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Prägen Social Media Reiseentscheidungen?

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Social Media und Reiseentscheidungen: junge frau mit rucksack blickt auf eine große anzeigetafel mit abflügen in Flughafen
Wie stark beeinflussen Social Media Reiseentscheidungen von jungen Menschen? (Bild: Jan Vašek /Pixabay)

Trotz der weit verbreiteten Annahme, dass Social Media Reiseentscheidungen stark prägen, zeigen aktuelle Daten ein differenzierteres Bild: Nur 5 Prozent der Deutschen orientieren sich bei der Wahl ihres Urlaubsziels an Social-Media-Trends oder aktuell beliebten Inhalten aus sozialen Netzwerken. Stattdessen stehen individuelle Interessen und persönliche Prioritäten im Vordergrund – mit positiven Auswirkungen auf die Zufriedenheit mit dem Reiseerlebnis.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage der multimodalen Buchungsplattform Omio, durchgeführt von YouGov unter 2.096 Personen in Deutschland, die eine Urlaubsreise planen.

Persönliche Interessen und Reiseentscheidungen

Für die Mehrheit der Deutschen bleibt die Urlaubsplanung eine persönliche Entscheidung. 70 Prozent der Befragten nennen individuelle Interessen als wichtigsten Faktor bei der Reiseplanung – noch vor Budgetaspekten (51 Prozent) und praktischen Kriterien wie Erreichbarkeit oder organisatorischem Aufwand (40 Prozent).

Dieser Ansatz wirkt sich offenbar positiv auf die Wahrnehmung des Reiseerlebnisses aus: 57 Prozent geben an, mit ihrer letzten Reise besonders zufrieden gewesen zu sein, weil sie sich bei der Planung an ihren eigenen Vorlieben statt an Trends orientiert haben. Fast jede zweite Person (48 Prozent) empfand die Reise zudem als besonders bedeutungsvoll, da sie den eigenen Interessen und Prioritäten entsprach.

Reiseentscheidungen für echte Erlebnisse

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Reisen für die Mehrheit nicht primär der Selbstdarstellung dient. Lediglich 4 Prozent der Befragten fühlen sich unter Druck, ihre Reise in sozialen Netzwerken zu dokumentieren oder zu teilen.

Auch bei der Auswahl des Reiseziels spielt die Außenwirkung eine untergeordnete Rolle: Nur 10 Prozent geben an, ein Reiseziel gewählt zu haben, weil es auf andere besonders beeindruckend wirkt. Gleichzeitig berichten 65 Prozent, wenig oder gar keinen sozialen Druck zu verspüren, bestimmte Orte zu besuchen oder Aktivitäten zu planen, um später darüber berichten zu können.

Bewusste Reiseentscheidungen statt Hype

Die Studie zeigt zudem, dass Reisende Trends nicht automatisch folgen. Jeweils 15 Prozent der Befragten geben an, bewusst Reiseziele zu meiden, die als überlaufen oder „overhyped“ wahrgenommen werden, beziehungsweise gezielt weniger bekannte Alternativen zu suchen.

Die Ergebnisse deuten auf eine zunehmende Präferenz für bewusstere und individuellere Reiseentscheidungen hin – mit Fokus auf persönliche Erlebnisse statt Sichtbarkeit in sozialen Medien.

Persönliche Empfehlungen gewinnen an Bedeutung

Social Media bleibt zwar eine Inspirationsquelle, spielt bei der finalen Entscheidung jedoch eine deutlich geringere Rolle. Nur 6 Prozent nennen Influencer:innen oder externe Online-Quellen als relevanten Faktor bei der Reiseplanung.

Persönliche Empfehlungen haben dagegen deutlich mehr Gewicht: 18 Prozent der Befragten entschieden sich aufgrund von Empfehlungen aus dem Freundes-, Familien- oder Kolleg:innenkreis für ein Reiseziel. Damit zählen persönliche Empfehlungen zu den wichtigsten Einflussfaktoren bei der Planung der letzten Urlaubsreise.

Die Ergebnisse von Omio verdeutlichen: Digitale Inhalte liefern häufig erste Ideen, die konkrete Entscheidung basiert jedoch stärker auf Vertrauen, persönlichen Erfahrungen und Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld.

Generation Z erlebt Druck von Social Media stärker

Besonders bei jüngeren Zielgruppen zeigt sich ein höherer Einfluss sozialer Erwartungen. Innerhalb der Generation Z geben 23 Prozent an, deutlichen sozialen Druck zu verspüren – etwa bestimmte Orte zu besuchen oder Reisen zu planen, die sich gut auf sozialen Plattformen darstellen lassen. Unter den Babyboomern liegt dieser Wert bei lediglich 2 Prozent.

Der tatsächliche Einfluss durch Social Media auf Reiseentscheidungen und das Verhalten bleibt jedoch begrenzt: 19 Prozent der Gen Z wählten bereits ein Reiseziel aufgrund seiner Wirkung auf andere. 14 Prozent planten Besuche bewusst zu bestimmten Tageszeiten für bessere Fotoaufnahmen, während 11 Prozent angaben, die spätere Wirkung ihrer Reise auf Social Media in ihre Planung einzubeziehen.

Social Media kann inspirieren aber mehr nicht

Reisen ist einer der Lebensbereiche, in denen sich Menschen zunehmend gegen den medialen Druck stellen, Trends und Hypes zu folgen und sich anzupassen.

„Die Daten zeigen, dass die Mehrheit der Reisenden nicht versucht, mit dem Online-Hype Schritt zu halten, sondern Reisen bevorzugt, die wirklich zu den eigenen Bedürfnissen passen. Social Media kann Inspiration liefern, doch letztlich sind es persönliche Interessen und Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld, die Reiseentscheidungen bestimmen“, saagt Veronica Diquattro, President B2C & Supply bei Omio.


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