
Viele Beschäftigte erleben Geschäftsreisen als bereichernd. Sie stärken Beziehungen und das Wohlbefinden. Aber gleichzeitig wachsen bei vielen Mitarbeitenden die Vorbehalte. Gründe sind Sicherheitsbedenken, Reiseunterbrechungen und steigender Druck. Das zeigt die achte Global Business Travel Survey von SAP Concur.
„Geschäftsreisen haben für Unternehmen weiterhin großen Wert. Die Erwartungen der Mitarbeitenden an diese Reisen verändern sich jedoch“, sagt Charlie Sultan, President, Concur Travel bei SAP Concur.
Und: „Geschäftsreisende schätzen den persönlichen Austausch und die Zusammenarbeit vor Ort. Sie erwarten Reisen, die reibungslos, sicher und einfach zu organisieren sind. Für Unternehmen bringt das neue Chancen und Anforderungen mit sich, wenn sie ihre Geschäftsreiseprogramme weiterentwickeln.“
Geschäftsreisen zwischen Pflicht und Bereicherung
Trotz anhaltender Störungen im internationalen Reiseverkehr erleben viele Mitarbeitende Geschäftsreisen weiterhin als persönlichen und beruflichen Gewinn.
- Weltweit sagen mehr als neun von zehn Geschäftsreisenden (93 %), dass berufliche Reisen ihrem mentalen oder körperlichen Wohlbefinden guttun. In Deutschland liegt dieser Anteil mit 84 % etwas niedriger.
- Als wichtigste Vorteile nennen Geschäftsreisende eine Pause vom Büro oder Homeoffice (45 %), einen Tapetenwechsel für neue mentale Energie (44 %) und den persönlichen Kontakt mit Menschen, die sie sonst nicht treffen (36 %).
- Für Eltern haben Geschäftsreisen in einigen Punkten einen höheren persönlichen Nutzen. Sie nennen häufiger eine Auszeit von familiären oder privaten Verpflichtungen als Geschäftsreisende ohne Kinder (33 % vs. 26 %).
- Auch Wellness-Angebote (33 % vs. 25 %) und zusätzliche Möglichkeiten für Sport und Bewegung (22 % vs. 14%) spielen für sie eine größere Rolle.
Die Ergebnisse zeigen, dass viele Mitarbeiter Geschäftsreisen längst nicht mehr nur als Pflichttermin sehen. In einer Arbeitswelt, die viele Menschen als belastend und digital erschöpfend erleben, sind Geschäftsreisen für viele auch eine Chance, persönliche Kontakte zu pflegen und Abstand vom Alltag zu gewinnen.
Der strategische Wert von Geschäftsreisen
Auch Finanzverantwortliche sehen den strategischen Wert von Geschäftsreisen. Weltweit sagen fast alle befragten CFOs (97 %), dass Geschäftsreisen für die Wachstumsstrategie ihres Unternehmens wichtig sind.
Mehr als vier von fünf (82 %) erwarten, dass das Reisebudget ihres Unternehmens in diesem Jahr steigen wird. Mit den höheren Kosten wächst aber auch der Rechtfertigungsdruck. Fast neun von zehn CFOs (89 %) sagen, dass Travel Manager besser belegen müssen, wie Geschäftsreisen dazu beitragen, Unternehmensziele zu erreichen.
Geschäftsreiseverantwortliche stellen wiederum fest, dass sie den Return on Investment nachweisen sollen, dafür aber nicht genug Unterstützung aus dem Unternehmen bekommen.
Mehr als vier von fünf (84 %) halten es für unmöglich, die Unternehmensziele ohne stärkere Unterstützung durch die Finanzleitung zu erfüllen.
Geschäftsreisen sind stressig und schwerer planbar
Auch wenn viele Mitarbeitende Geschäftsreisen schätzen, begegnen sie Business Travel mit mehr Vorbehalten. Etwa zwei Drittel weltweit (67 %) geben an, dass sie in diesem Jahr zögern, geschäftlich zu reisen.
Ähnlich empfinden deutsche Geschäftsreisende (64 %). Dahinter steht die wachsende Unsicherheit im internationalen Reiseumfeld: Rund drei von zehn Befragten weltweit (31 %) nennen Sicherheitsbedenken bei Reisen in Regionen mit geopolitischen Konflikten oder Spannungen als größte Sorge.
Mehr als ein Viertel (28 %) fürchtet Reiseunterbrechungen wie Flugverspätungen oder Flugausfälle. Rund ein Sechstel (16 %) nennt Bedenken bei Visa, Einreisestatus und digitalen Identitätsnachweisen.
Geschäftsreisende möchten mehr Unterstützung
Die Studie zeigt zudem, dass sich die Erwartungen an Arbeitgeber auf Geschäftsreisen verändern. Mehr als ein Viertel der befragten Reisenden (27 %) sieht vor allem den Arbeitgeber in der Verantwortung, ihre Sicherheit auf Dienstreisen zu gewährleisten.
2020 lag dieser Wert bei einer vergleichbaren Frage noch bei 18 %. Die größte Verantwortung sehen viele Reisende aber weiter bei sich selbst. Mehr als ein Drittel (37 %) nennt in erster Linie die eigene Verantwortung.

Beim Vertrauen in die Vorsorge des Arbeitgebers zeigt sich ein gemischtes Bild. Weltweit sagt nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten (58 %), dass sie überwiegend oder vollständig darauf vertraut, dass ihr Unternehmen sie im Ernstfall aus einem Land evakuieren könnte.
Zugleich befürchten 86 % der Travel Manager weltweit, dass ihr Unternehmen nicht genug für die Sicherheit von Geschäftsreisenden tut. Unternehmen sind jedoch gesetzlich verpflichtet, angemessene Maßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeitenden auf Geschäftsreisen zu ergreifen.
Unter den befragten CFOs weltweit sehen allerdings nur knapp zwei von fünf (38 %) das Unternehmen in voller Verantwortung. Die Mehrheit (57 %) gibt an, dass Unternehmen zwar eine gewisse Verantwortung tragen, die Hauptverantwortung jedoch bei den Mitarbeitenden liegt.
Geschäftsreisen und das Problem Sicherheit
Für mehr Sicherheit auf Geschäftsreisen können Unternehmen technologische Lösungen wie Standort-Tracking einsetzen. Weltweit sagen knapp vier von fünf der Geschäftsreisenden (79 %), dass sie zumindest teilweise damit einverstanden sind.
Entscheidend bleibt aber das Vertrauen: Fast ein Drittel (29 %) gibt an, dass eine Echtzeitüberwachung von Standort und Ausgaben ihr Vertrauen in die Entscheidungen der Führungskräfte schwächen würde. Für Unternehmen entsteht daraus ein Balanceakt: Mitarbeitende wünschen sich mehr Sicherheit und Unterstützung. Zugleich erwarten sie Transparenz darüber, wie ihre Reisedaten genutzt werden.
Zukunft der Geschäftsreisen ist Vertrauensfrage
Die Global Business Travel Survey 2026 von SAP Concur zeigt, dass Geschäftsreisen weiter zu Unternehmenswachstum, besserer Zusammenarbeit und einem positivem Mitarbeitererlebnis beitragen.
Die Ergebnisse machen aber auch deutlich, dass die Erwartungen von Unternehmen an ihre Reiseprogramme und die Erfahrungen von Mitarbeitenden auf Geschäftsreisen zunehmend auseinandergehen. Das beeinflusst das Wohlbefinden der Reisenden, ihr Vertrauen in die Unternehmensführung und den Umgang von Unternehmen mit ihrer Fürsorgepflicht.
Unternehmen, die diese Lücke schließen, entwickeln Reiseprogramme, denen Mitarbeitende vertrauen. Dafür braucht es klare Kommunikation, gute Governance und spürbare Unterstützung für Reisende, etwa durch Tools, die Geschäftsreisen erleichtern und Mitarbeitende gerne nutzen.
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