Start News Flughafen Frankfurt: Grenzkontrolle mit zehn Fingerabdrücken wird getestet

Flughafen Frankfurt: Grenzkontrolle mit zehn Fingerabdrücken wird getestet

2189
1
Fingerprint Scanner
Wer aus und nach Europa reisen will, wird vielleicht bald seine Fingerabdrücke bei den Grenzkontrollstellen auf den Flughäfen zurücklassen müssen (Foto: AdroidHeadLines)

Fingerprint Scanner
Wer aus und nach Europa reisen will, wird bald seine Fingerabdrücke bei den Grenzkontrollstellen auf den Flughäfen zurücklassen müssen. Am Airport in Frankfurt/Main startet jetzt ein Pilotprojekt (Foto: AdroidHeadLines)
Und wieder rücken wir ein Stück näher zur totalen Überwachung und Vorratsdatenspeicherung. Denn bald heißt’s am Flughafen Frankfurt/Main: Her mit den Fingerabdrücken. Der Grund: Deutschland beteiligt sich an einer Pilotstudie für das geplante europäische Ein- und Ausreisesystem. Das berichtet der Informationsdienst Heise Online. Am Flughafen Frankfurt sollen in einem mehrmonatigen Probelauf Freiwilligen bis zu zehn Fingerabdrücke abgenommen werden.

Die deutsche Bundesregierung hat sich bereit erklärt, verschiedene Testszenarien für die vorgesehene Pilotstudie für eine elektronische Grenzkontrolle in Europa durchzuführen. Voraussichtlich vom 22. Juni bis zum 6. September 2015 soll die Bundespolizei am Flughafen Frankfurt/Main testweise bis zu zehn Fingerabdrücke bei Freiwilligen abnehmen.

Das rund 3,5 Millionen Euro teure Pilotprojekt für das geplante Ein- und Ausreisesystem, das Teil des umstrittenen Brüsseler „Smart-Borders“-Paket ist, betreut die EU-Agentur für den Betrieb von IT-Großsystemen EU-Lisa.

Die deutsche Regierung hat für den eigenen Probelauf insgesamt rund 700.000 Euro bei der EU-Behörde angesetzt. Dabei sollen vorhandene Fingerabdruckscanner von Crossmatch sowie neue, von EU-Seite zur Verfügung gestellte kontaktlose Geräte von Morpho eingesetzt werden. Zudem soll das bestehende automatisierte Grenzkontrollsystem EasyPass für den Test „ertüchtigt“ werden.

Laut Heise Online beteiligen sich das deutsche Innenministerium, Secunet, einer der führenden deutschen Anbieter für anspruchsvolle IT-Sicherheit, die Bundesdruckerei, Capgemini und MSG an dem Projekt.

Über EU-Lisa sind ferner die Grenzschutzbehörde Frontex und das Beratungshaus PwC einbezogen.

Außerdem will Deutschland mit „nationalen Experten“ dabei mitwirken, weitere Probleme rund um das geplante Projekt zu lösen.

Eine Machbarkeitsstudie hatte zuvor ergeben, dass die von der EU-Kommission vorgesehene Abnahme von zehn Fingerabdrücke bei Einreisenden aus Drittstaaten in ein EU-Land vor allem an Kontrollstellen mit Autoverkehr zu zeitaufwändig sein könnte.