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Die versteckten Kosten der Fluggesellschaften

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Check-in-Schalter: Versteckte Gepäckgebühren
Beim Eincheck des Gepäcks holen sich viele Airlines mit versteckten Gebühren noch ein Körberlgeld von den Fluggästen. Wer aber vorher einen Preisvergleich anstellt, spart viel Geld (Foto: Kounosu, Wiki Commons)
Geschäftsreisende und Vielflieger kennen das seit Jahren: Sicherheitsgebühren, Treibstoffzuschlag sowie Preisaufschläge für Kofferaufgabe am Flughafen und Extrakosten bei Umsteigeverbindungen. Denn bei vielen Linien- und Billigfluggesellschaften ist die kostenlose Mitnahme von Gepäck schon längst keine Standardleistung.

So zahlen Reisende je nach Tarif und Route teilweise über 100 Euro zusätzlich pro Gepäckstück und Strecke. In der Regel wird es dann noch teurer, wenn das Gepäck nicht im Voraus, sondern erst am Flughafen angemeldet wird.

So zahlt zum Beispiel eine Familie mit zwei Kindern durch die zusätzliche Gepäckgebühren bei einzelnen Airlines bis zu 77 Prozent des Flugpreises extra. Deshalb lohnt sich immer wieder ein Online-Preisvergleich verschiedener Fluggesellschaften inklusive Kosten für Gepäck. Dadurch sparen Geschäfts- und Privatreisende bis zu einem Drittel des Gesamtpreises im Vergleich zum vermeintlich günstigsten Angebot.

Hier lesen Sie, wie die Fluggesellschaften mit den versteckten Kosten tricksen und die Passagiere abzocken:

  • Gepäckaufgabe am Flughafen: Bei den meisten Airlines kostet ein im Voraus gebuchtes Gepäckstück je nach Strecke und/oder Saison zwischen 15 und 35 Euro. Nur einzelne Fluggesellschaften erheben deutlich höhere Kosten (z. B. Condor im Tarif „Light“ für 20 kg Gepäck je nach Strecke bis zu 150 Euro). Richtig teuer wird es für Urlauber, wenn sie ihr Gepäck erst am Flughafen zubuchen. Im TUIfly-Tarif „Pure“ zahlen Urlauber direkt am Schalter für ein Gepäckstück bis 15 kg mehr als das Zehnfache als bei Vorabbuchung im Internet oder Service-Center (85 Euro vs. 7,50 Euro pro Stück und Strecke).
  • Handgepäck: Je nach Fluggesellschaft variiert das maximal zulässige Gewicht für Handgepäck zwischen sechs und zwölf Kilogramm. Im British Airways-Tarif „Hand Baggage Only“ sind sogar bis zu 23 Kilogramm erlaubt. Urlauber müssen allerdings auf die zulässigen Gepäckmaße achten: Diese ändern sich immer wieder und unterscheiden sich von Airline zu Airline. Ist das Gepäckstück zu groß oder zu schwer, zahlen Kunden drauf (z. B. bei Vueling 35 Euro pro Gepäckstück und Strecke). Im Air Berlin-Tarif „JustFly“ muss vor dem Check-In das Handgepäck gewogen und mit dem „JustFly“-Handgepäcklabel versehen werden. Andernfalls riskieren Fluggäste sogar, nicht mitgenommen zu werden.
  • Umsteigeverbindungen: In der Regel gelten Gepäckzuschläge pro Stück und Strecke. Einige Lowcost-Airlines erheben die Gepäckzuschläge bei Umsteigeverbindungen pro Teilstrecke. Für Hin- und Rückflug von München nach Málaga mit Vueling zahlt ein Kunde z. B. 30 Euro für sein Gepäck (15 Euro pro Strecke). Bei gleicher Strecke mit Zwischenstopp sind es 56 Euro (14 Euro pro Teilstrecke).
  • Intransparente Gebühren: Einige Fluggesellschaften verlangen einen fixen Betrag für zusätzliche Gepäckstücke. Bei anderen variieren die Preise je nach Flugstrecke und/oder Saison stark (z. B. bei Norwegian zwischen neun und 72 Euro). Der Flugpreis kann sich dadurch um bis zu 77 Prozent erhöhen: Im Beispiel fliegt eine Familie mit einem Kind im Condor-Tarif „Economy Light“ für 780 Euro von Frankfurt nach Mallorca und zurück. Für Gepäck (20 kg p. P.) bezahlt sie 600 Euro zusätzlich, insgesamt also 1.380 Euro. Wählen Reisende bei Condor bereits vorab den Tarif „Economy Classic“ inklusive Freigepäck, zahlen sie insgesamt nur 840 Euro – also nur etwa acht Prozent mehr.
  • Gepäck für Kleinkinder: Es gibt Tarife, die grundsätzlich Freigepäck enthalten. Das gilt in der Regel auch für Kleinkinder unter zwei Jahren. Bei Flugtarifen ohne Freigepäck müssen Erwachsene ihr Gepäck kostenpflichtig dazu buchen. Für Kinder unter zwei Jahren, die auf dem Schoß der Eltern mitfliegen, gibt es unterschiedliche Regelungen:
    a) Kleinkinder bekommen Freigepäck, obwohl dies für Erwachsene nicht im Tarif enthalten ist. Bei Air Baltic sind es im Tarif „Basic Class“ bis zu zehn Kilogramm.
    b) Auch für Kinder unter zwei Jahren ist kein Freigepäck inklusive. Für sie müssen Eltern ein Gepäckstück kostenpflichtig dazu buchen.
    c) Für Kinder unter zwei Jahren ist kein Gepäck zubuchbar (z. B. im Tarif „MiNi“ von AirFrance). Eltern zahlen für den Koffer ihres Kleinkindes dann den Preis eines zweiten Gepäckstückes. Bei AirFrance sind das bis zu 70 Euro pro Strecke.
  • Ein Preisvergleich inklusive Gepäckgebühren kann mehr als 30 Prozent Ersparnis bringen

    Geschäftsreisende und Urlauber vergleichen Flugpreise am besten immer inklusive Gepäckgebühren. Dabei hilft der Gepäckgebühren-Rechner von Check24.de. Verbraucher haben die Möglichkeit, sich Preise inklusive Aufschlag für Gepäck oder nur Flugtarife mit Freigepäck anzeigen zu lassen.

    Für einen Direktflug von Düsseldorf nach Wien zahlt eine Familie (zwei Erwachsene, ein Kind unter zwölf Jahren, ein Kind unter zwei Jahren) bei Check24.de für den vermeintlich günstigsten Flug insgesamt 298 Euro hin und zurück – ohne Freigepäck. Inklusive Gepäckgebühren kostet der Flug bei derselben Airline 528 Euro. Vergleichen Reisende nur Flüge inklusive Gepäck, zahlen sie im günstigsten Fall 364 Euro und damit 31 Prozent (164 Euro) weniger.

    TRAVELbusiness-Tipp:
    Hier können Sie eine Übersicht der Gepäckbedingungen online abrufen. >

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