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Piloten der Lufthansa: Zunehmend unzufrieden im Job

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Piloten der Lufthansa Group werden mit Job immer unzufriedener: Cockpit mit einem Piloten besetzt, vor ihm viele Instrumenten und Anzeigetafeln
Laut Umfrage werden Piloten der Lufthansa immer unzufriedener mit dem Job (Bild: Jonathan Borba, Pexels)

Die Stimmung unter den Piloten der Lufthansa Group verschlechtert sich dramatisch. Obwohl zwei Drittel der Beschäftigten ihre aktuelle Situation als grundsätzlich solide bewerten, blickt fast jeder Zweite (47 Prozent) mit großer Sorge auf die Entwicklung der letzten Jahre.

Eine repräsentative forsa-Mitgliederbefragung der Vereinigung Cockpit (VC) unter rund 2.700 Mitgliedern bei Lufthansa Airlines, Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings liefert nun alarmierende Zahlen.

Warnsignal der Piloten der Lufthansa für Flugbranche

Besonders brisant: Nur noch 24 Prozent der befragten Piloten der Lufthansa Group würden den Pilotenberuf heute weiterempfehlen. Ganze 66 Prozent raten explizit davon ab.

„Wenn nur noch jeder vierte Pilot den eigenen Beruf weiterempfehlen würde, ist das ein Warnsignal – nicht nur für Lufthansa, sondern für die gesamte Branche“, warnt Oliver Löwe, Vorstand der Vereinigung Cockpit.

Während jüngere Pilotinnen und Piloten unter 35 Jahren die Entwicklung noch etwas positiver wahrnehmen, berichten Beschäftigte ab 45 Jahren mehrheitlich von einer spürbaren Verschlechterung des Arbeitsumfelds.

Hauptgründe für wachsenden Frust im Cockpit

Als primäre Ursachen für die sinkende Zufriedenheit nennen die Crews fundamentale Missstände im Zwischenmenschlichen und Organisatorischen:

  • Mangelnde Wertschätzung und fehlendes Vertrauen durch das Management.
  • Respektloser Umgang seitens der Konzernführung.
  • Harte Kritik an den aktuellen Arbeitsbedingungen.
  • Mängel bei der verlässlichen Dienstplangestaltung.
  • Fehlende berufliche Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Konzerns.

Besonders tief sitzen die Zukunftssorgen erwartungsgemäß bei den Piloten der Lufthansa der im April stillgelegten Lufthansa CityLine.

Altersversorgung und hohe Streikbereitschaft

„Die Befragung zeigt sehr deutlich, dass die Kolleginnen und Kollegen Sicherheit, Respekt und Wertschätzung einfordern. Genau daran fehlt es aus Sicht vieler Beschäftigter“, stellt Löwe klar.

Die Umfrage räumt zudem mit einem gängigen Vorurteil auf: Das absolute Topthema bei den tariflichen Verhandlungen ist die betriebliche Altersversorgung. Damit wird widerlegt, dass es im aktuellen Tarifkonflikt primär um andere Kernforderungen geht.

Piloten der Lufthansa wollen faire Bedingungen

Gleichzeitig sichern die Mitglieder ihrer Gewerkschaft einen enormen Rückhalt zu. Satte 70 Prozent der befragten Flugzeugführer betonen, einem Streikaufruf der Vereinigung Cockpit ohne jegliches Zögern zu folgen.

Diese hohe Streikbereitschaft unterstreicht die Geschlossenheit und den Willen, gemeinsam für faire Bedingungen zu kämpfen.

Zudem befürworten 71 Prozent eine berufsspezifische Vertretung, da sich die Interessen von Cockpit, Kabine und Bodenpersonal stark voneinander unterscheiden. Die Daten liefern der VC eine klare Bestätigung für den aktuellen tarifpolitischen Kurs.


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