Start Reisetipps In Bhutan dem Glück auf die Spur kommen 

In Bhutan dem Glück auf die Spur kommen 

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Wo in Bhutan fromme Wünsche und Gebete ins Rollen gebracht werden (Bild: Mehmet Turgut Kirkgoz)

Das buddhistische Königreich Bhutan ist ein spirituelles Land. Hunderte heiliger Klöster, Stupas und anderer religiöser Einrichtungen sowie Gebetsfahnen und -mühlen liegen in der Landschaft am östlichen Rand des Himalayas verstreut. Sie bieten eine starke Infrastruktur und Atmosphäre für die Lehren des lebendigen Glaubens.

Bekannt ist Bhutan für seine Klöster und Festungen, auch Dzongs genannt, sowie für seine spektakulären Landschaften, die von subtropischen Ebenen bis zu steilen Bergen und Tälern reichen.

Im Hochhimalaya sind Gipfel wie der 7.326 Meter hohe Chomolhari beliebte Ziele für Trekkingtouren. Das Paro-Taktsang-Kloster, auch Tigernest genannt, schmiegt sich an den Felsen über dem bewaldeten Paro-Tal.

Riesige Buddha-Figuer in der bhutanischen Hauptstadt Thimphu (Bild: Prateek Katyal)

Autor Andreas Sturmlechner und künftiger Generalsekretär des Österreichischen ReiseVerbandes (ÖRV) hat das buddhistische Königreich besucht. Hier seine Impressionen aus dem märchenhafte Land des Donnerdrachens.


Der König von Bhutan hatte eine Idee

Das Six Senses Hotel liegt auf knapp unter 3.000 Metern Höhe über dem Paro-Tal. Wer dort oben in der Sonne sitzt und den Blick ins Tal genießt, erlebt sämtliche kurvigen Landeanflüge der staatlichen Drukair und der einzigen privaten bhutanischen Fluggesellschaft auf den angeblich gefährlichsten Flughafen der Welt mit.


In Bhutan reicht die Baumvegetation bis auf 4.500 Meter Höhe. Kein Wunder, denn Bhutan liegt auf dem 27. Breitengrad, der auch Ägypten und Florida durchquert. Aber selbst in der Höhe des Six Senses hat niemand damit gerechnet, dass man dort Artischocken anbauen kann.

Seine Majestät Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, der König, hatte die Idee, es zu versuchen. Den Kuhdünger dafür liefern die Bauern aus der Umgebung. Kunstdünger ist in Bhutan nicht erhältlich.

Und siehe da, es funktioniert – absolut biologisch und zur Freude des Königs und der Touristen. Auch jede Menge Kräuter, Tee, Kastanien-, Pfirsich- und Ginkobäume wachsen prächtig im Hotelgarten.

Das Artischockenfeld des Six Senses ist nur ein Beispiel von vielen dafür, wie in Bhutan mit großer Leidenschaft an der Zukunft gearbeitet wird. Das erklärte Ziel dabei ist es, das Bruttonationalglück (Gross National Happiness) der Bhutaner zu steigern.

Junge Burschen in roter Mönchsbekleidung beim Musizieren und Meditieren (Bild: Suket Dedhia)

Sind alle Bhutaner auch wirklich glücklich?

Der vierte König Bhutans, Seine Majestät Jigme Singye Wangchuck, verfügte bereits 1974, dass der Fortschritt Bhutans nicht mehr nur am BIP, sondern zu allererst am Gross National Happiness (GNH) gemessen wird.


Er trieb die Modernisierung des Landes voran und formulierte das „Bruttonationalglück“ (1979) als oberstes Staatsziel. Er wurde am 11. November1955 in Thimphu in Bhutan geboren und feiert 2025 seinen 70. Geburtstag. Von 1972 bis 2006 war der König von Bhutan (1972–2006) und ist der Vater des gegenwärtigen fünften Königs Jigme Khesar Namgyel Wangchuck.

Sein seit 2006 regierender Sohn Jigme Khesar Namgyel Wangchuck setzte diesen Glücks-Kurs fort: „Das GNH ist heute die Brücke zwischen den fundamentalen Werten von Freundlichkeit, Gleichheit und Menschlichkeit und der Notwendigkeit wirtschaftlichen Wachstums“.


Das GNH wurde eingeführt, um das Wohlbefinden der Bevölkerung umfassender zu messen, als nur durch das BIP möglich wäre.

Es umfasst und misst die Bereiche psychologisches Wohlbefinden, Gesundheit, Bildung, Erhalt der kulturellen Vielfalt und Resilienz, Lebensstandard, ökologische Resilienz und Vielfalt, Vitalität der Gemeinschaft und balancierte Zeitnutzung.

Natürlich sind nicht alle Menschen in Bhutan zu jeder Zeit glücklich. Auch das „glückliche“ Bhutan hat nicht zuletzt wegen des Klimawandels zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen, wie etwa die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der Hauptstadt Thimphu.


Das mit dem Glück ist so eine Sache

Aber allein die Beschäftigung mit dem Glück der Menschen impliziert Positives, das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung ist ja hinlänglich erforscht. Positive Emotionen öffnen unseren Geist, sodass wir kreativer werden, schreibt die US-Psychologin Barbara Fredrickson.

Positive Stimmungen und Einstellungen erweitern nicht nur den Horizont, sondern sie stellen auch eine solide Basis dar, auf die aufgebaut werden kann. Positivität steigert das Wohlbefinden.

Die Bedeutung des kooperativen Miteinanders und Zusammenhalts in der Bevölkerung gerade wegen der geringen Größe des Landes wird vom König immer wieder betont. Auch Glück gelingt offenbar besser, wenn man daran glaubt.

Ein Tourist sitzt auf einem Felsvorsprung und hebt die Daumen nach oben: Er hat den Aufstieg zum Taktsang-Kloster, dem Tigernet, geschafft
Wer zum Tigernest will, muss schwitzen: Das Taktsang-Kloster liegt in einer Höhe von 3.145 Metern überm Meeresspiegel und 900 Meter überm Paro-Tal (Bild: Danny Tkhan, Pixabay)

Auf Umwelt und Touristen aufpassen

Der Schutz der Natur steht ganz oben auf der Hitliste, mindestens 60 Prozent der Fläche Bhutans müssen laut Verfassung bewaldet bleiben, aktuell sind es knapp 70 Prozent. Wer beim Tischler einen Tisch bestellt, muss das Holz selber besorgen. Naturschutzgebiete nehmen 48 Prozent der Landesfläche ein.


Nicht nur auf ihr Land und die Umwelt passen die Bhutaner gut auf, auch auf die Touristen, die keinesfalls alleine herumfahren dürfen. Mietautos gibt es nicht. Grundsätzlich werden dem Touristen SUV samt Fahrer und Guide beigestellt.

Die Nationalsprache ist Dzongkha, die nur von einem Teil der Bevölkerung gesprochen wird. Die Bhutaner unterhalten sich regionsübergreifend in der Staatsprache Englisch und bringen ihren Besuchern gerne auch ein paar Brocken Dzongkha bei.


Im Land des Lächelns ist Stress unerwünscht

Als Tourist beherrscht man nach einigen Tagen „Kuzu-zang-po-la“ für Guten Tag und „Kar-dhen-chey-la“ für Danke. Wer sich mit der Kommunikation schwer tut, kann sich die Worte auf die Handfläche schreiben. Und sollte Englisch einmal von einer der beiden Seiten nicht ausreichen, Hände und Füße tun es auch.

Begegnung mit einer glücklichen Seniorin in Punakha (Bild: Gaurav Bagdi)

Begegnungen unter Einheimischen und mit Touristen sind immer herzlich. Die Menschen begegnen einander mit Wohlwollen und Wertschätzung. Ein Lächeln wird dem Blickkontakt selbst von kleinen Kindern wie selbstverständlich mitgegeben. Friedsamkeit und heitere Gelassenheit liegen den Bhutanern in den Genen.

Selbst eine Verkehrskontrolle wird zwischen Polizistin und Fahrer augenzwinkernd abgewickelt. Die fast tägliche Rushhour in Bhutan Hauptstadt Thimphu (Büroschluss im Sommer um 17 Uhr, im Winter um 16 Uhr) wird eher als gesellschaftliches Aufeinandertreffen denn als Stress betrachtet, jemanden anzuhupen wäre geradezu absurd.“


Lust auf eine Reise ins Reich des Donnerdrachens?

Der Studienreisen-Spezialist Kneissl Touristik bietet von 29.09. bis 16.10.2025 eine 18-tägige geführte Erlebnisreise ins alte Königreich des Donnerdrachens mit Linienflug (Qatar Airways). Auf dem umfangreichen Reiseprogramm stehen zahlreiche Tempel, Stupas, Klöster, Pagoden und Paläste in Bhutan, Sikkim und Nepal.

Ein Höhepunkt der Studien-Erlebnisreise ist ein Ausflug zum Taktsang Kloster, dem „Tigernest Bhutan“, das nur zu Fuß über einen steilen Pfad erreichbar ist – vorbei an Wasserfällen, Gebetsmühlen und einem tibetischen Teehaus mit einer atemberaubenden Aussicht.

Der Weg windet sich gut 900 Meter hoch bis zum Taktshang und ist bei guter Kondition in weniger als drei Stunden zu bewältigen

In den Leistungen sind alle Flüge, Transfers und Rundfahrten, Hotelübernachtungen, Verpflegung, Eintritte laut Programm sowie eine qualifizierte Reiseleitung mit Dr. Gerhard Oberzill inkludiert. Weitere Details stehen im Vorprogramm der Studien- und Erlebnisreise.


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