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Online-Kurs für Prävention von Korruption

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Korruption: Weltkarte zeigt, welche Länder korrupt sind
Korruption ist ein globales Problem. Das zeigt deutlich die Karte von Transparency International. Die Organisation hat 2013 insgesamt 177 Staaten aufgelistet, wo Korruption mehr oder weniger präsent ist

Korruption unterwandert weltweit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unternehmen und Geschäftsreisende, die im Ausland arbeiten oder unterwegs sind, tappen oft unwissend in eine Korruptionsfalle. Der UN Global Compact und das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) haben einen kostenlosen Online-Kurs erstellt, um Export-Unternehmen, KMU-Inhaber, Führungskräfte und Geschäftsreisende bei der aktiven Korruptionsprävention zu unterstützen und vor fatalen Folgen zu bewahren.

Das interaktive Programm setzt sechs Online-Lernmodule ein, um die Kenntnisse der Zielgruppe über das Prinzip des UN Global Compact gegen Korruption und das UN-Übereinkommen gegen Korruption in ihrer Anwendbarkeit auf den privaten Sektor zu erweitern.

Das Internet-Tool ist für alle gedacht, die im Auftrag eines Unternehmens im Ausland handeln, Geschäfte anbahnen oder als Geschäftsreisende Kunden besuchen. Jedes interaktive e-Learning-Modul dauert etwa fünf Minuten und ermöglicht ein schnelles und effektives Lernen der Korruptionsfallen im Ausland.

Online-Kurs mit sechs Modulen:

  1. Das unwillkommene Geschenk. Geschenke und Bewirtungen entgegennehmen
  2. Das Arrangement. Geschenke und Bewirtung für andere
  3. Zahlen oder nicht Zahlen. Beschleunigungszahlungen und Korruption
  4. Der mysteriöse Mittelsmann. Der Einsatz von Vermittlern und Lobbyisten
  5. The Strange Letter. Korruption und soziale Investitionen
  6. Der Insider. Insider-Informationen

Der Kurs ist ab sofort auch auf Deutsch verfügbar und schließt mit einem Zertifikat ab. Die deutsche Übersetzung wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Kooperation mit dem Deutschen Global Compact Netzwerk ermöglicht.

Wie Korruption Milliardenschäden anrichtet

Korruption hemmt Ent­wick­lung und trägt zu an­dau­ern­der Armut bei. Gleich­zeitig unter­gräbt sie die Effi­zienz und Effek­ti­vi­tät von Ent­wick­lungs­zusam­men­arbeit. Die Weltbank schätzt die jähr­lichen Schäden weltweit auf ein bis vier Billionen US-Dollar oder zwölf Prozent der weltweiten Bruttowirtschaftsleistung.

Die globale Korruption hat verheerende Folgen für die Gesellschaft, sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf politischer und sozialer Ebene: Öffentliche Ressourcen werden verschwendet, statt mit ihnen nachhaltige Entwicklung im Interesse aller Bevöl­ke­rungs­gruppen zu fördern.

Korruption hemmt die Entwicklung des Privatsektors und schreckt Investoren ab, führt zu Rechts­un­sicher­heit, verzerrten Wett­bewerbs­bedingungen und erhöhten Kosten. So werden auch Reform­pro­zesse erschwert oder verhindert im schlimmsten Fall das Erreichen der Reformziele verhindert. Auch die Entwicklung demo­kra­tischer Strukturen wird gefährdet und letztlich die staatliche Legitimität in Frage gestellt. Politische Institutionen werden verwundbar, die öffent­liche Verwaltung arbeitet weniger effizient.

Die Auswirkungen bekommen vor allem Arme, Frauen und Kinder zu spüren – ihr Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, Bildungs­ein­richtungen und zur Gesund­heits­versorgung wird durch Korruption noch zusätzlich erschwert. Korruption behindert die Bekämpfung von Armut und ist weltweit verbreitet – in reichen wie in armen Ländern. Die Erschei­nungs­formen sind vielfältig: von Bestechung, Unterschlagung, Veruntreuung und Ämter­patro­nage bis zur Günstlings- und Vetternwirtschaft.

Seit 1995 veröffentlicht die Nichtregierungsorganisation Trans­parency International einen Korruptions­wahr­neh­mungs­index (Corruption Perception Index, CPI). Anhand von Experten­ein­schätzungen und Meinungs­umfragen listet er jedes Jahr rund 180 Länder nach dem Grad der bei Amtsträgern und Politikern wahr­ge­nom­menen Korruption auf.

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