Start Reisetipps Auf einen oder zwei Wodka ins Museum

Auf einen oder zwei Wodka ins Museum

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Das Wodka Museum in Warschau ist weltweit eine einzigartige Attraktion (Foto: © 2018 Muzeum Polskiej Wódki)
Das Wodka Museum in Warschau ist weltweit eine einzigartige Attraktion (Foto: © 2018 Muzeum Polskiej Wódki)

Ohne Zweifel: Der Wodka gehört zur polnischen Lebensphilosophie. Egal ob bei Hochzeit oder Pferderennen, ob bei Geburtstagsfeier und Begräbnis, ob bei Jubiläen oder großen Events – das „Wässerchen“ ist immer dabei. Ja, Wodka-Runden mit Polen sind legendär und ebenso die langen Reihen mit riesiger Auswahl in Supermärkten. Ja sogar Papst Karol Wojtyla konnte auf sein Lieblinsgetränk aus der Heimat nicht verzichten: Gleich nach seiner Amtsübernahme Ende Oktober 1978 ließ er im Hospiz Santa Marta, dem einzigen Gasthof des Vatikans, ein Mittagessen für sich und rund 60 Gäste richten, darunter 28 polnische Bischöfe. Und zum italienischen Menü gab’s Mineralwasser und polnischen Wodka.

Was für viele Deutsche das Bier ist, ist für viel Polen der Wodka. Und weil er ein Nationalgetränk ist, wird diesem hochprozentigen Schnaps auch das erste Wodka-Museum der Welt gewidmet – natürlich in Warschau. Wer also die jahrhundertealte Geschichte, die Tradition sowie die Herstellungsweise des echten polnischen Wodkas kennenlernen möchte, kommt im Koneser Praga Center auf den richtigen hochprozentigen Geschmack.

Das Wodka Museum in Warschau steht auf dem Gelände der ehemaligen Warschauer Wodka-Fabrik „Koneser“
Das Museum in Warschau steht auf dem Gelände der ehemaligen Warschauer Wodka-Fabrik „Koneser“

Das Museum steht auf dem Gelände der ehemaligen Warschauer Fabrik „Koneser“, einer historischen „Rektifikationsanlage“ aus dem 19. Jahrhundert, wo seinerzeit eine eigene Wodka-Rezeptur entwickelt wurde. Es verfügt über fünf Themen-Ausstellungen und einen Vorführraum. Ein Rundgang durch Museum und die mehrere Jahrhunderte alte Geschichte dieses polnischen Getränks beginnt mit einer Vorführung und dauert etwa eine Stunde. Eine moderne Multimedia-Installation fügt sich nahtlos in das historische Interieur ein.

Andrzej Szumowski, Geschäftsführer der Polnischen Wodka-Stiftung und Initiator des Museums
Andrzej Szumowski, Geschäftsführer der Polnischen Wodka-Stiftung und Initiator des Museums

Andrzej Szumowski, Geschäftsführer der Polnischen Wodka-Stiftung und Initiator des Museums: „Polnischer Wodka ist untrennbar mit unserer polnischen Kultur und den Bräuchen verbunden. Er gehört zu den wichtigsten polnischen Exportartikeln und ist für seinen exquisiten Geschmack und seine hohe Qualität auf der ganzen Welt bekannt. Ebenso wie der französische Cognac und der schottische Whisky steht er auf der Liste der geschützten geographischen Herkunftsangaben der Europäischen Union. Wir möchten, dass das polnische Museum den Besuchern die jahrhundertealte und reiche Geschichte, Tradition und Produktionsmethoden des polnischen Wodkas nahebringt. Während eines Workshops haben die Besucher die Möglichkeit, verschiedene Geschmacksrichtungen und Aromen polnischen Wodkas aus traditionellem polnischen Getreide und Kartoffeln zu entdecken.“

Das historische Gebäude beherbergt auch die Vodka Academy Bar, wo Verkostungen und museumspädagogische Veranstaltungen zu den Prinzipien des Servierens polnischen Wodkas stattfinden. Um köstliche Cocktails genießen zu können, von denen einige auf polnischem Wodka basieren, können die Besucher die elegante Bar „¾“ im dritten und vierten Stock besuchen. Zum Museum gehören auch das WuWu 24/7 Bistro und das Restaurant ZONI – oberhalb der riesigen historischen Öfen der ehemaligen Wodkafabrik.

Vor vier Jahren begannen die Restaurierungsarbeiten für das Museum. Ende 2014 wurde vom Architekturbüro Nizio Design International ein Innenausbau-Entwurf vorgestellt und zur Umsetzung angenommen. Die visuelle Identifikation des Museums stammt von Andrzej Pągowski, einem renommierten polnischen Grafikdesigner. Kurz darauf begannen die Restaurationsarbeiten des historischen Gebäudes und im Frühjahr 2017 standen die Räumlichkeiten für die Innenausbau und die Installation der Ausstellungen bereit. Das Projekt wurde von der EU mit 585.000 Euro gefördert.

„Ich freue mich, dass wir das Museum endlich der Öffentlichkeit vorstellen können“, fügt Andrzej Szumowski hinzu. „Es ist ein Projekt, das viele engagierte Menschen zusammengebracht hat, die mit großer Leidenschaft an der Umsetzung gearbeitet haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Ort sowohl von Warschauern als auch von Gästen aus ganz Polen und dem Ausland besucht werden wird“, sagt Szumowski.

Das Museum kann nur von Erwachsenen besucht werden. Es ist von Sonntag bis Donnerstag in der Zeit von 10:00-20:00 Uhr und am Freitag und Samstag von 11:00-21:00 Uhr geöffnet, die Eintrittskarten kosten 40 PLN. Es werden auch Gutscheine für die Verkostung polnischen Nationalgetränks angeboten. Online-Reservierungen sind möglich, Tickets werden auch an der Museumskasse verkauft.

Gib mir den Wodka Anuschka zum Mitsingen!

Der Umbau des gesamten Komplexes des Koneser Praga Centers mit seinem Museum ist ein Gemeinschaftsprojekt der Liebrecht & wooD Gruppe sowie BBI Development. Die Eröffnung des Koneser Praga Centers ist für den Herbst dieses Jahres geplant.

„Dank dieses bahnbrechenden Modernisierungsprojektes gewinnt das Koneser Praga Center seinen alten Glanz zurück. Das Gebiet der ehemaligen Schnapsfabrik, ein fester Bestandteil des alten Stadtbildes von Prag, wird zu einem der einzigartigsten Viertel der Hauptstadt. Das Koneser Praga Center, der einzigartige Ort für das Museum, wird ein ungewöhnliches Highlight für die Bewohner der Stadt und ihre zahlreichen Besucher sein“, erklärt Marc Lebbe, Geschäftsführer der Liebrecht & wooD Gruppe.

Der Wodka und seine Genese

Wódka Wyborowa (Foto: Kamil Śliwiński, Creative Commons)
Wódka Wyborowa (Foto: Kamil Śliwiński, Creative Commons)

Die Definition des Wodkas besagt, dass er nur aus traditionellem polnischen Getreide (Roggen, Gerste, Hafer, Weizen, Triticale) oder Kartoffeln hergestellt werden darf. Der gesamte Produktionsprozess muss ausschließlich in Polen stattgefunden haben.

Was den polnischen Hochprozenter von anderen alkoholischen Getränken unterscheidet, ist seine „Genese“: vom Feld als Rohstoff bis ins Regal im Geschäft. Der Herstellungsprozess des Getränks findet in der Brennerei statt, die Prozesse der Rektifikations- und Wodkaherstellung setzen danach ein und werden sorgfältig überwacht.

Um der Definition zu entsprechen, muss die Aufschrift „Polska Wódka/Polish Vodka“ auf der Vorderseite des Flaschenetiketts zu finden sein. Wissenswert ist auch, dass der polnische Schnaps auf der Liste der geschützten geographischen Angaben steht, was bedeutet, dass Wodka-Sorten, die diese Angabe verwenden, den einzigartigen Charakter und eine jahrhundertealte Tradition, die mit dem polnischen Land verbunden ist, bewahren sowie eine hohe Qualität garantieren.

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