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Preissteigerungen bei Billigfliegern ab 2027

Luftfahrt-Experten und Airline-Chefs wie Michael O’Leary von Ryanair prognostizieren eine für Reisende spürbare Entwicklung bei den Preissteigerungen: Fliegen wird immer teurer

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Preissteigerungen bei Billigfliegern ab 2027: Heckflosse eines Passagierflugzeugs mit dem Ryanair-Logo
Wer ab 2027 billig fliegen will, wird tiefer in die Brieftasche greifen müssen. Die Gründe für die Preissteigerungen bei Billigfliegern ab 2027 sind vielfältig. Ein Grund u.a. ist die Luftverkehrssteuer (Bild: Ryanair)

Reisende müssen sich ab 2027 bei Billigfliegern auf spürbare Preissteigerungen einstellen. Während die EU keine Mengenbegrenzung plant, führen neue Umweltregeln dazu, dass die Ära der „extrem billigen“ Flugtickets zu Ende geht. Die Dekarbonisierung der Luftfahrt wird unbezahlbar.

Die Gründe für die Preissteigerungen ab 2027 sind vielfältig:

  • Wegfall kostenloser CO2-Zertifikate: Bis 2026 erhalten Airlines noch einen Teil ihrer Verschmutzungsrechte gratis. Ab 2026/2027 müssen sie für jede Tonne CO2 voll bezahlen. Analysten schätzen, dass allein dies die Kosten für Airlines wie Ryanair oder Easyjet um hunderte Millionen Euro pro Jahr erhöht, was direkt auf die Ticketpreise umgelegt wird.
  • Neue SAF-Quoten (ReFuelEU Aviation): Ab 2025 müssen Airlines schrittweise mehr nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) beimischen (2 % in 2025, 6 % in 2030). Da SAF derzeit etwa drei- bis fünfmal teurer ist als herkömmliches Kerosin, treibt dies die Betriebskosten nach oben.
  • Umweltgebühren der Airlines: Große Konzerne wie die Lufthansa Group haben bereits reagiert und erheben seit 2025 „Umweltkostenzuschläge“ zwischen 1 € und 72 € pro Flug, um diese neuen EU-Auflagen zu finanzieren. 

Wie hoch werden die Preissteigerungen?

Experten und Airline-Chefs wie Michael O’Leary (Ryanair) prognostizieren eine spürbare Entwicklung bei den Preissteigerungen: 

  • Kurzfristig: Für das Jahr 2026 rechnen Billigflieger bereits mit einem Preisanstieg von etwa 5 % bis 9 % aufgrund hoher Nachfrage und steigender Gebühren.
  • Bis 2030: Branchenverbände warnen vor Preissteigerungen von bis zu 61 % bis zum Ende des Jahrzehnts, wenn alle Klimaschutzmaßnahmen voll greifen.
  • Ticketpreise: Die Zeit der 10-Euro-Tickets gilt als vorbei; für einen Hin- und Rückflug innerhalb Europas könnten allein die neuen Umweltgebühren mittelfristig 10 € bis 30 € zusätzlich zum Basispreis ausmachen. 

Runter mit der Luftverkehrsteuer

Ein kleiner Gegentrend in Deutschland: Die Bundesregierung plant, die nationale Luftverkehrsteuer zum Juli 2026 leicht zu senken, was die EU-bedingten Preissteigerungen voraussichtlich nur teilweise abfedern wird.

Die deutsche Luftverkehrsteuer gilt im internationalen Vergleich als sehr hoch, was zu heftiger Kritik aus der Flugbranche führt. Aufgrund hoher Standortkosten und der Steuererhöhung 2024 schwächelt der Luftverkehr, deshalb wird die Steuer auf das Niveau von Anfang 2024 gesenkt werden soll. 

Seit Mai 2024 ist die Steuer um 20% gestiegen (z.B. 15,53 € statt 12,73 € auf Kurzstrecken). Das bekommen Airlines und Passagiere zu spüren.

Die hohen Abgaben (inklusive Luftverkehrsteuer, Luftsicherheits- und Flugsicherungsgebühren) führen dazu, dass Airlines vermehrt andere europäische Flughäfen anfliegen. So hat zum Beispiel der Billigflieger Wizz den Flughafen in Wien verlassen, und auch Ryanair die Zahl der in Wien stationierten Fluggeräte reduziert.


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