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Ist Brasilien neuer Krisenherd in Südamerika?

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Heftige Demonstrationen in Brasilien! In der brasilianischen Hauptstadt Brasilia ist es zu gewaltsamen Protesten gekommen. Dabei wurde das Landwirtschaftsministerium in Brand gesetzt. In mehreren anderen Ministerien versuchten Demonstranten ebenfalls, Feuer zu legen; die Gebäude wurden daraufhin von den Behörden evakuiert.

Die Polizei setzte Tränengas ein, um einen Sturm auf den Kongress zu verhindern. Ein Demonstrant soll angeschossen worden sein. Verteidigungsminister Raul Jungmann sagte, die Regierung werde nun das Militär einsetzen, um die Lage in den Griff zu bekommen, berichtet die Deutsche Welle.

Bei den gewalttätigen Übergriffen handele es sich um „inakzeptablen Vandalismus“. Insgesamt waren nach Polizeiangaben rund 35.000 Menschen auf den Straßen. Sie fordern vor allem den Rücktritt von Präsident Michel Temer.

Präsident Temer soll mehrere Millionen Euro Schmiergeld angenommen haben

Der Präsident, der seit gut einem Jahr im Amt ist, steht seit geraumer Zeit unter Korruptionsverdacht. Ausgelöst wird dieser Verdacht durch den Mitschnitt eines Gesprächs zwischen Temer und dem Besitzer des weltgrößten Fleischkonzerns JBS, Joesley Batista.

Batista hatte den Mitschnitt heimlich gemacht. Sein Konzern soll über Jahre Politiker bestochen haben. Nachdem der Fall bekannt geworden war, zahlte Batista in einem Vergleich rund 65 Millionen Euro und sagte danach aus.

Die Aufnahmen nähren den Verdacht von Schweigegeldabsprachen, damit Ex-Parlamentspräsident Eduardo Cunha, der bereits im Gefängnis sitzt, nicht sein Wissen über das ganze Korruptionsnetzwerk preisgibt.

Temer soll zudem für seine letzte Wahlkampagne von JBS mehr als vier Millionen Euro erhalten haben und knapp 300.000 Euro selbst eingesteckt haben. Temer hat die Amtsgeschäfte vor fast genau einem Jahr von der abgesetzten Präsidentin Dilma Rousseff übernommen.

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Wichtiger Reisehinweis! Wegen der aktuellen politischen Lage in Brasilien werden weiterhin – auch unangekündigt – Demonstrationen erwartet, bei denen Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können. Dies gilt besonders für die Hauptstadt Brasilia, São Paulo, Rio de Janeiro sowie für andere Großstädte des Landes.

Es wird empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden und sich über die Reise- und Sicherheitshinweise und die Medien informiert zu halten. Vor dem Hintergrund verstärkt auftretender Gewaltakte in den Favelas Rio de Janeiros wird von Besuchen von Favelas dringend abgeraten.

Die Gefahr, Opfer eines Raubüberfalls oder eines anderen Gewaltverbrechens zu werden, ist in Brasilien erheblich höher als in Westeuropa. Besonders Großstädte wie Belém, Porto Alegre, Recife, Salvador, Fortaleza, São Luiz, Maceio, Rio de Janeiro und São Paulo weisen hohe Kriminalitätsraten auf.

Grundsätzlich ist Vorsicht angebracht, auch in als sicher geltenden Landes- oder Stadtteilen. Besonders stark von Kriminalität und Gewalt betroffen sind Armensiedlungen (Favelas). Von Favela-Besuchen wird daher dringend abgeraten. Diese Gebiete werden teilweise von Kriminellen und Drogenbanden kontrolliert. Bewaffneten Auseinandersetzungen, auch mit der Polizei, fallen häufig auch Unbeteiligte zum Opfer.

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