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Wie bedrohlich ist die Sicherheitslage in Ägypten?

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Die Kamele und ihre Besitzer warten bei den Pyramiden von Gizeh auf Touristen
Wieder einmal müssen die Kamele und ihre Besitzer bei den Pyramiden von Gizeh auf Touristen warten: Nach neuen Anschlägen gibt es erneut Reisewarnungen (Foto: Rudolph A. Furtado, Wiki Commons)
Das Auswärtige Amt in Berlin hat seinen Reisehinweis für Ägypten aktualisiert. Das Land befindet sich seit der Januarrevolution von 2011 in einer Umbruchphase, die wiederholt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat. Wie groß ist die Terrorgefahr?

So kam es in den vergangenen Wochen in einigen Landesteilen, darunter in Kairo, vermehrt zu terroristischen Anschlägen gekommen – zuletzt am 10. Juni in den Tempelanlagen von Karnak bei Luxor.

Bei diesem Terroranschlag kamen die zwei Angreifer ums Leben. Ein dritter Terrorist und fünf weitere Menschen wurden bei der Bombenexplosion vor der Tempelanlage verletzt. Touristen kamen nicht zu Schaden.

Auch am 3. Juni 2015 wurden bei einem Angriff in der Nähe der Gizeh-Pyramiden zwei Polizisten erschossen. Deshalb rät das Auswärtige Amt: „Bei Reisen nach Ägypten einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer wird generell zu Vorsicht geraten!“

Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird nach wie vor dringend gewarnt. So wurde am 24.10.2014 über den nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel (Gouvernorat Nord-Sinai) ein dreimonatiger Ausnahmezustand verhängt, der am 25.01.2015 um weitere drei Monate verlängert wurde; dort gilt auch eine tägliche Ausgangssperre von 19.00 Uhr bis 6.00 Uhr.

Gleichzeitig ist der Grenzübergang Rafah zum Gaza-Streifen bis auf weiteres geschlossen. Auch vor Versuchen, über den Sinai nach Gaza einzureisen, wird dringend gewarnt.

Von Fahrten auf dem Landweg zwischen Kairo und Luxor wird abgeraten. Das Auswärtige Amt rät außerdem von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara eindringlich ab. Die ägyptischen Behörden haben die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan zu Sperrgebieten erklärt; Reisen dorthin sind untersagt.

Ausflugsziele, die sich in den westlichen und südlichen Wüstengebieten befinden, können mit einer Sondergenehmigung bereist werden. Tagestouren in die Weiße und die Schwarze Wüste sind ohne Sondergenehmigung nach Anmeldung möglich. Reisenden wird empfohlen, sich bei Fragen zu der Anmeldepflicht der von ihnen geplanten Reisen in diesen Gebieten an ihren Reiseveranstalter zu wenden.

Auch das österreichische Außenministerium hat eine partielle Reisewarnung veröffentlicht: „Nach Anschlägen in ganz Ägypten in den letzten Jahren bei denen auch Touristen das Ziel waren ist die Anschlagsgefahr im ganzen Land generell hoch. Auch die touristischen Destinationen sind potenziell gefährdet, weshalb zu Vorsicht geraten wird.“

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