Start Reisetipps Jan van Eyck sorgt in 2020 für Furore in Gent

Jan van Eyck sorgt in 2020 für Furore in Gent

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Das berühmteste Werk von Jan van Eyck ist das Altargemälde „Das Lamm Gottes“ (Sint-Baafskathedraal Gent – © www.lukasweb.be – Art in Flanders VZW, Foto: Hugo Maertens)
Das berühmteste Werk von Jan van Eyck ist das Altargemälde „Das Lamm Gottes“ (Sint-Baafskathedraal Gent – © Lukasweb – Art in Flanders VZW, Foto: Hugo Maertens)

Flandern lockt mit einem großartigen Kulturevent: 2020 findet zu Ehren von Jan van Eyck im „Museum für Schöne Künste“ (MSK) in Gent die Ausstellung „Van Eyck. Eine optische Revolution“ statt. Weltweit sind nur etwa zwanzig Werke des einzigartigen Künstlers erhalten geblieben. Viele davon werden aus diesem Anlass nach Gent gebracht und dort neben Werken talentierter Zeitgenossen ausgestellt.

Das dynamische Gent ist die Heimatstadt des Meisterwerks von Van Eyck. Einerseits geschichtsträchtig, bietet Gent aber auch einen spannenden Kulturcocktail inmitten eines trendigen Stadtlebens. Eine Stadt für Lebenskünstler – alles kann, nichts muss. Die netten und gastfreundlichen Genter wissen, wie man das Leben genießt. Auf dem Pflichtprogramm eines jeden Städtereisenden steht der weltberühmte Genter Altar, ein Meisterwerk der Brüder Van Eyck.

Das berühmteste Werk von Jan van Eyck ist das Altargemälde „Das Lamm Gottes“ in Gent, das für die St.-Bavo-Kathedrale in Gent angefertigt wurde. Es ist ein zwölfteiliger Wandelaltar, den er zusammen mit seinem älteren Bruder Hubert, ebenfalls Maler, ausgearbeitet hat. Nach Huberts Tod 1426 vervollständigte Jan van Eyck die Auftragsarbeit 1432. Es ist das berühmteste Ölgemälde aus jener Zeit.

Seit es 1432 zum ersten Mal zu sehen war, gilt das prachtvolle Altargemälde, das 4,4 m x 3,4 m misst, als einer der schönsten Kunstschätze der Welt. Leider ist es seit seiner Installation bereits 13 Mal Kunstdieben zum Opfer gefallen und wurde sieben Mal gestohlen.

Den letzten Diebstahl gab es am 11. April 1934. Zwei Teilplatten des Werks wurden damals gestohlen: „Johannes der Täufer“ und „Die gerechten Richter“. Gefordert wurde ein Lösegeld in Höhe von einer Million belgischer Francs. Eine Platte, die von „Johannes dem Täufer“, wurde als Zeichen des guten Willens von dem Täter zurückgegeben, doch Geld floss nie. Das letzte Puzzleteil fehlt bis heute.

Wo was von Jan van Eyck in Gent zu sehen ist

Im STAM, dem Stadtmuseum von Gent, können Besucher den Diebstahl der Seitenplatten des Altargemäldes von Gent nachverfolgen und versuchen, herauszufinden, wo das fehlende Panel, „Die gerechten Richter“, wohl zu finden sein könnte. Es ist noch immer ein Rätsel, und die Jagd nach dem fehlenden Teil geht immer noch weiter.

In den letzten Jahren wurde der Genter Altar, eines der wichtigsten Meisterwerke der westlichen Hemisphäre, mit akribischer Präzision restauriert. In der St.-Bavo-Kathedrale öffnet ein nagelneues Besucherzentrum seine Türen. Darin können die Besucher in virtueller Realität in die turbulente und spannende Geschichte des Genter Altars eintauchen.

Auch das Museum der Schönen Künste (MSK) in Gent, in dem der Genter Altar in den letzten Jahren mit größter Sorgfalt restauriert wurde, würdigt den Großmeister. Unter dem Titel „Van Eyck. Eine optische Revolution“ stellt das MSK das Werk Van Eycks neben das seiner europäischen Zeitgenossen (Termin: 1.2. bis 31.10.2020).

In der St.-Nikolaus-Kircke, nur einen Steinwurf von der Kathedrale entfernt, wird dann der hypermoderne Bogen gespannt. Mit „A digital tribute to Van Eyck“ word dort eine digitale und musikalische Neuinterpretation des Meisterwerks präsentiert. Mit immersiven Video-Mapping bringt der Künstler Mat Collishaw ein einzigartiges Licht-Schauspiel in die mittelalterliche Kirche.

Die Graslei ist das Herz der Genter Innenstadt. Das Getreidemesserhaus, das Zunfthaus der Freien Schiffer, das Stapelhaus 'Spijker' ... jedes Haus an der Graslei verfügt über seine eigene Geschichte (Foto: www.milo-profi.be)
Die Graslei ist das Herz der Genter Innenstadt. Das Getreidemesserhaus, das Zunfthaus der Freien Schiffer, das Stapelhaus ‚Spijker‘ … jedes Haus an der Graslei verfügt über seine eigene Geschichte (Foto: www.milo-profi.be)

Jan van Eyck: Der mit dem Pinsel fotografierte

Jan van Eyck leistete einen wichtigen Beitrag zur Revolution der Malerei in den Niederlanden und Flandern. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Flämischen Meister. Van Eyck ist für seine äußerst realistischen und authentischen Porträts, die wie perfekte Fotografien wirken, bekannt und signierte als einer der ersten flämischen Künstler viele seiner Werke.

Vielleicht ein Selbstporträt von Jan van Eyck: Mann mit rotem Turban (©
Vielleicht ein Selbstporträt von Jan van Eyck: Mann mit rotem Turban (© National Gallery London, VZW)

Dank seiner präzisen Beobachtungsgabe und der natürlichen Wiedergabe der Realität, seiner brillanten Verwendung von Farben und seiner gekonnten Nutzung von Öl – eine Technik, die er perfektionierte – hob van Eyck die Malerei in völlig neue Sphären.

Sein Auftraggeber, der Herzog von Burgund (Philipp der Gute), sorgte dafür, dass er gut bezahlt wurde und malen konnte „wann immer es ihm beliebte“. Er wurde außerdem beauftragt, einige diplomatische Besuche zu absolvieren, darunter eine Reise nach Lissabon im Jahre 1428, um die bevorstehende Heirat des Herzogs mit Isabella von Portugal zu arrangieren.

Über mehr als 250 Jahre – vom 15. bis weit ins 17. Jahrhundert – war Flandern in Westeuropa die Galionsfigur der Schönen Künste und die Inspirationsquelle für bekannte Kunstbewegungen der jeweiligen Zeit: Altniederländische Malerei, Renaissance und Barock. Die Künstler waren berühmt für ihr Können, ihre Kreativität und ihre technischen Innovationen und machten so aus dem damals schon reichen und städtischen Flandern eine der feinsten Kulturregionen mit beeindruckenden Werken in Kunst und Architektur.

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