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Dreifache Krise durch Covid-19 ausgelöst

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Eine dreifache Krise wurde durch die globale Corona-Virus-Pandemie ausgelöst (Foto: Gerd Altmann, Pixabay)
Eine dreifache Krise wurde durch die globale Corona-Virus-Pandemie ausgelöst (Foto: Gerd Altmann, Pixabay)

Die Covid-19-Pandemie ist zu einer globalen Krise geworden. Die Risiken für Mitarbeiter von Unternehmen auf der ganzen Welt haben das höchste Niveau seit 2016 erreicht – so der International SOS Risk Outlook 2021. Er basiert auf den Ergebnissen einer Umfrage von Ipsos MORI unter mehr als 1.400 Fachleuten in 95 Ländern, die sich mit Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für Mitarbeiter beschäftigen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage zur Krise

Die Risiken für Mitarbeiter erreichen ein Fünfjahreshoch. Sie werden 2021 voraussichtlich noch steigen. Etwa acht von zehn Umfrageteilnehmern geben an, die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für Mitarbeiter seien im Jahr 2020 gestiegen. Das gilt für lokale Mitarbeiter am Unternehmensstandort, Entsandte, Geschäftsreisende und Mitarbeiter auf abgelegenen Projektstandorten und Baustellen. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet, dass dies im Jahr 2021 weiter zunehmen wird.

Die Einschätzung, die Risiken hätten zugenommen, geht einher mit sinkendem Vertrauen in lokale Regierungen und Gesundheitsbehörden. Das sieht ein Drittel der befragten Fachleute als eine zentrale Herausforderung – am deutlichsten in Nord- und Südamerika (40 Prozent).

Wie Geschäftsreisende die Pandemie einschätzen

Nur für Geschäftsreisende erreichte die Einschätzung, die Risiken hätten zugenommen, bereits in der Vergangenheit einen hohen Wert (72 Prozent im Jahr 2016). Damals standen möglicherweise Terroranschläge an Orten, die zuvor als sicher gegolten hatten, im Vordergrund.

Im Jahr 2018 erhielt die Einschätzung, die Risiken seien gestiegen, bereits wieder weniger Zustimmung (47 Prozent), bevor sie auf den aktuellen Wert von 79 Prozent stieg.

In der Corona-Krise müssen Geschäftsreisende die Gefahren und Risiken besser einschätzen können
In der Corona-Krise müssen Geschäftsreisende die Gefahren und Risiken besser einschätzen können

„Die Covid-19-Pandemie hat eine dreifache Krise ausgelöst: der öffentlichen Gesundheit, der Geopolitik und der Wirtschaft. Alle drei treffen die Belegschaften und das Geschäft auf globaler Ebene“, sagt Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter Zentraleuropa bei International SOS.

„Verschärft wird die Situation durch eine Infodemie in einer zunehmend komplexen Welt. Es gibt bereits positive Nachrichten über potenzielle Impfstoffe, außerdem können Unternehmen verlässliche Informationsquellen wie die Covid-19-Website von International SOS nutzen, genauso wie unsere Assistance-Leistungen inklusive Evakuierungen. Trotzdem müssen Unternehmen verstärkt an der Erfüllung ihrer Fürsorgepflicht arbeiten. So, wie der 11. September 2001 den Blick der Arbeitgeber auf Fürsorgepflicht und Sicherheitsfragen gewandelt hat, so wird die Pandemie nachhaltig verändern, wie Arbeitgeber die Gesundheitsgefahren für die Belegschaft betrachten.“

Die Covid-19-Brille rückt andere Risiken in den Hintergrund. Die Mehrheit der befragten Fachleute ist der Ansicht, dass Infektionskrankheiten (wie Covid-19, Malaria, Dengue-Fieber, Ebola, Zika usw.) im nächsten Jahr zu einem Rückgang der Mitarbeiterproduktivität führen werden.

Jeder dritte Befragte erwartet, dass auch Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit dazu beitragen. Die Experten des Workforce Resilience Council gehen sogar davon aus, dass Probleme der psychischen Gesundheit im nächsten Jahr Covid-19 überholen werden.

Welche Risiken verlieren an Bedeutung?

Auch andere Risiken verlieren für viele der Befragten an Bedeutung, zum Beispiel die Länder-Risikobewertungen weltweit, Fragen der Verkehrssicherheit und Sicherheitsbedrohungen.

Die Befragten mit Verantwortung für Geschäftsreisen nannten „geopolitische Bedrohungen“ (30 Prozent), „Unruhen“ (25 Prozent) und „Sicherheitsbedrohungen“ (32 Prozent) deutlich weniger häufig als im Vorjahr (52, 52 bzw. 68 Prozent).

„Die Ergebnisse zeigen, dass Covid-19 sehr stark im Vordergrund steht und andere Risiken in den Hintergrund rücken – in einem potenziell geschäftsgefährdenden Ausmaß“, sagt Martin Bauer, Regional Security Manager bei International SOS.

Mit welchen Folgen gerechnet werden muss

„Denn die Pandemie hat Sicherheitsfragen verschärft, insbesondere im Zusammenhang mit Unruhen und politischen Protesten. In ähnlicher Weise hat die Kriminalität an einigen Orten zugenommen, und wir stehen erst am Anfang der sozioökonomischen und psychologischen Folgen der Covid-19-Krise. Gleichzeitig wird der Umgang mit großen Bedrohungen wie Naturkatastrophen immer komplexer, da Covid-19 und sich ständig verändernde Reisebeschränkungen berücksichtigt werden müssen.“

Das Evakuierungsrisiko wächst. Dr. Stefan Eßer: „Die Notwendigkeit von Evakuierungen hat stark zugenommen, auch bei medizinischen Notfällen, die häufig mit komplexen Sicherheitsanforderungen einher gehen. Sie sind logistisch schwierig, erfordern ein hohes Maß an Fachwissen und können schnell kostspielig werden. Unternehmen und ihre Mitarbeiter, die keine logistische Unterstützung haben, geraten hier schnell in die Bredouille.“

Fast ein Drittel der befragten Fachleute (28 Prozent) nannte die Möglichkeit, Mitarbeiter bei Bedarf zu evakuieren als Herausforderung für die Gewährleistung ihrer Gesundheit und Sicherheit. Das wird am deutlichsten von den Befragten empfunden, die Entsandte unterstützen (39 Prozent).

Weitere Details zur Krise und zu Risiken

  • 73 Prozent der befragten Fachleute für Mitarbeiter-Risiken prognostizieren, dass Covid-19-bezogene medizinische Gründe im kommenden Jahr die Ursache für eine Evakuierung sein werden.
  • 37 Prozent der Befragten in der Region Afrika/Naher Osten erwarten, dass eine Gefährdung der Sicherheit im kommenden Jahr Grund für Evakuierungen ist, deutlich mehr als in anderen Regionen (insgesamt 25 Prozent).
  • Wie aus der International SOS Security Risk Map hervorgeht, wird das Sicherheitsrisiko für mehr als 55 Prozent der afrikanischen Länder ganz oder teilweise als „hoch“ oder „extrem“ eingestuft, wobei Militanz oder Unruhen in diesem Jahr zunehmen.
  • Rund ein Drittel (31 Prozent) der Befragten nennen geschlossene Grenzen als Grund für Evakuierungen.
    Mit 21 Prozent an vierter Stelle waren die Befragten der Meinung, Naturkatastrophen würden Evakuierungen notwendig machen.
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