Start Airlines Wie der Flughafen in 10 Jahren funktioniert!

Wie der Flughafen in 10 Jahren funktioniert!

Zehn Vorhersagen zur technologischen Entwicklungen, die beeinflussen werden, wie Fluggäste sich durch den Flughafen der Zukunft bewegen

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Der Flughafen der Zukunft steht ganz im Zeichen der Digitalisierung und Personalisierung: Mehr Flüge, mehr Angebote, mehr Service (Foto: SITA)
Der Flughafen der nächsten zehn Jahre wird ganz im Zeichen der Digitalisierung und Personalisierung stehen: Mehr Flüge, mehr Angebote am Boden, mehr Service dank der Künstlichen Intelligenz (Foto: SITA)

Der wachsende Flugverkehr stellt die Flughäfen vor neuen Herausforderungen. Das Nutzererlebnis im Flughafen hat sich in den letzten zehn Jahren mit der Einführung biometrischer Sicherheitstechnik, mobilen Check-ins und der Gepäckverfolgung drastisch gewandelt. Aber das ist noch lange nicht alles. Denn im nächsten Jahrzehnt wird ein exponentiell beschleunigtes Tempo des Wandels erwartet: Digital Native Passagiere und Mitarbeiter sowie transformative Technologien werden eingeführt – von fliegenden Taxis bis hin zu eigenständig denkenden Flughäfen.

Laut der International Air Transport Association (IATA) werden sich die Passagierzahlen in nächsten zwanzig Jahren verdoppeln, doch die Flughäfen werden nicht mitwachsen. Fluggäste erwarten jedoch zu Recht eine reibungslose und angenehme Abfertigung am Flughafen. Dieser dynamischen Ablauf kann nur sichergestellt werden, indem neue Technologien entwickelt und eingeführt werden, die nicht nur die Effizienz, sondern auch den Komfort für die Passagiere steigern.

Benoit Verbaere, Business Development Director bei SITA, führender IT-Anbieter der Luftfahrtindustrie, sagt die großen Veränderungen für nahezu alle Aspekte des Flughafenerlebnisses voraus – basierend auf neueste Erkenntnisse, den Antriebskräften der Branche und neuesten Technologien.

Sicherheit wird in reibungslose Reise integriert

In Zukunft bedeutet Sicherheit, dass man einen Korridor entlanggeht. Man muss dann nicht mehr Mantel, Schuhe und Gürtel ablegen oder kleine Fläschchen in kleine Beutel stecken. Menschenschlangen werden dann ebenfalls passé sein. Die Passagiere und ihre Gepäckstücke werden automatisch erkannt, wenn sie automatisierte Kontrollpunkte passieren. Feste Kontrollpunkte werden durch Sensoren ersetzt – das physische Überprüfen von Dokumenten gehört dann der Vergangenheit an.

Passagiere verwalten ihre digitale Identität selbst

Mit der Einführung der selbstbestimmten digitalen Identität und dauerhafter Reisemarken haben Passagiere die Kontrolle darüber, welche Aspekte ihrer Identität während der Reise zu welchem Zweck preisgegeben werden.

Im Flughafen der Zukunft werden Risiken laufend von spezieller künstlicher Intelligenz (KI) bewertet, wobei die digitale Identität jedes einzelnen Passagiers geprüft wird. Die sensiblen persönlichen Daten werden nur noch von den betreffenden staatlichen Behörden genutzt, die automatisierte, miteinander vernetzte Systeme nutzen, um einzelne Reiseschritte zu genehmigen – bzw. in bestimmten Fällen auch nicht zu genehmigen. Fluggesellschaften sind nicht länger für die Verarbeitung der Passagierdaten und die Sicherung der Staatsgrenzen verantwortlich.

Die Reiseschritte werden dezentralisiert

Alles bekommt ein Etikett: Personen, ihre Gepäckstücke und das Frachtgepäck. Und alle werden die ganze Zeit über verfolgt, welche Verkehrsmittel auch immer sie auf dem Flughafengelände nutzen. Dies bedeutet, dass Reisevisa und Zoll-Checks schon vor dem Flug vorgenommen werden können und man am Flughafen selbst Zeit spart. Auch die Gepäckabgabe und -annahme wird dort angeboten werden, wo es für den Fluggast am praktischsten ist, zum Beispiel schon am Bahnhof.

Die Airports werden hochgradig vernetzt sein

Das neue Zeitalter miteinander vernetzter Flughäfen wird von immer günstigeren Sensoren, weniger spezieller Hardware und neuen Data Lakes gesteuert, die von 5G-Geräten gespeist werden. Die dazu erforderlichen Daten werden über softwaredefinierte Netzwerke erfasst, gesammelt und analysiert, um den Flughafen hocheffizient zu machen und Passagieren ein deutlich besseres Erlebnis zu ermöglichen.

Der Flughafen wird in Zukunft eigenständig denken

Der Schlüssel zur Effizienz werden Algorithmen der künstlichen Intelligenz (KI) sein, wobei eine ausgeklügelte KI zum Geheimrezept für Flughäfen wird. Flughäfen werden die Digital-Twin-Technologie nutzen, um den Echtzeit-Betrieb für alle Interessenvertreter zu realisieren und die operative Effizienz sowie das Fluggast-Erlebnis zu verbessern.

Ein Digital Twin ist eine fortgeschrittene Computersimulation, die Daten aus dem gesamten Flughafen- und Fluglinien-Betrieb extrahiert, um mit ihrer Hilfe zu veranschaulichen, zu simulieren und vorherzusagen, was als Nächstes geschieht. Diese Prognose-Daten werden anschließend dazu verwendet, betriebliche Aktivitäten zu bündeln und sie nach Möglichkeit zu automatisieren.

Automatisierte Meldungen könnten beispielsweise so aussehen: „Aufgrund von Verspätung landen zwei A380 gleichzeitig: Dafür sorgen, dass genügend Personal an den Einreiseschaltern bereitsteht.“ Oder: „Negatives Feedback zu den Toiletten im zweiten Stock: Reinigungspersonal senden.“ Ein schneller Datenaustausch ermöglicht, dass man sich proaktiv auf jede Sachlage einstellen kann und dass Flughäfen und Fluggesellschaften besser, schneller und genauer planen können.

Zusammenarbeit wird der Schlüssel zum Erfolg sein

Für jede einzelne Reise gibt es mindestens zehn unterschiedliche Einheiten, die an der erfolgreichen praktischen Umsetzung beteiligt sind. Die einzige Möglichkeit, alle erforderlichen Daten zu sammeln, um die Transportwege reibungslos zu gestalten, ist eine enge Zusammenarbeit aller auf dem Flughafen tätigen Mitarbeiter – des Flughafenpersonals, des Airline-Personals, der Behördenmitarbeiter, des Bodenpersonals sowie der Einzelhandels- und Restaurantmitarbeiter.

Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten im gesamten Ökosystem der miteinander vernetzten Flughäfen gefragt. Überall in diesem riesigen Netzwerk werden betriebliche Daten unter Berücksichtigung von Datenschutz-Vorschriften ausgetauscht, wobei Interessenvertreter lediglich einzelne, für sie relevante Datenquellen austauschen dürfen. Auf diese Weise werden Flughäfen viel effizienter, indem beispielsweise Passagierströme digital gesteuert werden und dafür gesorgt wird, dass die Flugzeuge möglichst bald wieder abheben können. Neueste Technologien wie Blockchain erleichtern den abgesicherten Datenaustausch hierbei dank ihres eindrucksvollen Potentials ungemein.

Flughäfen werden smart und automatisiert sein

Die schnelle mobile Vernetzung am Flughafen wird für sein betriebliches Leistungsvermögen von zentraler Bedeutung sein. Flughäfen werden immer mehr in Echtzeit betrieben, sodass Automatisierung und Selbstbedienung alle Abläufe rationalisieren. Miteinander vernetzte, automatisierte und autonome Fahrzeuge und Roboter werden auf dem gesamten Flughafengelände immer allgegenwärtiger werden.

Die Automatisierung wird auch eine effizientere gemeinsame Aufteilung und Nutzung der Ressourcen ermöglichen. Eine Vielzahl von Objekten – vom Gepäck bis zum Flugzeugschlepper – werden über 5G-Netze miteinander verbunden sein, die riesige Datenmengen liefern und Echtzeit-, Vorhersage- und historische Ansichten des Flughafenbetriebs liefern.

Der Flughafen passt sich Passagierbedürfnissen an

Die schnelle, reibungslose Reise zum und im Flughafen wird dafür sorgen, dass einige Einnahmequellen, etwa Parkgebühren, geringer werden oder ganz wegfallen. Deshalb werden Flughäfen sich neue Möglichkeiten einfallen lassen müssen, um diese Einnahmequellen zu ersetzen und den Passagieren ein interessantes Reiseerlebnis zu bieten.

Personalisierung heißt das neue Zauberwort – dass man jedem einzelnen Fluggast das anbietet, was er braucht, und zwar dann, wenn er es braucht, und das nicht nur auf dem Flughafengelände, sondern vom Reisebeginn bis zum Reiseziel. Denkbare Beispiele wären ein vom Flughafen betriebener Limousinen-Fahrdienst einschließlich Gepäckprüfung beim Gast zu Hause, im Büro oder im Hotel und besonders schnelle Reisegenehmigungen und Erleichterungen für Vielflieger.

Mobilität wird zur Dienstleistung auf Anfrage werden

Flughäfen werden bald zu riesigen Park-und-Ride-Zentren, die Zugang zu einer breiten Palette von Transportmöglichkeiten bieten. Bis 2030 wird es Innovationen wie Flugtaxis geben, die Passagiere viel wirtschaftlicher vom und zum Flughafen bringen können. Sie können sogar den Wettbewerb auf Kurzstrecken ermöglichen. Damit machen wir das Fliegen dann wirklich für jeden interessant.

Der Flughafen der Zukunft bietet vielfältige Angebote und Leistungen für die Passagiere (Foto: SITA)
Der Flughafen der Zukunft bietet vielfältige Angebote und Leistungen für die Passagiere (Foto: SITA)

Für alles gibt es im Flughafen eine Schnittstelle

Da die Reisenden von morgen Digital Natives sein werden, müssen natürlich auch die Flughafenbetreiber mit der digitalen Technik vertraut sein. Diese technologisch bestimmte Umgebung wird dazu führen, dass eine komplexe Institution wie ein Flughafen in verschiedene digitale Dienstleistungen aufgeteilt wird, die als Anwendungs-Programmierschnittstellen (APIs) miteinander geteilt werden können. So entsteht ein Ökosystem, das Zusammenarbeit und Neuerungen hervorbringt und für alle leichter nutzbar ist.

Beispielsweise ermöglichen KI und neue Syntaxen die Anfragen nach branchenspezifischen Erkenntnissen in menschlicher Sprache, etwa so: „Steht eine rosa Reisetasche an Gate B34?“ Oder: „Die Schlange an Eingang A wird zu lang, schickt mehr Taxis.“

Vom Silicon Valley inspirierte Ära des Flugreisens

Benoit Verbaere: „Die Zukunft unserer Flughäfen liegt in vernetzten, hochintelligenten und effizienten Betriebsabläufen, die Fluggästen eine schmerzfreie und reibungslose Reise und ein reichhaltiges, personalisiertes Erlebnis ermöglichen. Die Blockaden und Verzögerungen durch getrennt voneinander betriebene Abteilungen werden sich dank künstlicher Intelligenz und ihrem digital vertrauenswürdigen Datenaustausch, der gemeinsamen Ressourcen-Nutzung und der Echtzeit-Berechnungen bald auflösen.“

„Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen, vom Silicon Valley inspirierten Ära des Flugreisens und freuen uns, Teil dieser Entwicklung zu sein. Allerdings ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Branche den Veränderungsbedarf erkennt und zur Zusammenarbeit bereit ist. Diese technologischen Veränderungen werden kommen – und zwar schneller, als wir denken“, meint der Business Development Director bei SITA.

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