Start Hotellerie Eine gute Hotelnacht an 365 Tagen im Jahr

Eine gute Hotelnacht an 365 Tagen im Jahr

44
0
Ruhige Hotelnacht stärkt Körper, Gest und Seele: Ein junge Frau sitzt auf dem Hotelbett mit ihrem Laptop
Für Geschäftsreisende ist eine ruhige Hotelnacht für einen guten Start ins Business (Foto: Stokpic, Pixabay)

Ob auf Urlaub oder auf Geschäftsreisen: Ein gute Hotelnacht kann das Wohlbefinden erhöhen und die Hotelzufriedenheit erhöhen. Für Vielreisende ist Schlafqualität keine Wellness-Zugabe, sondern Teil der Reise-Infrastruktur.

Allein 2025 wurden nach Angaben des Verbands Deutsches Reisemanagement in Deutschland 116,1 Millionen Geschäftsreisen unternommen – 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Studien zeigen gleichzeitig, dass viele Geschäftsreisende im Hotel schlechter schlafen.

„Besonders relevant sind in einer Hotelnacht Geräusche innerhalb und außerhalb des Zimmers sowie der Einfluss von Licht und anderen Faktoren auf die Schlaf- und Hotelzufriedenheit. Vieles davon lässt sich verbessern“, sagt Kai Oppel, Mitgründer der Hotel-Scoring-Plattform LNGVTY. Das Unternehmen identifiziert nach wissenschaftlichem Maßstab Hotels, die „Longevity“ in ihr Konzept integrieren.

Was eine erholsame Hotelnacht ausmacht

Die moderne Longevity-Bewegung kombiniert Erkenntnisse aus der Altersforschung (Gerontologie) mit einem präventiven Lebensstil. Es geht darum, biologische Alterungsprozesse im Körper gezielt zu verlangsamen, statt Alterserscheinungen und Krankheiten erst zu behandeln, wenn sie bereits ausgebrochen sind.

Schlaf erhält im von LNGVTY entwickelten Score ein besonders hohes Gewicht. 24 Prozent entfallen auf die Schlafqualität, weitere 15 Prozent auf Lärm und Ruhe und acht Prozent auf Licht und Verdunkelung. Damit hängen 47 Prozent des gesamten Scores unmittelbar mit der Regeneration während der Hotelnacht zusammen.

Analysiert werden Hotels anhand von acht gewichteten Dimensionen auf Longevity-Tauglichkeit. „Beim Thema Longevity geht es im Kern zunächst um Grundsatzfragen, die ein gesundes und damit längeres Leben fördern. Schlaf spielt eine elementare Rolle“, sagtt Mitgründerin Valerie Constanze Dietrich.

Hotelgäste wollen gut gebettet sein

Für LNGVTY steckt darin eine grundsätzlichere Entwicklung in der Hotellerie. Immer mehr Gäste wollen ihre gesunden Alltagsroutinen auch auf Reisen beibehalten – vom Training über Ernährung bis hin zu Schlaf und Regeneration.

„Longevity beginnt nicht mit Biohacking. Es beginnt damit, nachts gut zu schlafen, sich zu bewegen, vernünftig zu essen und Routinen beibehalten zu können“, sagt Kai Oppel.

Auch für Reisende kann sich deshalb der Blick auf andere Kriterien lohnen. Statt ausschließlich nach Frühstück, Spa oder Zimmergröße zu filtern, lohnt der Blick auf Bewertungen wie den Score, der unter anderem Gästebewertungen systematisch nach Begriffen wie ruhig, hellhörig, Verdunkelung, Klimaanlage oder Straßenlärm analysiert und gewichtet.

Fünf Tipps für eine erholsame Hotelnacht

Verdunkelung ist mehr als ein Vorhang. Ein Hotelzimmer sollte sich möglichst vollständig abdunkeln lassen. Dazu gehören auch leuchtende Fernseher, Bedienfelder, Rauchmelder, Ladegeräte oder andere LEDs. Licht ist ein wichtiger Taktgeber der inneren Uhr.

Insbesondere kurzwelliges, blau angereichertes Licht am Abend kann die körpereigene Melatoninproduktion stärker unterdrücken. Warmes und gedimmtes Licht mit geringerem Blauanteil belastet den circadianen Rhythmus dagegen deutlich weniger. Moderne Hotels experimentieren deshalb bereits mit dynamischen beziehungsweise zircadianen Lichtkonzepten.

Ruhe beginnt nicht beim Schallschutzfenster. Straßenverkehr und Nachbarzimmer sind nur zwei mögliche Störquellen. Auch zufallende Türen, Aufzüge, Flure, Sanitärgeräusche, Minibars oder Klimaanlagen können den Schlaf beeinträchtigen. Untersuchungen von Hotelgästen zeigen, dass gerade Geräusche innerhalb und außerhalb des Zimmers die Schlafqualität beeinflussen. Bereits das Fraunhofer-Institut für Bauphysik hat bei Untersuchungen festgestellt, dass Hotelakustik für Gäste eine erhebliche Rolle spielt.

Eine Klimaanlage sollte kühlen – nicht wecken. Eine individuell steuerbare Raumtemperatur ist hilfreich, bringt jedoch wenig, wenn die Lüftung nachts so laut ist, dass Gäste zwischen Ruhe und angenehmer Temperatur wählen müssen. Für Hotels lohnt deshalb nicht nur der Blick auf die Kühlleistung, sondern auch auf die Geräuschentwicklung direkt am Bett.

Abends warmes Licht, morgens Tageslicht. Gute Lichtplanung endet nicht bei einer hellen Lampe am Schreibtisch. Einige Hotelkonzepte arbeiten bereits mit Lichtstimmungen, die sich über den Tag verändern: heller und aktivierender am Morgen und tagsüber, wärmer und gedimmter am Abend. Entscheidend ist dabei weniger ein Marketingbegriff als die tatsächliche Lichtmenge und spektrale Zusammensetzung.

Routinen auch auf Reisen ermöglichen. Ähnliche Schlaf- und Aufstehzeiten, vertraute Abläufe am Abend und ein möglichst ruhiges Schlafumfeld helfen dabei, den eigenen Rhythmus unterwegs beizubehalten. Aktuelle Forschung bewertet neben Schlafdauer und -qualität zunehmend auch die Regelmäßigkeit von Schlaf- und Wachzeiten als eigenständige Dimension.


Mehr zum Thema

Welche Kriterien die Hotelwahl beeinflussen
KI-Hotelempfehlungen: Warum Österreich nachhinkt
roht Europas Hotels der Verlust ihrer digitalen Sichtbarkeit?
Wie werden Hotelprogramme gehandhabt?
Wie das Hotelerlebnis neu definiert wird!


Sie möchten mehr über Hotellerie erfahren? Sie interessieren sich für Geschäftsreisen? Hier klicken und Sie bleiben up to date!