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Historische Begegnung zweier ideologisch unterschiedlicher Politiker, die auf eine neue Freundschaft zwischen Marxismus und Kapitalismus setzen: US-Präsident Barack Obama hat sich nach seinem Gespräch mit dem kubanischen Staatschef Raúl Castro zuversichtlich über eine weitere Annäherung der beiden Staaten geäußert, berichtet die Deutsche Welle. „Ich hatte eine offene und ergiebige Unterhaltung mit Raúl Castro“, sagte Obama nach der als historisch geltenden Begegnung am Rande des Amerika-Gipfels in Panama-Stadt.
Obama: „Wir konnten uns ehrlich über unsere Meinungsverschiedenheiten und Bedenken unterhalten.“ Das Gespräch mache ihm Hoffnung, dass sich die US-kubanischen Beziehungen in eine „andere und bessere Richtung“ entwickeln können.
Obama betonte, dass es aber noch erhebliche Differenzen zwischen beiden Staaten gebe, meldet die Deutsche Welle auf ihrer Website.
„Wir haben sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie eine Gesellschaft organisiert sein sollte“, sagte der US-Präsident. Er habe Castro deutlich gemacht, „dass wir nicht aufhören werden, über Themen wie Demokratie, Menschenrechte sowie die Versammlungs- und Pressefreiheit zu sprechen.“
Der 83-jährige Raúl Castro erklärte, man könne über alles reden, beide Seiten müssten nun aber „viel Geduld“ aufbringen.
Nach Angaben des Weißen Hauses in Washington dauerte das Gespräch rund eine Stunde. Ein Hauptthema sei die geplante Wiedereröffnung von Botschaften gewesen. Beide Seiten wollten die ausstehenden Fragen möglichst bald lösen.
Zum Auftakt des Gipfeltreffens der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatten sich Barack Obama und Raúl Castro am Freitag zunächst per Handschlag begrüßt und kurz einige Worte gewechselt.
Am Samstag schlugen die beiden Präsidenten in ihren Reden vor den Gipfelteilnehmern versöhnliche Töne an. Obama sagte, die geänderte Kuba-Politik Washingtons markiere einen „Wendepunkt“ für den gesamten amerikanischen Kontinent.
Raúl Castro seinerseits forderte, die Frage des vor mehr als einem halben Jahrhundert verhängten Wirtschafts- und Handelsembargos der USA gegen den kommunistischen Karibikstaat müsse „gelöst werden.“
Er begrüßte es als „positiven Schritt“, dass in Washington nun bald die Entscheidung über die Streichung Kubas von der Liste der Unterstützerstaaten des Terrorismus fallen werde – einer Liste, „auf der Kuba niemals hätte stehen dürfen“. Der kubanische Präsident nannte Obama einen „ehrlichen Mann“.
Seit der kubanischen Revolution im Jahre 1959 hatte es keine Begegnungen von Präsidenten beider Länder mehr gegeben.
Im Dezember 2014 hatten die USA und das sozialistische Kuba nach anderthalbjährigen Geheimverhandlungen eine grundlegende Neuausrichtung ihrer Beziehungen bekannt gegeben, um die jahrzehntelange Feindschaft aus den Zeiten des Kalten Krieges zu überwinden und ihr Verhältnis zu normalisieren, berichtet die Deutsche Welle.
Für Kuba und die USA eröffnen sich neue Perspektiven der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Mehrere Milliarden Dollar werden von amerikanischen Konzernen künftig in die kubanische Infrastruktur, Industrie und in den Tourismus investiert, so bald die politischen und rechtlichen Voraussetzung geschaffen werden. Doch bis das realisiert wird, ist eine andere Geschichte.
TRAVELbusiness-Linktipp zum Thema Kuba:
Obama und Castro: Wandel durch Annäherung





































