Start Business Geschäft der Geschäftsreisebüros floriert

Geschäft der Geschäftsreisebüros floriert

1189
0
TEILEN
Geschäftsreisebüros: Umsatzchart mit Pfeil nach oben
Geschäftsreisebüros machten in 2017 ein sehr guten Umsatz mit Geschäftsreisen (Foto: Pixabay)

Krise hin, Krise her: Die Geschäftsreisen kommen in Schwung. Auf insgesamt fast 8 Milliarden Euro beläuft sich der über Geschäftsreisebüros abgewickelte Umsatz mit Geschäftsreisebuchungen. Die Auswertung, die der Deutsche Reiseverband (DRV) im Vorfeld der weltweit größten Reisemesse ITB Berlin veröffentlicht, zeigt, dass dieser Umsatz von 7,6 Milliarden Euro im Jahr 2016 um 4 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro im Jahr 2017 gestiegen ist. Hierin sind die Ergebnisse aller Reisevertriebstellen in Deutschland enthalten, die Geschäftsreisen abwickeln. „Das Wachstum zeigt, dass mehr Geschäftsreisevolumen denn je über Reisebüros vermittelt wird“, erklärt Norbert Fiebig, Präsident des DRV, anlässlich der Vorstellung der Marktzahlen.

Erstmals liegen in diesem Jahr repräsentative Zahlen darüber vor, wie viel Umsatz über die führenden Travel Management Companies (TMC) in Deutschland generiert wird. Das neue DRV-Branchenbarometer Business Travel erfasst damit nunmehr regelmäßig die Umsatzdaten dieser auf Geschäftsreisen spezialisierten Geschäftsreisebüros.

Professionelle Geschäftsreisebüros steigern Umsatz

„Diese auf Business Travel spezialisierten Unternehmen sind für rund drei Viertel des gesamten Geschäftsreisemarktes verantwortlich“, so Fiebig. „Sie haben ihren Umsatz 2017 um über 4 Prozent auf insgesamt mehr als 5,8 Milliarden Euro gesteigert. Das Wachstum der Travel Management Companies liegt damit gleichauf mit dem des gesamten Marktes“, so Fiebig.

Die Auswertungen für diese auf das professionelle Geschäftsreisemanagement spezialisierten Anbieter – also klassische Reisebüros mit Firmendienst ebenso wie die großen internationalen Geschäftsreisebüros – zeigen, dass der Flugbereich insgesamt annähernd 80 Prozent des Umsatzes der TMCs ausmacht. Der Umsatz mit Flugtickets stieg 2017 um insgesamt 4,3 Prozent auf nunmehr 4,5 Milliarden Euro. Aufgeteilt nach Flugstrecken kletterten die Umsätze auf Deutschland- und Europa-Verbindungen insgesamt um vier Prozent und interkontinental um 4,6 Prozent.

Bahnfahrkarten wurden für mehr als 300 Millionen Euro verkauft – ein Plus von 3,6 Prozent. Die Umsätze für Hotelübernachtungen, Mietwagen sowie das Meeting- und Incentivegeschäft (MICE) entwickelten sich mit plus 2,7 Prozent auf knapp 300 Millionen Euro.

Nicht verwunderlich ist die Tatsache, dass der Anteil der Nutzung spezialisierter Anbieter für die Geschäftsreise mit der Größe des Unternehmens steigt. Wobei sich auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) für die Dienstleistungen der Travel Management Companies entscheiden und damit von den Vorteilen – etwa der Kosteneinsparungen und der effizienten Abwicklung – profitieren. „Zunehmend werden die Geschäftsreisen darüber hinaus über die maßgefertigten Buchungsmasken in den Intranets der großen Firmenkunden gebucht – insgesamt ein Viertel“, so Fiebig.

Die Aussichten und Trends für 2018

„Die guten Konjunkturaussichten der deutschen Wirtschaft insbesondere im Export- und Import stimmen uns für 2018 sehr optimistisch, weil damit die Voraussetzungen für steigende Geschäftsreiseaktivitäten der deutschen Unternehmen gegeben sind“, zeigt sich der DRV-Präsident überzeugt.

Die Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung und die damit einhergehende technische Entwicklung von Business Travel Management-Systemen beeinflussen zunehmend auch das Reise-Business. Mit den richtigen Programmen und virtuellen Technologien können Mitarbeiter-Teams von Unternehmen überall auf der Welt zusammenarbeiten, und das zu einem Bruchteil der Kosten. Die Geschäftsreiseketten unterstützen ihre Kunden hierbei zum Beispiel mit Cloud-basierten Meeting-Lösungen – zunehmend eine geeignete Alternative zu Tagesreisen.

Die Ergebnisse der DRV-Studie Chefsache Business Travel zeigen allerdings auch noch etwas anderes: „Der Wert persönlicher Begegnungen bleibt ungebrochen“, fasst Fiebig zusammen. In der Wahrnehmung der für die Studie befragten Fach- und Führungskräfte ist er sogar noch wertvoller geworden. Sie gehen davon aus, dass persönliche Treffen die Abschlussbereitschaft von Aufträgen um annähernd 50 Prozent erhöhen.

Die Erfahrung und die Erkenntnis aus der DRV-Studie zeigen: „Netzwerke funktionieren auch über digitale Kanäle besser, wenn sie bei persönlichen Treffen gefestigt werden“, so Fiebig.

Darüber hinaus erleichtert die Digitalisierung auch das tägliche Geschäft der Reisebüros und Geschäftsreisebüros – so helfen intelligente Technologien dabei Komplexität zu vereinfachen und effizient zu managen: „Ein Beispiel sind hier automatisierte Preisvergleiche, die notwendig sind, um Kunden die günstigsten Preise und Verbindungen anzubieten. Das wird zukünftig ganz sicher noch weiter zunehmen“, erläutert der DRV-Präsident. „Entscheidend ist aber immer das Gesamtkonzept und damit letztlich das professionelle Zusammenspiel von Mensch und Maschine.“