingebettet in ein internationales Qualitätsversprechen wird die Authentizität der einzelnen Hotelstandorte bewahrt. So ist das zur Gruppe gehörende traditionsreiche Hotel Astoria Vienna nicht nur ein Stück Wiener Hotelgeschichte, sondern als Curio Collection by Hilton Teil einer global wieder erkennbaren Markenerfahrung.

Ähnliches gilt für das Parkhotel Schönbrunn, das künftig Teil des Portfolios von Marriott ist. Gäste suchen keine austauschbaren Produkte, sondern authentische Hotels mit Geschichte und Atmosphäre. Die Verbindung von globalem Qualitätsversprechen und lokaler Identität ist kein Widerspruch, sondern ein klarer Profilgeber im internationalen Wettbewerb.

Österreich-Premieren am Hotelmarkt

Das aktuelle Rollout-Konzept konzentriert sich auf Conversions in Wien, Salzburg und Ljubljana. Besonders spannend sind dabei Marken, die in Österreich bislang nicht vertreten waren, sich international jedoch bereits erfolgreich etabliert haben.

Martin Winkler, CEO Verkehrsbuero Hospitality

Jede dieser Premieren bringt frische Impulse in den Markt und stärkt das Portfolio. So markieren das erste TRIBE Hotel in Wien und der Markteintritt der Handwritten Collection in Österreich wichtige Meilensteine der gemeinsamen Partnerschaft mit Accor.

Mit dem traditionsreichen Hotel Astoria Vienna wurde die Curio Collection by Hilton erstmals nach Wien gebracht. Seit Dezember 2024 werden zudem zwei Häuser der jungen Premium Economy Marke Spark by Hilton in Wien betrieben, die ersten Hotels der Brand in Kontinentaleuropa.

Ein weiteres Highlight ist der Beitritt des historischen Parkhotel Schönbrunn zum Portfolio von Marriott. Darüber hinaus wird mit Marriott und Accor das Portfolio um Marken wie Four Points Flex by Sheraton, AC Hotels by Marriott und Novotel, die für urbanes Lebensgefühl und Designanspruch stehen, erweitert.

Mutige Abschiede und neue Perspektiven

Der Abschied von den Eigenmarken, die ich in unter schiedlichen Rollen federführend mitgestalten und aufbauen durfte, war kein leichter Schritt. Doch bin ich gleichermaßen überzeugt, dass es mutige Entscheidungen braucht, um die langfristige Zukunftsfähigkeit zu sichern.

Als White-Label-Operator ist man agiler und es können die Stärken im Sinne der Gäste und Partner gezielter ausgespielt werden. Durch die Verbindung der langjährigen Betreiberexpertise mit der globalen Strahlkraft führender Marken wird ein attraktives Angebot für Reisende aus aller Welt geschaffen.

Ich bin stolz darauf, dass die Verkehrsbuero Hospitality sich jetzt und in Zukunft als Teil eines global vernetzten Marktes, der auf Partnerschaften, geteilte Werte und nachhaltige Kundenorientierung baut, etabliert. Damit wird ein Beitrag zur Weiterentwicklung des Qualitätstourismus in Österreich und darüber hinaus geleistet.


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