Wie steht es wirklich um den EU-Hotelmarkt? Sorgt die Inlandsnachfrage für mehr Cashflow und Rendite? Dieser Frage geht Greg Kane, Head of European Investment Research, Real Estate, bei PGIM, in einem Marktkommentar nach.
Obwohl geopolitische Risiken und eine anhaltende Inflation die Aussichten belasten, gehen Experten beim EU-Hotelmarkt von einem anhaltenden Umsatzwachstum aus. Dies wird gestützt durch ein robustes Wachstum der realen Haushaltseinkommen, hohe Auslastungsraten und ein begrenztes neues Angebot.
Zwar könnte die erhöhte geopolitische Unsicherheit den internationalen Tourismus kurzfristig beeinträchtigen, doch dürfte sie die Nachfrage auch auf Inlands- und innereuropäische Reisen verlagern und so die Volatilität der Auslandsnachfrage ausgleichen.
EU-Hotelmarkt mit gemieteten Hotels
Zudem profitieren viele europäische Hotel-Kernmärkte von einer robusten Inlandsnachfrage, insbesondere in der mittleren Preisklasse. Das begrenzte Angebotswachstum im EU-Hotelmarkt sorgt für hohe Auslastungsraten und stützt das Ertragswachstum.
Im EU-Hotelmarkt werden Hotels häufig mit einer bestehenden Mietstruktur erworben, was das Risiko ungeplanter Kapitalausgaben erheblich mindert und die Belastung der Hotel-Investmentperformance verringert.

Infolgedessen weisen vermietete Hotelobjekte tendenziell stabilere Cashflows und eine geringere Renditevolatilität auf, was zu einem überzeugendes Risiko-angepasstes Renditeprofil im Vergleich zum Durchschnitt aller Immobilien führt.
Gezielte Investmentschancen bei Campingplätzen
Eine Alternative zu Hotels bieten Open-Air-Hospitality mit preiswerten Angeboten für Touristen. Für professionelle Anleger stellen unterbewertete Standorte eine attraktive Chance dar, Wert zu generieren.
Dazu zählen Unterkunftsformate wie Campingplätze und Wohnwagenparks. Diese bieten Touristen erschwingliche Optionen an und stellen somit einen erheblichen Schutz vor Kursverlusten dar, da Touristen angesichts des Drucks auf die Konsumausgaben von Hotels auf günstigere Unterkünfte ausweichen.
Müssen Campingplätze in der EU bald zusperren?
Die Zahl der Campingplätze in Europa ist in den letzten zehn Jahren aufgrund begrenzter Entwicklungsaktivitäten zurückgegangen, wobei Italien den stärksten Rückgang des Angebots verzeichnet.
Der Mangel an frischem Kapital für Open-Air-Gastgewerbeobjekte, die oft in Familienbesitz sind, deutet auf attraktive Chancen für Investoren hin, durch gezielte Investitionsprogramme in unterbewirtschafteten Objekten Wert zu schaffen.

Auf der Nachfrageseite sind Übernachtungen auf Campingplätzen tendenziell besser vorhersehbar als in Hotels, die stärker von der Volatilität des Auslandsreiseverkehrs betroffen sind.
Da das Campingangebot voraussichtlich weiter zurückgehen wird und die Nachfrage stabil bleiben dürfte, wird sich die Auslastung im Freiluft-Gastgewerbe voraussichtlich weiter verbessern.
PGIM ist ein führender Anbieter von privat platzierten Finanzierungen für Familienunternehmen und gelistete Unternehmen mit einem verwalteten Vermögen von 1,4 Billionen US-Dollar. Hier seine Einschätzung des europäischen Hotelmarkts.
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