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Reisebranche: Keine Haftung für Airlines!

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Reisebranche: Fluglinie Air Berlin ist pleite
Die Reisebranche will nicht länger das Risiko der Airlines übernehmen (Foto: Viola, Pixabay)

Die Reisebranche will nicht die Risiken der Airlines tragen. Eine Million geschädigte Passagiere in drei Monaten sind genug. Alle 30 der ECTAA (The European Agents and Tour Operators Associations) angeschlossenen Landesverbände der Reisebranche fordern das Europäische Ministerium für Mobilität und Verkehr erneut auf, von den Airlines endlich eine Kundengeldabsicherung einzufordern.

Die Konkurse in der Airline-Branche reißen nicht ab. Alleine in den vergangenen drei Monaten waren über eine Million Passagiere von der Insolvenz der Air Berlin, der Niki und Monarch Airlines betroffen:

• Air Berlin: Mindestens 180.000 Kunden erhalten für den bereits gebuchten Flug keine Rückerstattung.
• NIKI: Rund 410.000 Buchungen wurden storniert, davon waren über die Hälfte Reisebüro-Kunden.
• Monarch Airlines: Mehr als 110.000 Passagiere strandeten nach der plötzlichen Ankündigung im Ausland, während weitere 750.000 Personen bereits für Flüge bezahlt haben, die sie nicht antreten konnten.


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Reisebranche will nicht Risiken der Airlines tragen

Nicht nur Mitarbeiter und Passagiere kamen durch die Groundings zu Schaden, sondern auch Reisebüros und Reiseveranstalter, die Flüge der betroffenen Airlines innerhalb eines Pauschalarrangements verkauft hatten und deshalb gegenüber ihren Kunden in der Haftung stehen.

ÖRV Generalsekretär Dr. Walter Säckl kritisiert aufs Schärfste, dass die Reisebüros und Reiseveranstalter derzeit für die Risiken der Airline-Industrie geradestehen müssen. Der Österreichische ReiseVerband sowie die anderen Landesverbände sehen das Europäische Ministerium für Mobilität und Verkehr in der Pflicht, diese Ungleichbehandlung endlich zu beseitigen. Sie verlangen, dass EU-Rechtsvorschriften eingeführt werden, die die Fluggesellschaften künftig verpflichten, die Kundengelder abzusichern. Die Absicherung soll über den Ticketpreis finanziert werden.

Die ECTAA vereint die nationalen Verbände von Reisebüros und Reiseveranstaltern aus 30 europäischen Ländern, davon 27 EU Mitglieder, 1 EU Beitrittskandidat sowie Norwegen und die Schweiz, und vertritt 70.000 Unternehmen.