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Geschäftsreise: Wo’s in Europa Grenzkontrollen gibt

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Jetzt wird wieder an den Grenzen vieler Länder innerhalb der EU kontrolliert (Foto: Wiki Commons)
Jetzt wird an den Grenzen vieler Länder in der Europäischen Union wieder kontrolliert (Foto: Wiki Commons)
Mit kilometerlangen Staus und stundenlangen Wartezeiten müssen Geschäftsreisende und Urlauber, die mit dem Auto unterwegs sind, rechnen: Denn in einigen Ländern Europas wurden angesichts der aktuellen Flüchtlingslage die Kontrollen an ihren Grenzen verschärft. Wie lange diese dauern werden, ist nicht bekannt.

Seit Mittwoch, 16. September, werden in Österreich die Grenzen zu Ungarn, Slowenien, Italien und der Slowakei flächendeckend überwacht. Dadurch ist mit wechselnden Wartezeiten an den Übergängen zu rechnen. Art und Umfang der Kontrollen werden kurzfristig an die jeweilige Situation angepasst. Diese kann sich immer wieder rasch ändern.

Deutschland kontrolliert seit der Nacht zu Montag, 14. September, wieder die Grenzen zu Österreich. Betroffen sind nicht nur die Autobahnen, sondern auch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Angehalten werden vor allem Fahrzeuge, in denen durch ihre Bauart die Unterbringung von Flüchtlingen möglich ist.

Längere Schlangen bilden sich immer wieder vor allem an den Übergängen Suben (A 3 Linz – Passau), Walserberg (A 8 Salzburg – München) und Kiefersfelden (A 93 Kufstein – Rosenheim). Die Kontrollen sollen zwar nur vorübergehend sein, so der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere, eine Frist wurde allerdings nicht gesetzt.

Behinderungen auf der Route Serbien – Kroatien – Slowenien

Da auch Slowenien die Kontrollen gegenüber Kroatien verstärkt hat und Kroatien die Übergänge zu Serbien überwacht, ist derzeit auf der Route Belgrad – Zagreb – Ljubljana mit beträchtlichen Verzögerungen zu rechnen.

Auch Sperren einzelner Grenzstellen sind nicht auszuschließen. Am Wochenende waren davon die serbisch-kroatischen Übergänge Tovarnik, Ilok, Principovac, Batina und Erdut betroffen.

Grenzübergang Horgos – Röszke wieder offen

Der wichtigste Grenzübergang zwischen Serbien und Ungarn, Horgos-Röszke, auf der Autobahn Belgrad – Budapest, der vorübergehend gesperrt war, ist seit Sonntag, 20. September, wieder offen. Mit Wartezeiten bei der Abfertigung muss man dennoch rechnen.

Kettenreaktion in anderen Ländern?

Mittlerweile drohen die Grenzkontrollen auch auf andere Länder des Schengenraumes überzugreifen. Tschechien und die Slowakei gaben bekannt, künftig ihre Grenzen zu Österreich beziehungsweise Ungarn zu kontrollieren. Entsprechende Aktionen erwägen auch die Niederlande, Belgien und Dänemark an den Grenzen zu Deutschland. Adieu Reisefreiheit innerhalb der EU?

Einschränkungen und Verspätung im Bahnverkehr

Auf größere Einschränkungen muss sich auch einstellen, wer mit der Bahn unterwegs ist. So ist der reguläre Zugverkehr zwischen Salzburg und München nach wie vor unterbrochen, doch auch andern Orts ist mit Verspätungen oder Ausfällen zu rechnen. Zudem finden auch in den Zügen Personenkontrollen statt. Wer eine Zugreise plant, sollte sich auf der Webseite der ÖBB oder über die Servicenummer +43 (0)5 1717 über die aktuelle Situation informieren.

Die Situation an den Grenzübergängen im Straßen- und Bahnverkehr kann sich jederzeit ändern. Bei der Wahl der Reiseroute sollte man fexibel sein und diese gegebenenfalls kurzfristig anpassen. Grundsätzlich gilt: Kleinere Grenzübergänge sind von den Behinderungen meist weniger betroffen als die Autobahnen.

Darüber hinaus muss stets ein gültiges Reisedokument (Reisepass oder Personalausweis, Führerschein reicht nicht) mitgeführt werden.

Das österreichische Außenministerium weist darauf hin, dass in Ungarn aufgrund der neuen Rechtslage der Tatbestand des Menschenschmuggels bereits dann erfüllt ist, wenn Hilfe bei Grenzüberschreitung an mehreren Personen geleistet wird. Hierfür droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. (Quellen: ADAC, ÖBB)