Start Hotels Motel One: 80 Millionen Euro Verlust in 2020

Motel One: 80 Millionen Euro Verlust in 2020

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Motel One-Gründer Dieter Müller rechnet mit einem Verlust von 80 Millionen Euro für seine Hotelkette (Foto: Motel One)
Motel One-Gründer Dieter Müller rechnet mit einem Verlust von 80 Millionen Euro in 2020 (Foto: Motel One)

Die Corona-Pandemie macht den Hotels schwer zu schaffen. So rechnet Motel One-Gründer Dieter Müller trotz der Lockerung im Tourismus mit einem hohen Verlust seiner Hotelkette in diesem Jahr. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr 80 Millionen Euro Verlust schreiben werden“, sagte er in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘.

Derzeit liege die Auslastung seiner 74 Hotels bei im Schnitt ein Drittel – erst bei 45 bis 40 Prozent erreiche er den Breakeven. „Das Feuer brennt nicht mehr lichterloh“, sagte er. „Wir verlieren aber weiter Liquidität. Unsere Planungen sehen vor, dass sich das bis Jahresende hinzieht.“

Insgesamt zeigte sich Müller in der Tourismuskrise optimistischer gestimmt als noch im Lockdown: „Wir sehen in vielen Ländern Licht am Ende des Tunnels.“

Die Auslastung in Deutschland, Österreich und der Schweiz steige, Stadthotels wie München oder Hamburg seien gut nachgefragt, in Städten wie Rostock oder Lübeck an der Ostsee sei man sogar ausgebucht. Noch immer aber seien die Hälfte der Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Motel One setzt Expansion trotz Corona fort

Motel One wurde 2000 gegründet. Zum auffallenden Markenzeichen gehört der türkise Eggchair in der Lobby (Foto: Motel One)
Motel One wurde 2000 gegründet. Zum Markenzeichen gehören die türkisen Eggchairs in der Lobby (Foto: MO)

Der ehemalige Accor-Manager Dieter Müller hatte Motel One im Jahr 2000 gegründet und mit günstigen Preisen, guten Lagen und auffälligen Designkonzepten wie dem legendären türkisen Egg-Chair die Marke bekannt und beliebt gemacht. Die Hotelkette hat heute 73 Hotels mit fast 21.000 Zimmern. 2019 war Motel One noch um 15 Prozent gewachsen, setzte 562 Millionen Euro um und machte 129 Millionen Euro Gewinn.

Der Notfallbetrieb im Lockdown kostete Müller 20 Millionen Euro Liquidität im Monat, Staatshilfen nahm er Dank eines guten Eigenkapitalpolsters keine in Anspruch. Müller regte im Interview mit Capital an, dass Unternehmen in den kommenden Jahren noch höhere Verlustvorträge geltend machen können sollen als geplant.

Die rasante Expansion der Gruppe – derzeit sind rund 20 Projekte in der Planung – soll aber weitergehen. Baustellen könnten sich jedoch verzögern, weil sie unterbrochen wurden oder Investoren Termine verschoben hätten.Müller: „Es ist wichtig, in diesem Sturm zu stehen. Wir haben uns schnell angepasst.“


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